
TV-Tipp: Kurt Diemberger – 40 Jahre K2-Tragödie
Foto: Andreas Lattner / ServusTV
Kurt Diemberger, der einzige lebende Erstbesteiger zweier Achttausender, wird am 16. März 94 Jahre alt. Das Leben des legendären Bergsteigers, Filmemachers und Autors ist geprägt von einzigartigen Erfolgen und einer unfassbaren Tragödie am K2. ServusTV zeigt die Bergwelten-Dokumentation über den Ausnahmealpinisten am 16. März 2026.
Es ist leichter ein guter Bergsteiger zu werden als ein alter Bergsteiger
Kurt Diemberger
„Es ist leichter ein guter Bergsteiger zu werden als ein alter Bergsteiger“, sagt Kurt Diemberger. Gelungen ist ihm beides. Vor rund 70 Jahren stand er als Erstbesteiger auf dem Broad Peak (8.051 m) im Karakorum, einige Jahre später auch auf dem mächtigen Dhaulagiri (8.167 m).
Der am16. März 1932 in Villach geborene Alpinist gehört zu jener Generation von Alpin-Pionieren, die damals ins noch Unbekannte vorstießen. Ihm gelangen nicht nur erste Blicke in bisher verborgene Winkel der Welt, mit seinen Bergfilmen und Büchern ermöglichte er diese Blicke auch einem breiteren Publikum. Er ist einer der Begründer des dokumentarischen Bergfilms, wurde vielfach ausgezeichnet und filmte als „Kameramann der Achttausender“ etliche Expeditionen auf die höchsten Berge der Welt. Wenn andere am Gipfel erschöpft niedersanken, fing er mit ruhiger Hand die umliegende Gipfelwelt mit seiner Kamera ein.

Schwarzer Sommer am K2
Diemberger und seine Bergpartnerin Julie Tullis bildeten das „höchste Filmteam der Welt“. Mit ihr erreichte er im August 1986 auch den Gipfel des K2 – es sollte ihr letztes gemeinsames Unterfangen werden. Ihre Partnerschaft endete am K2 in einer unfassbaren Tragödie. Innerhalb weniger Tage verlieren am „Berg der Berge“ 13 Alpinistinnen und Alpinisten ihr Leben. Eine Gruppe internationaler Bergsteiger, unter ihnen die Österreicher Alfred Imitzer, Hannes Wieser, Willi Bauer und Kurt Diemberger, gerät auf über 8.000 Metern in einen mehrtägigen Sturm. Orkanartige Winde, extremer Schneefall, bittere Kälte, keine Nahrung, kein Gas, kaum Wasser. Die Bergsteiger warten tagelang im höchsten Lager auf eine Wetterbesserung, die nicht kommt. Am Ende überleben nur zwei: Willi Bauer und Kurt Diemberger – beide schwer gezeichnet, mit erfrorenen Fingern und Zehen, körperlich und seelisch für ihr Leben gezeichnet.
Kurt Diemberger und das Quantum Glück
„Ich hatte das Glück, das man braucht, um aus noch so gefährlichen Situationen unbeschadet herauszukommen. Es braucht nicht nur das Können und die Erfahrung, sondern auch dieses Quantum Glück, das man nicht verspielen darf“, sagt der heute 94-Jährige. Wie schnell dieses Quantum Glück verloren gehen kann, erlebte er nicht erst bei der Katastrophe am K2, sondern schon fast 30 Jahre früher: Nur kurz nach ihrer erfolgreichen gemeinsamen Erstbesteigung des Broad Peak erklommen Diemberger und sein „Klettervater“ Herman Buhl die Chogolisa, einem Siebentausender im Karakorum. Beim Abstieg im dichten Nebel stürzte Buhl, nur wenige Meter hinter Diemberger, mit einer Wechte ab. Nur aufgrund eines Fehlers – die beiden waren nicht angeseilt – wurde Diemberger nicht mit in den Tod gerissen. Glück und Tod, Sieg und Niederlage waren auf den höchsten Bergen der Welt immer die Weggefährten von Kurt Diemberger.
TV-Tipp
ServusTV zeigt das packende Porträt des Ausnahme-Alpinisten am Montag, den 16. März 2026, ab 20:15 Uhr in Österreich. Im Anschluss ist der Film in der Medathek bei ServusTV On verfügbar.


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