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Tipps & Tricks

So pflegst du deinen Wanderschuh richtig

Anzeige • 11. August 2021

Mit Wanderschuhen in die Berge zu gehen, die nicht zuverlässig gegen Nässe und Kälte schützen, schmälert das Wandererlebnis deutlich – vor allem in der kalten Jahreszeit. Damit das nicht passiert und du lange Freude an deinem Wanderschuh hast, haben wir einige Tipps für die richtige Pflege, Imprägnierung und Lagerung von Wanderschuhen zusammengestellt.

Vor allem in der kalten Jahreszeit muss der Schuh dicht sein und warm halten.
Foto: Toomas Tartes on Unsplash
Vor allem in der kalten Jahreszeit muss der Schuh dicht sein und warm halten.
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1. Den Wanderschuh trocknen

Noch vor der Reinigung ist es wichtig, dass die Schuhe ordentlich getrocknet werden. Werden die Schuhe in feuchtem Zustand gelagert, können Lederschuhe rissig und spröde und in Folge undicht werden; Wanderschuhe, die Textilmaterialien beinhalten, können sogar schimmeln.

Auf diese Weise sorgt man für eine optimale Trocknung der Schuhe:

  • Lasche (Schuhzunge) weit öffnen bzw. nach vorne ziehen.
  • Schuhe an einen gut belüfteten, trockenen und schattigen Ort stellen – direkte Sonneneinstrahlung oder zu starke Hitze (z.B. neben dem Heizkörper) schadet dem Leder und kann den Schuh sogar schrumpfen lassen.
  • Keine Eile – das Trocknen kann bis zu zwei Tagen dauern. Spezielle Trockenstäbe, Trockensäcke oder auch mehrmals am Tag getauschtes Küchenpapier (KEIN Zeitungspapier) im Innenschuh können den Vorgang beschleunigen.

Tipp: Erst wenn der Schuh vollständig trocken ist, kann mit der eigentlichen Reinigung begonnen werden.

2. Den Wanderschuh außen reinigen

Vor der Imprägnierung und Pflege muss der Wanderschuh außen gereinigt werden

Zuerst werden Schnürsenkel und Einlegesohlen entfernt, damit man alle Stellen des Schuhs reinigen kann. Der Schuh wird dann mittels Bürste oder Lappen von groben Verunreinigungen befreit. Handelt es sich um besonders hartnäckige Verkrustungen, kann man den Schuh auch noch unter fließendes warmes Wasser halten, um den Schmutz zu entfernen.

Tipp: Den Schuh auf keinen Fall in die Waschmaschine stecken oder für die Außenreinigung Seife verwenden – sie schadet der Imprägnierung und beeinträchtigt die Funktionalität des Schuhs. Der Einsatz von speziellem Reinigungsmittel ist erst notwendig, wenn die herkömmliche Reinigung nicht funktioniert.

3. Den Wanderschuh innen reinigen

Für die Innenreinigung muss die Einlegesohle entfernt werden.

Der Schuh muss zunächst auch innen von groben Verschmutzungen wie z.B. Steinchen und Nadeln befreit werden. Das geht am einfachsten in getrocknetem Zustand, indem man die Einlegesohlen entfernt und den Schuh ausschüttelt. Gibt es noch feine Verschmutzungen, so soll der Innenschuh mit einem Schwamm (keine Bürste verwenden) und klarem, maximal lauwarmem Wasser gereinigt werden, damit das Innenfutter nicht beschädigt wird. Die Einlegesohlen werden je nach Material entweder gewaschen (Textil-Einlegesohlen bei 30 Grad und Handwäsche) oder – wenn sie aus Leder sind – auf gleiche Weise wie der Innenschuh gereinigt. Wurde der Schuh mit Wasser gereinigt, muss er danach natürlich wieder vollständig trocknen – siehe Punkt 1.

Tipp: Spezielle Hygienesprays, sogenannte Schuh-Deos, helfen gegen Fußschweiß und hartnäckige Gerüche.

4. Richtig imprägnieren

Beim Imprägnieren immer ausreichend Abstand halten.
Foto: Hanwag
Beim Imprägnieren immer ausreichend Abstand halten.

Eine Imprägnierung bewirkt, dass Feuchtigkeit nicht in den Schuh eindringt, die Nässe außen abläuft und sich nicht in Form eines Wasserfilms auf den Schuh legt. Sie erhöht auch die Atmungsaktivität des Schuhs und macht ihn resistenter gegen Verschmutzungen. Für die richtige Imprägnierung, die mittels Sprays aufgebracht wird, sind folgende drei Punkte zu beachten: Sie wird

  • vorzugsweise im Freien
  • mit ausreichend Abstand (ca. 30 cm)
  • und fein dosiert

aufgebracht. Sind nicht alle Ecken und Stellen des Schuhs mit dem Spray erreichbar, kann die Imprägnierung mit einem Lappen verteilt werden. Ihren optimalen Wirkungsgrad hat eine Imprägnierung meist erst nach 24 Stunden erreicht.

Tipp: Der Schuh sollte nach jeder Schlechtwetter-Tour frisch imprägniert werden, da sich die sogenannte Erst-Imprägnierung des Schuhs mit der Zeit abnutzt.

5. Zusätzliche Pflege

Bei Lederschuhen – Wachsen

Damit Leder nicht hart, spröde oder rissig wird, sollte es nach zwei bis drei Touren gewachst werden, da Wachs dem Material Elastizität und Geschmeidigkeit verleiht. Dafür sollte ein spezielles Schuhwachs und auf keinen Fall Öl oder Fett verwendet werden, da dies die Poren des Leders verstopft und die Atmungsaktivität beeinträchtigt.

Zur richtigen Pflege von Lederschuhen gehört regelmäßiges Wachsen.

So geht richtiges Wachsen:

  • Das Wachs sollte Raumtemperatur haben – auf keinen Fall erhitzen.
  • Wachs mit einem fusselfreien Lappen aus Baumwolle oder Kunstfaser oder mit einer weichen Bürste dünn auf die trockenen Schuhe reiben (einmassieren).
  • Das Wachs nur in einer dünnen Schicht auftragen, versteckte Winkel, beispielsweise an der Schuhzunge, aber auch Haken und Ösen, nicht vergessen.
  • Mit einem Lappen nachpolieren, vor allem bei Glattleder.

Tipp: Da Raulederarten wie Nubuk-, Spalt- und Veloursleder mit jedem Wachsen etwas glatter und dunkler werden (was die Funktionalität und Langlebigkeit des Schuhs aber keineswegs beeinträchtigt), kann man diese mithilfe einer speziellen Wildlederbürste wieder aufrauen.

Bei Schuhen mit Synthetik reicht der Imprägnierspray

Viele Wanderschuhe haben an der Außenseite des Schafts einen Materialmix aus Leder und Kunstfaser oder bestehen sogar vollständig aus Synthetikmaterial. Im Gegensatz zu Leder benötigen diese Schuhe keine Intensivpflege mit Wachs oder ähnlichen Pflegemitteln. In diesem Fall ist es ausreichend, einen Imprägnierspray zu verwenden, damit die Atmungsaktivität und Imprägnierung erhalten bleibt. Das gilt insbesondere für Gore-Tex-Schuhe.

6. Richtig lagern 

Nicht nur die Lagerung über den Winter, sondern auch die Lagerung zwischen den Touren ist für die Langlebigkeit und den Erhalt der Funktionalität der Schuhe wichtig. Gerne vergisst man darauf und so liegt der Schuh häufig lang im Kofferraum oder neben dem Heizkörper im Keller.

So sorgt man für eine korrekte Lagerung der Wanderschuhe:

  • Die Schuhe erst lagern, wenn alle Pflegeschritte erledigt sind. Das gilt insbesondere für die Lagerung über den Winter.
  • Die Schuhe unbedingt an einem trockenen und gut belüfteten Ort lagern.
  • Große Hitze meiden – die Schuhe dürfen nicht neben Heizkörpern oder Öfen oder im Kofferraum aufbewahrt werden.
  • Schuhe immer stehend lagern.
  • Ein Schuhbeutel schützt vor Staub.
  • Die Wanderschuhe sollten stets mit Schuhspannern aus Holz aufbewahrt werden, wenn sie länger nicht in Gebrauch sind. Auf diese Weise bleiben sie in Topform.

Tipp:In diesem Video erfahrt ihr im Detail, was bei der Pflege zu beachten ist. Weitere Tipps für die richtige Pflege und Verwendung von Wanderschuhen findet ihr unter hanwag.stories.

Hanwag – 100 Jahre Qualität und Know-how für innovatives Schuhwerk aus Bayern

Seit 1921 bis heute steht Hanwag für traditionelle Handwerkskunst in Kombination mit ausgereiftem technischen Know-how, kontinuierlicher Verbesserung, Langlebigkeit und Tradition. Seit 100 Jahren entstehen am Firmensitz in Vierkirchen bei München funktionale Berg- und Trekkingschuhe von höchster Qualität. Gemeinsam mit vielen erfahrenen Profi-Sportlern – Alpinisten, Trekkern und Bergführern – entwickeln die Hanwag-Schuhmacher und -designer innovatives Schuhwerk für den sportlichen Einsatz, perfektioniert bis ins kleinste Detail.
Hanwag bietet nicht nur eine große Palette unterschiedlicher Schuhmodelle, sondern hat auch zwanzig Spezialleisten entwickelt, um individuell auf die verschiedenen Füße eingehen zu können.

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