Strom durch Muskelkraft

Kraftwerk im Taschenformat: Der Crankmonkey von Powertraveller im Test

Produkttest • 4. Januar 2016
von Gerald Valentin

Smartphone, Kamera und Stirnlampe gieren speziell bei Kälte nach Energie. Ob dieser Hunger nach Strom mit einer kleinen Kurbel gestillt werden kann hat Gerald Valentin untersucht.
 

Der Crankmonkey von Powertraveller
Der Crankmonkey von Powertraveller

Powertraveller gilt als Experte für elektrische Ladegeräte. Die mobilen Solarpanels finden in allen Teilen der Erde ihre Anwendung, die externen Akkus zeigen sich für den rauen Einsatz am Berg gut geeignet. Mit dem Crankmonkey bietet der britische Hersteller nun die Möglichkeit Strom mit Hilfe eigener Muskelkraft zu erzeugen. Die Idee ist genial wie simpel zugleich. In einem robusten und wasserdichten Aluminiumgehäuse befindet sich ein kleiner Generator der über eine Handkurbel in Rotation versetzt wird. Die mechanische Leistung wird vom Generator in Strom umgewandelt und über einen USB-Port den Elektrogeräten zur Verfügung gestellt. Mit diesem Kraftwerk im Taschenformat soll die Stromversorgung unabhängig von Steckdose und Sonnenstrahlung sichergestellt werden.
 

Stromversorgung mit Hindernissen 

Eine mehrtägige Bergtour gab Gelegenheit den Crankmonkey in der Praxis zu testen. Die Anwendung ist kinderleicht: Gerät zusammenstecken, das elektronische Gadget über einen der mitgelieferten USB-Stecker verbinden und Kurbel drehen. So weit, so gut! Während des Kurbelns wurde an den Elektrogeräten zumeist auch ein Ladevorgang angezeigt, der wechselnde Widerstand der Kurbel irritierte. Die tatsächliche Wirkung blieb jedoch mehr als bescheiden. Im Endeffekt gelang es bei keinem der hungrigen Geräte den Akku maßgeblich aufzuladen.
In der nachfolgenden labortechnischen Untersuchung wurde nachgewiesen, dass der Crankmonkey eine Spannung von knapp 5 Volt erzeugen kann. An den Messinstrumenten war jedoch auch zu erkennen, dass die Stromerzeugung mit Drehzahl der Kurbel und Nennlast schwankt. Die Spannungsschwankungen werden von sensiblen Elektrogeräten aber nicht akzeptiert wodurch der Ladevorgang immer wieder unterbrochen wird und stets aufs Neue begonnen werden muss. Dadurch sinkt die Funktionalität des Ladegerätes fast gegen Null.
 
Hingewiesen wird auch darauf, dass mit der bereitgestellten Stromstärke von 1 Ampere die volle Aufladung eines Smartphones eine volle Stunde dauert. Um den Akku auf ein zum Telefonieren notwendiges Mindestmaß zu füllen wären – konstante Spannung vorausgesetzt – zehn Minuten ermüdendes Kurbeln notwendig.

Fazit: Innovatives Produkt mit hohem Nachbesserungsbedarf.
 

Infos:

Gewicht: 346 g
Preis: EUR 160

www.powertraveller.com
 
Hier gibt es alle Produkttests von Gerald Valentin.
 

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