
Hohe Literatur: 5 Outdoor- und Berg-Bücher, die sich lohnen
Foto: Edition Raetia
von Sissi Pärsch
1. Lois Heckenblaikner: „Hinter den Bergen“
Lois Heckenblaikner (Jahrgang 1958) stammt aus dem Alpbachtal, reiste aber über Jahrzehnte durch die Weltgeschichte, vor allem durch Asien. Für „Hinter den Bergen“ setzte er sich wieder intensiv mit seiner Heimat auseinander. Das Buch präsentiert in Bilderpaaren die massiven Umbrüche, die die Bergwelt in den vergangenen Jahrzehnten durchlebt hat.
Der Tiroler stellt seine Farbfotografien den Schwarz-Weiß-Aufnahmen des bereits verstorbenen Armin Kniley gegenüber. So bekommen wir auf der einen Seite Szenen einer Nutzlandschaft zu sehen, die bis zu sechs Jahrzehnte zurück liegen: unromantisierte Aufnahmen des rauen Alltags im Gebirge. Dem gegenüber stehen die Bilder von Heckenblaikner, die in ihrer Komposition dem Gegenüber ähneln – und dabei etwas vollkommen anderes darstellen. Links die einfache Bauernwelt, rechts die Konsumkultur. Links dicht gedrängt die Kühe, rechts dicht gedrängt die Autos. Links wird der Acker bearbeitet, rechts der Après-Ski-Müll eingesammelt. Links wird die frisch geschlachtete Sau ‚behandelt’, rechts die Dame im Wellnesstempel.
Bei jedem Umblättern eine Überraschung, ein Lacher, ein Kopfschütteln, ein Reflektieren. Ein wirklich beeindruckendes, intelligentes Werk!
2. International Mountain Summit: „Der Atem der Berge“
Das Best-Of-Werk zeigt fantastische Bergbilder von den Alpen bis nach Äthiopien, von den Lofoten bis nach Ladakh. Begleitet werden die doppelseitigen Aufnahmen von kurzen Erklärungen der Fotografen zu Ort und Entstehungsgeschichte. Schade nur, dass man die entsprechenden Fotografen erst am Ende des Buches ausfindig macht – und dafür auch noch ein wenig suchen muss.
Die Bilder präsentieren die Faszination der Bergwelt – in allen Varianten, die Welt umspannend. Inspirierend und wahnsinnig schön anzusehen!
„Der Atem der Berge“ ist im
3. Debbie Pappyn: „Remote Hotels. Die schönsten Orte, um wirklich abzuschalten“
Zur puristischen Südtiroler Unterkunft gelangt man mit einem Fußmarsch, so manch anderer Platz fordert eine längere und beschwerlichere Anreise: In den Tiefen eines Nationalparks in Alaska liegt die Ultimate Thule Lodge. Vier Autostunden von der mongolischen Hauptstadt entfernt liegt in der Wildnis das Jalman Meadows Ger Camp. Oder man fährt mit dem Geländewagen in die marokkanische Sahara zum Camp Dar Azawad. Es finden sich aber durchaus auch ruhige Perlen in Apulien, Norwegen und Griechenland.
Ein wunderschönes Buch für alle, die das Außergewöhnliche abseits vom Trubel lieben.
4. Ingrid Runggaldier: „Frauen im Aufstieg. Eine Spurensuche in der Alpingeschichte“
Das massive 328 Seiten-Werk ist als historisches Gesamtwerk aufschlussreich und die einzelnen Geschichten spannend und bewegend.
5. Robert Klanten, Sven Ehmann, Maximilian Funk: „Off the Road“
Das Buch erzählt die Geschichten dieser vielen Weltreisenden und ihrer fahrbaren Untersätze. Was treibt die Menschen an? Was treibt das Gefährt an? In Steckbriefen werden die Fahrzeug-Eckdaten aufgelistet, aber auch, was die Eigentümer ergänzt, verändert und umgebaut haben.
Wer schon mal an einem VW-Bus gebastelt hat, wird dieses Buch lieben – man muss ja nicht gleich auf Weltreise fahren!

Alpinwissen
Die liebsten Bergbücher der Redaktion
Zwei Feststellungen: 1) Bücher gibt es viele, sehr viele; 2) das Leben ist kurz, sehr kurz. Und weil man an den schönen Tagen schlussendlich auch noch Berge besteigen will, bleibt einem im Leben letztendlich nicht endlos viel Zeit zum Lesen, auch wenn man sich das manchmal wünschen würde. Zum Welttag des Buches haben wir in der Bergwelten-Redaktion deshalb 4 Buchtipps vom Berg und Tal gesammelt, mit denen du deine Zeit ganz bestimmt nicht verschwendest. Viel Vergnügen!

Alpinwissen

Lass dich inspirieren
Kletterstars werden oft nur anhand ihrer Siege in Erinnerung behalten. Ein neues Buch von Heiko Wilhelm stellt jetzt die Persönlichkeiten hinter den Erfolgen vor.

Lass dich inspirieren


