Viertausender

Bergportrait: Lagginhorn (4.010 m)

Wissenswertes • 27. Mai 2019

Das Lagginhorn liegt in den östlichen Walliser Alpen, unweit der italienischen Grenze. Seine Besteigung gilt als vergleichsweise einfache Viertausender-Tour. Wir stellen euch den Berg im Detail vor.

Weissmiesgruppe: Bergwelt der östlichen Walliser Alpen
Foto: mauritius images / ClickAlps
Weissmiesgruppe: Blick in die Bergwelt der östlichen Walliser Alpen

Höhe und Lage

Das Lagginhorn ist 4.010 m hoch und liegt als Teil der Weissmiesgruppe in den östlichen Walliser Alpen, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt. Obwohl nur knapp über 4.000 Meter hoch, knackt das Lagginhorn gleich zwei Superlative: Es ist nämlich sowohl der nordöstlichste als auch der niedrigste Viertausender der Walliser Alpen. Wer das Lagginhorn besteigt, darf sich auf eine kurzweilige Blockkletterei am Grat und einen herrlichen Gipfelblick über das Weissmies, den gewaltigen Kamm vom Monte Rosa, die Berner Alpen, den Simplon und die Bernina freuen.

Geschichte

Erstmals bestiegen wurde das Lagginhorn 1856 von einer 9-köpfigen Seilschaft, darunter der Saaser Pfarrer Johann Joseph Imseng, sein Knecht Friedrich Joseph Andenmatten und sieben Begleiter. Vier von ihnen waren Briten. Mit ihnen kündigte sich das goldene Zeitalter des Alpinismus in den Westalpen an – und damit auch die Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Schweiz. Die Erstbesteiger erreichten den Gipfel über den Westgrat, der auch heute noch die Normalroute darstellt.

Das Lagginhorn im Überblick:

  • Höhe: 4.010 m
  • Lage: Weissmiesgruppe / Walliser Alpen
  • Talort: Saas-Grund
  • Stützpunkt: Weissmieshütte
  • Erstbesteigung: 1856
Das Lagginhorn in der Weissmiesgruppe in den östlichen Walliser Alpen
Foto: Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0/Engie
Das Lagginhorn (4.010 m) in der Weissmiesgruppe in den östlichen Walliser Alpen

Touren

Von der Weissmieshütte (2.726 m) folgt man zunächst dem begrünten Rücken in Richtung Nordosten zum Gletscherbach. Von hier geht es am Moränenrücken weiter aufwärts und in steilen Kehren hinauf zum markanten Grat. Auf Moränenschutt und Gletscherresten macht man weiter Höhenmeter und erreicht schließlich eine große Blockterrasse, von der aus man weiter in Richtung Norden aufsteigt und entlang des luftigen Grats endlich den Gipfelaufbau und in weiterer Folge den höchsten Punkt auf 4.010 m erreicht.

Wer aus Saas-Grund startet, fährt zunächst mit der Bergbahn nach Hohsaas auf und steigt dann weiter in Richtung Nordosten ab, um schließlich den Anstieg über Schutt und Platten anzutreten. Endlich wird zum Grat gequert, dann trifft der Aufstieg an der Blockterrasse auf die Route von der Weissmieshütte.

Wer das Lagginhorn von der Weissmieshütte aus in Angriff nimmt, muss mit rund 1.280 Höhenmetern im Aufstieg rechnen, von Hohsaas sind es circa 960 Höhenmeter.

Die Weissmieshütte im Detail:

Weissmiesshütte
Hütte • Wallis

Weissmieshütte (2.726 m)

Die Weißmieshütte des SAC unterhalb der Viertausender Lagginhorn und Wiesmies ist so etwas wie ein Dinosaurier aus einer anderen Zeit. Die 1995 sanft renovierte Schutzhütte liegt in einem Skigebiet. Dabei ist z. B. die alte Hütte, die heute als Schutzraum dient, eine der letzten erhaltenen Hütten aus der Gründerzeit. In der Früh und am Abend bzw. generell im Sommer spürt man die Bergbahnen jedoch kaum. Und sie haben ja auch Vorteile: so ist die Hütte in etwa 1 h von der Bergstation Hohsaas erreichbar.  Der Morgen und der Abend sind generell Zeiten, die auf bzw. vor der Weißmieshütte am schönsten sind: die Hütte liegt auf einem Aussichtsbalkon gegenüber der Mischabelgruppe mit ihren vielen Viertausendern wie Dom und Täschhorn.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Tourentipp:

Gut zu wissen

Das Lagginhorn hat den Ruf als „Seilbahn-Viertausender“. Durch die Aufstiegshilfen von Saas-Grund lässt sich die Hochtour problemlos an einem Tag durchführen. Das Lagginhorn mag dadurch ein vergleichsweise „einfacher“ Viertausender sein, dennoch – oder gerade deshalb – kommt es immer wieder zu Unfällen.

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