Als Reinhold Messner 1972 auf dem Manaslu stand, war das Himalaya-Bergsteigen in eine neue Phase getreten: Es ging vermehrt um die Durchsteigung der großen Wände und Grate der höchsten Berge. Messners Gipfelerfolg war die Vollendung der ersten Durchsteigung der teils äußerst schwierigen und durch Eisschlag extrem gefährlichen Manaslu-Südwand. Doch der Erfolg wandelte sich zur Tragödie: Messners Partner Franz Jäger kehrte vor dem Gipfel um und verschwand im aufgezogenen Höhensturm. Auf der Suche nach ihm verirrten sich Horst Fankhauser und Andi Schlick ebenfalls im Sturm, fanden das Lager nicht mehr und nutzten ein Schneeloch als
Notbiwak. In der Nacht drängte Schlick, ausgezehrt und bereits halb im Delirium, zum Aufbruch und verschwand schließlich ebenfalls. Nur Horst Fankhauser überlebte und kehrte zu Messner ins Lager zurück.