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Skitouren: Die richtige Spitzkehren-Technik

• 21. Januar 2022

Bei einer Skitour kann es so steil werden, dass eine Richtungsänderung beim Aufstieg nicht mehr mit einem gemütlichen Bogen möglich ist, sondern eine sogenannte Spitzkehre erforderlich wird. Wir zeigen euch im Video, wie sie funktioniert.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Spitzkehren-Varianten. Die im Video demonstrierte Technik ist gewissermaßen der Vater aller Spitzkehren: Sie funktioniert bei allen Verhältnissen und in jeder Situation. Deshalb sollte sie von jedem Skitourengeher sicher beherrscht werden.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Zerlegen des Spitzkehren-Ablaufs in Einzelschritte. Jeder von ihnen wird beim Üben Schritt für Schritt bewusst langsam durchgemacht. So findet man heraus, wo die eigenen Stärken und Schwächen (Beweglichkeit, Gleichgewichtssinn, ...) liegen und kann gezielt daran arbeiten.

Skitourengeher bei einer Spitzkehre
Foto: mauritius images / Klaus Kranebitter
Skitour: Spitzkehren-Technik im freien Gelände
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Die einzelnen Schritte der Spitzkehren-Technik

1. „Parkplatz“ austreten

Unmittelbar vor der Spitzkehre bleiben wir nicht in der steilen Querung stehen, sondern richten uns einen ebenen (hangparallelen) Platz her. Das heißt: Wir treten eine stabile kleine Plattform fest, auf der wir sicher „umdrehen“ können.

2. Mit den Stöcken abstützen 

Der Oberkörper dreht sich zum Hang. Mit beiden Stöcken stützen wir uns im Schnee ab, um das Gleichgewicht besser halten zu können.

3. „Scheibenwischer“ mit dem Bergski

Stehen wir stabil, drehen wir den Bergski „scheibenwischerartig“ um 180 Grad in die neue Aufstiegsrichtung. Hier ist vor allem Beweglichkeit im Hüftgelenk gefragt, denn Ziel ist es, den Ski wieder direkt – also möglichst nahe – neben den anderen in den Schnee zu setzen. Idealerweise befinden sich die Skischuhe jetzt auf einer Höhe.

4. Stöcke umsetzen 

Der Oberkörper dreht sich nun in die neue Aufstiegsrichtung. Die Stöcke werden umgesetzt: Einer wird talwärts circa auf Höhe der Skispitze und einer hangaufwärts so in den Schnee gesteckt, dass wir unser Gewicht stabil darauf abstützen können

Skitourengeher auf der Ruderhofspitze im Gipfelbereich
Foto: mauritius images / Bernd Ritschel
Typisches Spitzkehren-Gelände im Gipfelbereich der Ruderhofspitze in den Stubaier Alpen

5. Gewicht verlagern

Jetzt beginnt die entscheidende Phase: Wir stützen uns auf den Stöcken ab und verlagern das gesamte Gewicht auf den soeben umgesetzten Ski, also den künftigen Talski. Diese Gewichtsverlagerung erfolgt ganz behutsam und geschmeidig – keinesfalls als ruckartiger Kraftakt.

6. Ski umsetzen

Wenn wir stabil stehen, haben wir alle Zeit der Welt, den zweiten Ski in die neue Aufstiegsrichtung umzusetzen. Dieser Ski wird aber nicht „scheibenwischerartig“ bewegt, sondern elegant eingefädelt. Das geht allerdings nur, wenn die Skispitze nach oben Richtung Knie pendeln kann.
Wie einfach das geht, hängt unter anderem vom Montagepunkt der Bindung am Ski ab. Manchmal pendelt die Spitze hoch, sobald sich die Ferse dem Allerwertesten nähert, manchmal muss der Ski mit der Ferse etwas weggestoßen werden (davon kommt die Bezeichnung „Kickkehre“).

7. Entspannt weitergehen

Den Ski stabil in den Schnee stellen, durchatmen und ruhig weitergehen. Zumindest bis zur nächsten Spitzkehre.

Tipp

Nehmt euch Zeit, den Ablauf in Ruhe zu üben, und beobachtet / kritisiert euch gegenseitig. Nach kurzer Zeit werdet ihr Meister der Spitzkehre sein! Natürlich lernt man auch – und besonders schnell – vom Bergführer seines Vertrauens.

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