Drei Tage Klettern – so abwechslungsreich wie nur möglich.
Vielfältig: Die Weißsee Gletscherwelt
Von der Talstation am Enzingerboden gelangt man per Gondel direkt ins hochalpine Kletterparadies. Der „Little Yosemite“-Klettergarten ist von der Bergstation innerhalb von 45 Minuten zu Fuß zu erreichen und wartet mit über 20 Routen im Schwierigkeitsgrad 5a bis 7a+ auf. Am ebenfalls 45 Minuten entfernten Fürlegg-Pfeiler ist neben Sportklettern außerdem auch cleanes Alpinklettern möglich. Allein die Zustiege zu den Kletterspots zahlen sich schon aus – einzigartige Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und Gletscher sind hier inklusive.
Das Terrain der Hohen Tauern ist vielfältig – die Möglichkeiten aber auch sehr witterungsabhängig. Mitte Juni lag rund um den Weißsee noch recht viel Schnee und so waren wir leider etwas eingeschränkt. Gut, dass es auch Tal-Kletterspots gibt. Am Übungsplatz der Bergrettung können wir noch ein paar Routen in Angriff nehmen. Das sogenannte „Reservoir“, das talauswärts auf der rechten Seite liegt und vom Parkplatz in weniger als zehn Minuten zu Fuß erreichbar ist, bietet ein Dutzend Routen im Schwierigkeitsgrad 4b bis 7c. Für die bis zu 20 Meter hohen Routen ist unser 60m Seil von Decathlon Simond ideal. Wir klettern auf griffigem Fels, stets mit Aussicht auf den türkis-blauen Stausee des Enzingerbodens.
Klassiker: Die Ewigen Jagdgründe
Im Talschluss des Zillertals erwartet uns ein Klettergebiet der Extraklasse. Alleine an den Ewigen Jagdgründen, einem von mehreren Klettergärten in der Umgebung, befinden sich innerhalb weniger Gehminuten ganze sechs Sportkletter-Sektoren. Wir parken auf einem der ausgewiesenen Stellplätze und testen „Wig und Wam“, den „Häuptling“ sowie den „Wächter“, wo insgesamt 115 Routen zwischen 4a und 8c+ angelegt sind. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei und die riesigen Felstürme, die Almweiden und Wildwasser umgeben, sind rein visuell schon sehr ansprechend. Hier zahlt es sich auf jeden Fall aus, gut ausgerüstet, also mit den passenden Kletterschuhen und einem Print-Kletterführer, anzureisen, um den Überblick zu behalten.
Unsere Ausrüstung ist von Decathlon Simond und besteht aus einem 60 Meter Seil, insgesamt zwanzig kurzen und langen Expressschlingen, Chalkbags für den nötigen Grip, einem Tuber zur Sicherung, einem Damen- und einem Herrenklettergurt sowie griffigen Kletterschuhen, Kletterhelmen und Rucksäcken, in denen wir alles gut verstauen können.
Am dritten Tag fahren wir mit der Rofan Seilbahn vom Achensee hoch ins Rofangebirge. Von der Bergstation aus können wir mit dem Fernglas schon unser Ziel erspähen: Den 2.067 Meter hohen Rotspitz. Innerhalb einer Stunde erreichen wir über einen Steig (Trittsicherheit erforderlich!) die Südwand des ausgesetzten Gipfels. Klettern ist hier auf insgesamt 30 Routen im Schwierigkeitsgrad 4b bis 7a+ möglich. Die meisten davon sind mit Bohrhaken versicherte Mehrseillängen, manche sind aber auch im alpinen Stil möglich. Ein Klettergurt mit genügend Schlaufen für das benötigte Equipment ist Pflicht. Der Fels ist durchwegs sehr schroff und zum Teil auch locker. Erfahrung im Felsklettern ist definitiv erforderlich. Wir klettern eine versicherte Sportkletterroute im Grad 4b und lassen dabei den Blick vom Felskamin neben uns über die Latschen-bewachsenen Hänge hinunter auf den tiefblauen Achensee schweifen. Danach besteigen wir noch den Gipfel und genießen die Weitsicht über das Inntal und das Karwendelgebirge bis hin nach Bayern. Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg und am Ende kehren wir noch in die Erfurter Hütte an der Bergstation ein, bevor es wieder zurück ins Tal geht.