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Aus der Waldapotheke: die Harzsalbe

Tipps & Tricks • 24. Januar 2022

Wald tut gut! Er hilft uns „beim Durchatmen“, das Stresslevel zu senken und die Abwehrkräfte zu stärken. Denn die Waldluft ist angereichert mit wohltuenden ätherischen Ölen der Nadelbäume, die wir beim Atmen aufnehmen. Doch nicht nur die Waldluft tut gut – die „Waldapotheke“ birgt noch mehr Schätze. Wie das Harz der Nadelbäume: Seit jeher wird es in der Naturheilkunde eingesetzt und kann ganz einfach zu einer wohltuenden Harzsalbe verarbeitet werden. 

Die Harzsalbe kann bei Erkältungen als Brustbalsam, aber auch als Wund- und Zugsalbe verwendet werden
Foto: Valerie Jarolim
Die Harzsalbe kann bei Erkältungen als Brustbalsam, aber auch als Wund- und Zugsalbe verwendet werden

Baumharz: das Gold des Waldes

Harz ist ein Ausscheidungsprodukt von Nadelbäumen – wie Fichte, Kiefer oder Lärche – mit weißgelber bis rötlicher Farbe und leichtem Terpentingeruch. Es dient dem Baum als Wundverschluss und schützt ihn an der verletzten Stelle vor eindringenden Krankheitserregern.

Genau deshalb werden dem Harz – und der daraus hergestellten Salbe – in der Volksmedizin antiseptische, antibakterielle, wundheilende sowie durchblutungsfördernde, schleimlösende und schmerzlindernde Eigenschaften zugesprochen. Zu den traditionellen Einsatzgebieten zählen Atemwegserkrankungen, Hautleiden und Rheuma. 

Aufgrund seiner vielen Eigenschaften wird das Harz der Nadelbäume in der Naturheilkunde hoch geschätzt
Foto: Valerie Jarolim
Aufgrund seiner vielen Eigenschaften wird das Harz der Nadelbäume in der Naturheilkunde hoch geschätzt

Harzsalbe selber machen

Die wohltuende Wirkung des Harzes auf die Atemwege kann man sich ganz einfach mit einer selbst gemachten Salbe aus Fichtenharz zunutze machen. Sie wird bei Erkältungen, Schnupfen und Husten wie ein Balsam auf Brust und Rücken aufgetragen, um so das freie Durchatmen zu erleichtern. Bei der Anwendung auf der Haut ist die Salbe übrigens auch eine gute Wund- und Zugsalbe. Gerade im Winter ist die Salbe bei trockener, rissiger Haut und spröden Lippen eine Wohltat.

Harz sammeln

Beim Sammeln des Harzes muss darauf geachtet werden, die „Wunde“ des Baumes nicht erneut aufzureißen und immer nur so viel zu nehmen, wie man gerade wirklich braucht. Die Harzstückchen können das ganze Jahr über an verwundeten Stellen gesammelt werden. Dazu „pflückt” man einzelne Tropfen vom Baum. Entweder mit den Fingern oder vorsichtig mit einem Messer oder einem Holzstückchen. Transportieren kann man das Harz am besten in einem kleinen Glas, weil es in den Fingern schnell schmilzt und sehr klebrig ist.

Die DIY-Harzsalbe ist im Handumdrehen gemacht
Foto: Valerie Jarolim
Die DIY-Harzsalbe ist im Handumdrehen gemacht

Zutaten für einen kleinen Tiegel Harzsalbe

  • 50 ml Olivenöl (alternativ Sonnenblumen- oder Mandelöl)
  • 2 EL Fichtenharz
  • 4 g Bienenwachs (vegan 2 g Carnaubawachs)
  • optional auch 2 TL getrocknete Kräuter (Thymian oder Salbei)

Zubereitung

Harz mit Olivenöl (und optional den Kräutern) im heißen Wasserbad erwärmen, bis sich das Harz vollständig auflöst. Harzöl durch ein Tuch-, Kaffee- oder Teefilter abseihen, um etwaige Rindenteile und Schmutz vom Harz aufzufangen. Bienenwachs im heißen Wasserbad schmelzen lassen und Harzöl zugießen. Gut verrühren und noch im flüssigen Zustand in Tiegel füllen. Mit Inhalt und Datum beschriften und erst verschließen, wenn die Salbe ausgehärtet ist. Die Harzsalbe ist rund zwölf Monate haltbar und auch für Kinder gut geeignet. 

Tipp

Das Harz eignet sich als heimischer Weihrauchersatz auch ganz hervorragend zum Räuchern. Es hat einen angenehm balsamischen, kräftigen, leicht süßlichen Duft.

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