Du hast Lust auf einen Wintersport abseits der Skipiste? Wie wäre es dann zum Beispiel mit Powsurfen?
Powsurfen ist Snowboarden ohne Bindung. Diese Randsportart knüpft an das Bestreben der frühen Snowboardpioniere an, das Fahrgefühl vom Surfen und Skateboarden in den Schnee zu bringen. Die einzige Verbindung zum Brett besteht – wie beim Wellenreiten – in einer Leine (Leash), die verhindert, dass sich das Board selbstständig auf den Weg talwärts macht.
Es geht beim Powsurfen nicht darum, das Snowboarden oder Skifahren neu zu erfinden. Aber es ist eine spaßige Ergänzung, wenn es Neuschnee hat und es doch nicht der Tag für eine lange Skitour ist. Ohne Bindung zu fahren, bietet auch für erfahrene Snowboard-Freerider eine neue Herausforderung, eröffnet neue Perspektiven und verändert den Blick auf das Gelände. Aus kurzen Hängen werden anspruchsvolle Abfahrten und aus kleinen Hügeln große Spielplätze. Eine minimale Schneehöhe von zehn Zentimetern und ein zumindest leichtes Gefälle genügen, um erste Turns in den Schnee zu ziehen.
Beim Powsurfen kann man ohne Bindung und mit wenig Aufwand frischen Pulverschnee genießen. Die Voraussetzungen sind hier ein Powsurf-Hang mit moderater Steigung (20-30 Grad) und locker-flockiger Pulverschnee. Auch der Gefahrenfaktor ist relativ gering, sofern man sich nicht in lawinengefährdetes Gelände begibt. Übrigens: Schlepplifte dürfen Powsurfer wegen der fehlenden festen Verbindung zum Sportgerät nicht befördern. Heißt: Zuerst stapfen, dann schweben.
Du brauchst lediglich ein Paar Softboots für den richtigen Stand, ein Powsurfbrett (Powder Surfer) mit Fangriemen und einen Helm auf dem Kopf. Und los geht's!
Powsurfbretter haben Rillen auf der Unterseite (Channels), die für eine gute Lenkbarkeit sorgen, und eine rutschfeste Oberfläche (Grip Pads) für den Halt ohne Bindung.
Durch das Fehlen der Bindung verlangt Powsurfen vollen Körpereinsatz. Erst mal positionieren: in die Knie gehen und nach vorne lehnen. Mit den Zehenspitzen und der Ferse wird der Druck verlagert. Wie beim Wellenreiten fungiert der Oberkörper als Steuerrad. In der Theorie easy, in der Praxis enden die ersten Abfahrten nach einigen Metern oft auf dem Po - was im Pulverschnee aber sehr verkraftbar ist.
Mittlerweile führen große Hersteller wie Burton, aber auch kleine Spezialfirmen wie Äsmo oder Konvoi die Bretter im Sortiment (Kostenpunkt: ab 400 Euro).