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Foto: Christina Schwann, ökoalpin
Weitwandern

Alpenüberquerung von Wien nach Nizza

• 16. März 2023
3 Min. Lesezeit

Wer ein Projekt wie die Alpenüberquerung von Wien bis nach Nizza ins Auge fasst, sollte sich viel Zeit nehmen. 3,5 Monate wird man unterwegs sein um die rund 1.900 Kilometer zu bewältigen. Außerdem braucht es viel an Bergerfahrung, sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, darf sich aber auf ein Abenteuer der ganz besonderen Art freuen.

Die Alpen stellen das höchste Gebirge in Mitteleuropa dar und erstrecken sich in einem bis zu 250 Kilometer breiten Bogen vom Ligurischen Meer bis zum Pannonischen Becken. Sie sind ein unglaublich vielfältiger Landschafts- aber auch Kultur- und Wirtschaftsraum. Wer sich diese Räume zu Fuß erwandert, wird mit Eindrücken von unschätzbarem Wert belohnt werden.

Landschaft und Kulinarik, aber auch Kultur und Geschichte prägen die Alpenüberquerung von Wien nach Nizza.
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Wohl überlegte Planung

Tatsächlich gibt es für die Alpenüberquerung von Wien nach Nizza nicht die EINE Route. Vielmehr obliegt es jedem selbst, mit Erfahrung und Gespür die beste Strecke für sich zusammen zu stellen. Ideal ist jedoch, wenn man sich an bestehenden Weitwanderwegen orientiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt meist gute Führerliteratur, die Wege sind vor Ort beschildert und markiert und die Tagesetappen enden meist bei einer Hütte oder im Tal, wo es ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

Außerdem sollte man bedenken, dass man ganz schön lange unterwegs sein wird, um das Meer bei Nizza zu erreichen. Wer erst im Juli aufbricht, schafft es daher nicht vor Mitte Oktober am Ziel anzukommen. Andererseits sind bei einem Aufbruch im Mai viele Alpenpässe noch schneebedeckt, was Übergänge erschwert oder sogar gefährlich macht. Wer nicht nur im Zelt oder in Winterräumen übernachten und Proviant mitschleppen möchte, muss seine Zeitplanung zudem an die Hüttenöffnungszeiten anpassen. Die meisten höher gelegenen Hütten öffnen nicht vor Mitte/Ende Juni.

Weitwanderwege sind gut beschildert. Achten sollte man auf die Hüttenöffnungszeiten sowie auf Schneefelder, die mitunter gefährlich werden können.

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Zusammenstellen der Route

Nordalpenweg

Für den ersten Teil des Weges bietet es sich an, dem Nordalpenweg 01, dem Österrreichischen Fernwanderweg Nr. 1, zu folgen. Dieser führt in seiner Gesamtlänge vom Neusiedler See bzw. vom Wienerwald durch die nördliche Kalkzone der Ostalpen bis zum Bodensee. Von Wien aus wandert man auf diesem Weg durch den Wienerwald in Richtung Schneeberg und weiter ins Hochschwabgebiet und ins Gesäuse, das als „Universität des Bergsteigens“ bekannt ist.

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    Salzsteigweg

    Im Gesäuse wechselt man auf den Salzsteigweg 09. Auch das ist einer der 10 Österreichischen Fernwanderwege und führt in seiner Gesamtlänge vom Sternstein im östlichen Böhmerwald bis nach Arnoldstein. Dem Salzsteigweg folgt man bis Villach.

    Südalpenweg und Karnischer Höhenweg

    Bei Villach an der Grenze zu Slowenien verlässt man den Salzsteigweg und hält sich westwärts. Hier stößt man auf den Südalpenweg 03, der von Bad Radkersburg bis nach Bozen führt. Der Abschnitt über den Karnischen Kamm ist auch als Karnischer Höhenweg bekannt, der nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch als „Friedensweg“ an die Gräueltaten des Ersten Weltkriegs erinnert. Wunderschön geht es dann mitten durch die Dolomiten, immer noch am Südalpenweg, bis nach Bozen.

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    Durch die Gebirgsgruppen im Süden

    Auch auf dem weiteren Weg folgt man bestehenden Wegen, denen man aber nicht immer als komplettem Weitwanderweg für eine lange Strecke folgen kann. Von Bozen geht es erst eimal durch den Vinschgau in die Ortler Gruppe, weiter durch die Livigno Alpen und die Bernina Gruppe. Mit dem Comersee und dem Lago Maggiore stehen zwei weitere Highlights am Programm.

    Grande Traversata delle Alpi und Via Alpina

    Im Piemont trifft man schließlich auf die Grande Traversata delle Alpi (GTA), die sich auf mehr als 1.000 Kilometern Weglänge über den gesamten Piemontesischen Westalpenbogen zieht. Auf ihr wandert man durch die Walliser Alpen, die Grajischen Alpen, die Cottischen Alpen und die Seealpen und schließlich durch die Ligurischen Alpen. Die GTA ist eigentlich nicht schwierig, aber es braucht ein gutes Gespür für die Orientierung, da die Wege nicht immer gut beschildert sind und zum Teil kein eindeutiger Wegverlauf zu erkennen ist.

    Ein großer Teil dieses Wegabschnittes ist ident mit der Via Alpina. Im Bereich vom Wallis bis zu den Seealpen mit dem Blauen Weg der Via Alpina, zum Schluss wechselt man auf den Roten Weg. Kurz bevor die Via Alpina nach Monaco abzweigt, verlässt man sie und wandert ins nahe Nizza und damit zum Endpunkt der Alpenüberquerung.

    Am Ziel angekommen - Nizza
    Foto: Arno Smit, unsplash
    Am Ziel angekommen - Nizza

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