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Bergberuf: Was macht ein Nationalpark-Ranger?

Wissenswertes • 19. Oktober 2017

Nationalpark-Ranger beobachten die Pflanzen- und Tierwelt ihres Nationalparks, vermitteln Besuchern grundlegende Informationen dazu und stiften Bewusstsein für geschützte Naturräume. Was sie noch alles tun und wie man Nationalpark-Ranger wird, verraten wir euch in einem weiteren Beitrag unserer Kategorie Alpine Jobs.

Osttirol: Nationalpark-Ranger bei der Wildtierbeobachtung im Nationalpark Hohe Tauern
Foto: Nationalpark Hohe Tauern/Martin Lugger
Bei Kals am Großglockner in Osttirol: Nationalpark-Ranger mit Besucherin bei der Wildtierbeobachtung im Nationalpark Hohe Tauern

Was macht ein Nationalpark-Ranger?

Nationalpark-Ranger sind Botschafter von Schutzgebieten. Ihr Einsatzbereich sind Nationalparks, von denen es in Österreich insgesamt sechs international anerkannte gibt. Sie führen Personen durch die Schutzgebiete und vermitteln – sowohl draußen vor Ort als auch an Schulen und im Rahmen von Vorträgen – Wissenswertes zu Naturschutz, Tier- und Pflanzenwelt.

Darüber hinaus dokumentieren sie auch den Bestand von Fauna und Flora und achten auf etwaige Veränderungen des Naturraums. Damit sind Ranger sowohl Guides, denn sie führen interessierte Personen durch die Natur, als auch Beobachter und Hüter der Schutzgebiete. Sie sind gewissermaßen das Bindeglied in der Vermittlungskette zwischen Mensch und Natur.

Nationalpark Hohe Tauern: Nationalpark-Ranger am Wassererlebnisweg im Defereggental in Osttirol
Foto: Nationalpark Hohe Tauern/Martin Lugger
Nationalpark Hohe Tauern: Nationalpark-Ranger mit Besuchern am Wassererlebnisweg im Defereggental in Osttirol

Wie wird man Nationalpark-Ranger?

Seit 2010 gibt es eine bundesweit einheitliche Ausbildung für Nationalpark-Ranger. Der zertifizierte Lehrgang nennt sich „Österreichischer Nationalpark Ranger“ und nimmt insgesamt zwei bis drei Jahre in Anspruch. Darüber hinaus finden verpflichtende Fortbildungsveranstaltungen statt.

Die Ausbildung gewährleistet einen landesweit einheitlichen Qualitätsstandard der Ranger und findet je nach Bedarf der einzelnen Nationalparks statt. Im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern arbeiten gegenwärtig 15 Ranger, fünf von ihnen sind Vollzeit-Angestellte.


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Die Ausbildung umfasst folgende Themenbereiche:

  • Österreichischer Naturraum
  • Geschichte und Entwicklung der Nationalparks
  • Schutzgebietskategorien
  • Ökologische Zusammenhänge
  • Naturpädagogik
  • Rechtliche Grundlagen
  • Alpin- und Winterkurse
  • Wetterkunde
  • Erste Hilfe-Maßnahmen
  • Orientierung

Modul 1 ist das für alle österreichischen Nationalparks einheitlich geregelte und allgemeingültige Grundmodul. Es nimmt insgesamt 17 Tage in Anspruch.

Modul 2 baut auf Modul 1 auf und unterscheidet sich inhaltlich von Nationalpark zu Nationalpark. Es geht auf die ökologischen Besonderheiten der einzelnen Schutzgebiete ein und umfasst bereits 10 Praxistage. Insgesamt beträgt die Dauer des Aufbaumoduls 25 Ausbildungstage.

Nach Absolvierung von Modul 1 und 2 gibt es verpflichtend vorgeschriebene Fortbildungsveranstaltungen. Sie frischen den Wissensstand auf, erweitern ihn und bringen ihn auf den neuesten Stand. Mindestens zwei Fortbildungstage im Jahr muss jeder Nationalpark-Ranger absolvieren.

Nationalpark-Ranger und Bergführer Stefan Altenberger in Salzburger Schule
Foto: Stefan Altenberger
Der Nationalpark-Ranger und Bergführer Stefan Altenberger in einer Salzburger Schule

Was kann ein Nationalpark-Ranger – und was kann er nicht?

Ein Nationalpark-Ranger kennt die Grundlagen von Naturschutz, Zoologie, Botanik, Geologie und Ökologie. Er ist auf die Tätigkeit in seinem Nationalpark beschränkt, darf dort dafür sehr breit arbeiten: Von der Umweltbildung an Schulen über die Mitarbeit an Forschungsprojekten bis hin zur Instandhaltung von Wegen und Einrichtungen. Der Berufsalltag eines Rangers ist definitiv eins: abwechslungsreich!


Weitere Informationen rund um das Thema findest du unter: Nationalparks Austria

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