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Skitouren: Zur richtigen Spitzkehren-Technik

Tipps & Tricks • 24. Januar 2018
von Peter Plattner

Bei einer Skitour kann es beim Aufstieg mit den Fellen irgendwann so steil werden, dass eine Richtungsänderung nicht mehr mit einem Bogen gemacht werden kann, sondern eine sogenannte Spitzkehre erforderlich wird. Wir zeigen euch im Video, wie das funktioniert.

Es gibt mehrere Varianten der Spitzkehre, die im Video demonstrierte Technik ist aber gewissermaßen der Vater aller Spitzkehren: Sie funktioniert bei allen Verhältnissen und in jeder Situation. Deshalb sollte sie von jedem Skitourengeher sicher beherrscht werden.

Ein Schlüssel zum Erfolg besteht im Zerlegen des Ablaufs in Einzelabschnitte. Jeder Punkt wird beim Üben Schritt für Schritt bewusst langsam durchgemacht. So findet man auch heraus, wo die eigenen Stärken (Beweglichkeit, Gleichgewicht, ...) und Schwächen (ungünstige Bindung, ...) liegen.

Skitour: Spitzkehren
Foto: argonaut.pro
Richtungswechsel: Aufstieg in Spitzkehren

Die einzelnen Schritte der Spitzkehren-Technik im Überblick

1. „Garage“ austreten

Unmittelbar vor der Spitzkehre bleiben wir nicht in der steilen Querung stehen, sondern richten uns einen ebenen (hangparallelen) Platz her. Das heißt: Wir treten eine stabile kleine Plattform fest, auf der wir sicher „umdrehen“ können.

2. Mit Stöcken abstützen

Der Oberkörper dreht sich zum Hang. Mit beiden Stöcken stützen wir uns im Schnee ab, um das Gleichgewicht besser halten zu können.

3. „Scheibenwischer“ mit Bergski

Stehen wir stabil, drehen wir den Bergski „scheibenwischermäßig“ um 180° in die neue Aufstiegsrichtung. Hier ist vor allem Beweglichkeit im Hüftgelenk gefragt, denn Ziel ist es, den Ski wieder direkt neben den anderen in den Schnee zu setzen. Idealerweise befinden sich die Skischuhe jetzt nebeneinander auf einer Höhe.

4. Stöcke umsetzen

Der Oberkörper dreht sich nun in die neue Aufstiegsrichtung. Die Stöcke werden umgesetzt: Einer wird cirka auf Höhe der Skispitze und einer hangaufwärts so in den Schnee gesteckt, dass wir unser Gewicht stabil darauf abstützen können.

Skitour: Spitzkehren
Foto: argonaut.pro
Skitour: Spitzkehren-Technik im freien Gelände

5. Gewicht verlagern

Jetzt beginnt die entscheidende Phase: Wir stützen uns auf den Stöcken ab und verlagern das gesamte Gewicht auf den soeben umgesetzten Ski, also den künftigen Talski.

6. Ski umsetzen

Nun stehen wir bereits stabil und haben also alle Zeit der Welt, den zweiten Ski in die neue Aufstiegsrichtung umzusetzen. Dieser Ski wird nun aber nicht „scheibenwischermäßig“ bewegt, sondern elegant eingefädelt. Das geht allerdings nur, wenn die Skispitze nach oben Richtung Knie pendeln kann.

Wie leicht das geht hängt unter anderem von Bindung und Montagepunkt am Ski ab. Bei manchen pendelt die Spitze hoch, sobald sich die Ferse dem Allerwertesten nähert, bei anderen muss der Ski mit der Ferse etwas weggestoßen werden (daher der Name „Kickkehre“).

7. Entspannt weitergehen

Den Ski stabil in den Schnee stellen, durchatmen – und ruhig weitergehen. Zumindest: Bis zur nächsten Spitzkehre.

Skitour: Spitzkehren im Tiefschneehang
Foto: argonaut.pro
Skitour: Spitzkehren im Tiefschneehang

Tipp

Nehmt euch Zeit den Ablauf in Ruhe zu üben und beobachtet/kritisiert euch gegenseitig. Nach kurzer Zeit werdet ihr Meister der Spitzkehre sein! Natürlich lernt man auch – und besonders schnell – vom Bergführer seines Vertrauens.


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