Die Geschichte von Rother Bergverlag

Wie ein Buchhändler mit seinem Fahrrad die Alpinliteratur eroberte

Anzeige • 27. Mai 2020

Vor 100 Jahren machte sich Rudolf Rother senior mit seinem Fahrrad auf den Weg, um seine Bücher unter die Bergsteiger der damaligen Zeit zu bringen. Das war der Beginn einer vielfältigen Unternehmensgeschichte, die die Bergwelt bis heute prägt.

Rudolf Rother senior als Bergsteiger noch vor Verlagsgründung.
Foto: Rother Bergverlag
Rudolf Rother senior als Bergsteiger noch vor Verlagsgründung.

Am 16. November 1920 übernimmt Rudolf Rother senior den Bergverlag und benennt ihn um in „Bergverlag-Gesellschaft Rother und Co.“ – das war die Geburtsstunde des traditionsbewussten Unternehmens. Seine Motivation war es, „den Menschen im Tiefland Wege zu weisen zu den Höhen der sommerlichen und winterlichen Berge“ – ein Leitsatz, dem der Verlag bis heute treu geblieben ist.

Von den Alpen hinaus in die Welt

Rudolf Rother senior war schon damals bekannt für seine Überzeugungskraft und schaffte es damit, die wichtigsten Bergsteiger als Autoren für seine Alpinliteratur zu gewinnen. Mit seiner Ausrüstung zum Bergsteigen und Muster seiner Bücher machte sich der gelernte Buchhändler und Geschäftsmann auf seine erste Vertreterreise nach Deutschland, Österreich, Südtirol sowie in die Schweiz – und das auf seinem Fahrrad. Schnell machte er sich europaweit einen Namen und setzte auf ein breit gefächertes Verlagsprogramm.

1925 war der Verlag bereits auf 56 Mitarbeiter angewachsen.
Foto: Rother Bergverlag
1925 war der Verlag bereits auf 56 Mitarbeiter angewachsen.

100 Jahre – viele Ideen

Schon vor Jahrzehnten zeigte das Verlagsunternehmen, dass es keine Scheu davor hatte, außergewöhnliche Ideen auszuprobieren. Für große Furore sorgten die ab dem Winter 1925/26 stattfindenden Bergverlags-Skikurse. In den frühen 1930er-Jahren folgten drei Hotels und eine eigene Tankstelle. Abgesehen davon gründete der Verlag auch eine Filmabteilung und zahlreiche Zeitschriften, wie die „Deutsche Alpenzeitung“ oder die „Bayerische Funkwoche“.

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs musste die Verlagstätigkeit eingestellt werden. Am 7. Januar 1945 wird das Verlagsgebäude bei einer Bombardierung Münchens zerstört. Zwei Jahre später erhält Rother die Verkaufs-, 1949 auch die Verlagslizenz zurück. Dadurch konnte die Verlagstätigkeit wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Parallel dazu wurde das zerstörte Verlagsgebäude wieder aufgebaut. Rasch fand der Verlag zu seiner alten Form zurück.

1951 wartete Rudolf Rother senior mit dem ersten Band einer bahnbrechenden Reihe auf: dem Alpenvereinsführer Karwendel-Gebirge. Die Reihe der Alpenvereinsführer zählt seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigsten Informationsquellen für Wanderer und Bergsteiger.

Die ersten Bergverlags-Skikurse fanden ab dem Winter 1925/26 statt, die – mit Unterbrechungen – bis ins Jahr 1955/56 bestanden.
Foto: Rother Bergverlag
Die ersten Bergverlags-Skikurse fanden ab dem Winter 1925/26 statt, die – mit Unterbrechungen – bis ins Jahr 1955/56 bestanden.

Der erste Rother Wanderführer

1964 übernahm Rudolf Rother junior den Verlag und erkannte, wie sein Vater, frühzeitig Trends und richtete neue Publikationen darauf aus. Im Jahr 1985 erschien dann der erste Rother Wanderführer: Rund um die Zugspitze. Die Rother Wanderführer sind dabei mit ihrem unvergleichlichen Rot längst zum Markenzeichen bei Wanderern, Bergsteigern und Aktivurlaubern geworden. Die Reihe umfasst mittlerweile 400 Ziele – eine Gebietsabdeckung, die nur bei Rother zu finden ist. Von A wie Australien bis Z wie Zugspitze gibt es kaum ein Gebiet, das nicht dabei ist.

 

Der erste Rother Wanderführer erscheint im Jahr 1985: Rund um die Zugspitze.
Foto: Rother Bergverlag
Der erste Rother Wanderführer erscheint im Jahr 1985: Rund um die Zugspitze.

Tradition, die verpflichtet

Ende der 1980er Jahre endete die Ära von Rudolf Rother junior. Er verkaufte den Verlag an das Wiener Kartographieunternehmen freytag & berndt. Die ursprüngliche Motivation „Wege zu weisen“ ist selbstverständlich erhalten geblieben – und das auch noch nach 100 Jahren. Der Rother Bergverlag zeichnet sich dadurch aus, dass er für alle da ist, die gerne draußen aktiv sind. 

Ohne das richtige Team geht nichts

Was das Rother Team ausmacht, ist die Leidenschaft für Berge und Bücher. Mit viel Engagement und Kenntnis kümmern sich die wander- und outdoorbegeisterten Mitarbeiter um das vielfältige Programm. Dasselbe gilt natürlich auch für die 280 Rother-Autoren: Sie kennen ihre Gebiete wie ihre zweite Westentasche und teilen ihre Geheimtipps nur allzu gerne mit jedem Wander- und Bergliebhaber. Bunte Tourenvielfalt, sorgfältige Recherche und detaillierte Beschreibungen zeichnen jeden einzelnen Rother Titel aus.

Leidenschaft für Berge und Bücher – das prägt das Rother-Team.
Foto: Rother Bergverlag
Leidenschaft für Berge und Bücher – das prägt das Rother-Team.

Das Rother-Jubiläums-Jahr

Für das einzigartige Jubiläums-Jahr hat sich Rother einige Aktionen ausgedacht:

  • In drei Jubiläums-Wanderführern – „Alpen“, „Deutschland“ und „Sonnenziele am Mittelmeer und Atlantik“ – stellen Rother Autoren ihre jeweils 100 Lieblingstouren vor. Die unterschiedlichen Bände erscheinen im hochwertigen Sonderformat und die passenden Rother Touren App gibt es kostenlos dazu.
  • Das Rother Jubiläumsmagazin gibt spannende Einblicke in die Geschichte und Kuriositäten des Verlags, Tourentipps sowie jede Menge Know-how rund um das Thema Wandern.
  • Ein Gewinnspiel, um das 100-jährige Jubiläum zu feiern, darf natürlich auch nicht fehlen: Auf wanderglueck.rother.de gibt es jeden Monat tolle Preise zu gewinnen. Im November winken zudem drei großartige Reisen nach Mallorca, auf die Zugspitze und in den Schwarzwald als Hauptpreise!
Die ROTHER Jubiläums-Wanderführer

Die Unternehmensgeschichte von Rother Bergverlag hat vor 100 Jahren begonnen und wird bestimmt noch lange kein Ende finden. HIER geht es zur ausführlichen Verlagsgeschichte "100 Jahre Rother". 

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