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Bergwelten-Hüttenwoche am Achensee, Tag 3

Seitenwechsel: Vom Rofan ins Karwendel

23. Juni 2022

Der heutige Tag fängt für alle Beteiligten etwas anders an: Daniel, Katrin und Isabelle haben die letzte Nacht auf der Erfurter Hütte verbracht und sind, ein bisschen wehmütig, mit der Rofanbahn ins Tal gefahren. Mesi, Riki und Amelie sind aus verschiedenen Orten in Österreich angereist. Endlich komplett starten wir am Atoll Achensee, dem neuen Freizeitzentrum in Maurach und direkt am See, in den Tag. Während die einen noch einen Adrenalin-Kick vom Vortag haben, warten die anderen schon sehnsüchtig auf die heutigen Erlebnisse.

Der Gaisalmsteig von der Gaisalm nach Pertisau
Foto: Daniel Kubera
Der Gaisalmsteig von der Gaisalm nach Pertisau
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Der Achensee, auch das Meer Tirols genannt, ist unser erstes Ziel. Eigentlich wollten wir an unserem dritten Tag den aktuell 19 Grad kalten Bergsee mit dem SUP überqueren, doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Der größte See Tirols und gleichzeitig Grenze zwischen Karwendel-Gebirge und den Brandenberger Alpen bietet sich für die verschiedensten Arten der Freizeitgestaltung an: Die einen erfrischen sich beim Schwimmen oder umlaufen ihn auf einer Halbmarathon-Strecke von rund 23,2 km. Die anderen, genau genommen wir, machen eine Schiffrundfahrt, steigen bei der Gaisalm aus und wandern gemütlich am Seeufer zurück nach Pertisau. Der Gaisalmsteig führt von Achenkirch bzw. der Gaisalm bis nach Pertisau.

Die zahlreichen karibisch-blauen Buchten laden zum Baden und Planschen ein. „Wie in Kroatien“, meint Katrin, während wir uns kurz von den kleinen Wellen hypnotisieren lassen. Auch wenn der Steig als relativ einfach beschrieben ist, langweilt er nie. Eher schmal, mit vielen Wurzeln und Steinen verläuft er immer mit einem kleinen Abfall zum Ufer und bildet eine magische Grenze zwischen dem See und den Bergen.

Von Pertisau geht es mit den E-Bikes zur Gramaialm
Foto: Daniel Kubera
Von Pertisau geht es mit den E-Bikes zur Gramaialm

Nach 4 Kilometern Wandergenuss in Pertisau angekommen, erwarten uns E-Bikes, die uns zur neuen Unterkunft, der Gramai Alm bringen sollen. „Eini und dann hinten seht ihr sie eh, die Alm“, lauten die Anweisungen. „Und den Turbo nicht beim Losfahren einschalten.“ Und schon geht es los, durch Pertisau und immer dem gut beschilderten Weg 463 entlang.

8 km sind es durch das Falzthurntal bis zur Gramai Alm im Naturpark Karwendel. Nach einiger Zeit lugt auch schon das Lamsenjoch von oben hervor. Es gilt als der Eingang ins weitläufige und schroffe Gebiet des Karwendel und ist Ausgang der klassischen Karwendeldurchquerung.

Der Naturpark Karwendel ist mit einer Fläche von 739 km² das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Er beginnt im Süden, gleich hinter Innsbruck, auf der bekannten Nordkette wird im Westen bei Mittenwald und Seefeld begrenzt und zieht sich im Norden von Wallgau über das wunderschöne Vorderriß und den Sylvensteinstausee.

Die Gramai Alm im Karwendel
Foto: Riki Daurer, alpinonline
Die Gramai Alm im Karwendel

Wir befinden uns an seiner östlichen Grenze und haben somit vom Rofan ins nächste Gebirge gewechselt. Das Karwendel ist nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet, sondern auch für seine anspruchsvollen bergsteigerischen Ziele bekannt. Eines davon sehen wir nun: unser Ziel für morgen, das Sonnjoch, dessen felsige und schroffe Felswand gleich neben der Gramaialm emporragt. Mehr davon aber morgen. Heute lassen wir den Abend auf der Gramaialm ausklingen.

Fast kitschig auf diesem Almboden mit dem imposanten Karwendel im Hintergrund, den dunklen Regenwolken über uns und einem besonderen Streichelzoo – mit Ziegen, Mini-Schweinen und einer besonderen Hennenart – vor uns genießen wir einen kleinen Appetizer. Es gilt Appetit für das anscheinend legendäre Abendessen aufzusparen. Na, da sind wir mal gespannt! Und auch aufs Wetter, denn das soll morgen wieder prächtig werden.

5 Tipps  der Redaktion:

  • Die Achensee-Umrundung kann man nach eigenem Wunsch abkürzen. Einfach an den Haltestellen der Achensee Schifffahrt starten oder mit dem Schiff retour fahren.
  • Der Gaisalmsteig eignet sich vor allem auch an heißen Tagen – mit einem Sprung ins kühle Nass in einer der vielen Buchten.
  • Auch wenn man mit dem Auto bis auf die Gramai Alm fahren kann, schöner ist es zu Fuß oder per Bike. Hier führt ein zweiter Weg in das Tal. Dieser ist auch für Kinderwagen und -hänger geeignet.
  • Auf der Gramai Alm kann man nicht nur wunderbar essen, sondern auch eine Auszeit im DaySpa mit Naturbadeteich und Sauna-Landschaft genießen.
  • Das Atoll Achensee bietet sowohl In- und Outdoor-Schwimmbereiche. Somit bietet es sich als Programmpunkt für jedes Wetter an. 

 

Die Redaktion bedankt sich bei Tatonka für die Ausstattung und bei Achensee Tourismus für die Organisation dieser Hüttenwoche.

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