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Gipfelbuch am Greifenberg in den Schladminger Tauern
Vom Sinn und Unsinn des Gipfelbuchs
Aktuelles1 Min.11.09.2018
Foto: imageBROKER / Moritz Wolf
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von Christina Geyer

So richtig weiß man eigentlich nicht, wie es entstanden ist und seinen Weg auf den Gipfel gefunden hat, das Gipfelbuch. Während manche meinen, es würde gleich mehrere wichtige Funktionen erfüllen, sind andere davon überzeugt, dass es allenfalls eine Einladung für überflüssiges Gekritzel ist. Wir klären auf: über Sinn und Unsinn des Gipfelbuchs.

Ohne Kreuz, kein Buch: In den allermeisten Fällen sind die Gipfelbücher in wetterfesten Hüllen, zumeist in Metalkassetten, an Gipfelkreuzen angebracht. Bereitgestellt werden sie vor allem von zuständigen Sektionen des Alpenvereins, aber auch von Hüttenwirten, Tourismusverbänden oder Bergführern. Als gesichert gilt das Vorkommen des Gipfelbuchs seit den 1850er-Jahren, entstanden vermutlich in enger Verwandtschaft zu Einschreibebüchern an Wallfahrtsorten. Während jene aber hauptsächlich die Funktion eines Gästebuchs erfüllten, wurde dem Gipfelbuch mit den Jahren ein darüber hinausgehender Sinn zugeschrieben.

Es sollte mehr sein als nur Zeitzeugnis von Besuchen – und so wurde es, wie auch das Hüttenbuch, zum Bezugspunkt für die Bergrettung. Als dienliche Informationen gelten Angaben zu Namen der Bergsteiger, Datum und geplanter Tour. Einträge, die sich wie Tagebuch-Niederschriften oder lyrische Erstversuche lesen, sind darum zum Teil bis heute verpönt.

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Ein Beweis für die Nachwelt

Kritische Stimmen sehen im Gipfelbuch trotzdem weniger Informationsquelle als Einladung für das „geistloseste Gekritzel“, wie etwa Bergsteiger und Alpenforscher Anton Ruthner (1817-1897) urteilte. Mit dieser Meinung stand er nicht allein da. Auch der steirische Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918), zeitlebens heimatverliebt und in den Bergen unterwegs, interpretierte das Gipfelbuch als Aufforderung, „sich auszuschreiben“. Es würde den „Drang“ des Menschen offenbaren, „überall, wo er wirkt und wandert, eine Spur von sich zu hinterlassen“. So gesehen manifestiert sich im Gipfelbuch das menschliche Verlangen nach Unsterblichkeit – als Beweis für die Nachwelt, dass man wirklich leibhaftig da gewesen ist.

Das gilt gleichermaßen für das klassische Gipfelbuch wie auch für virtuelle Gipfelbücher, in die man sich mittels GPS-Nachweis eintragen kann. Da wie dort möchte der Bergsteiger den Erfolg seiner Bergtour beweisen – und für die Ewigkeit festhalten.


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