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Bergwelten: „K2 – Zurück in die Vergangenheit“

7. Oktober 2015

Der Sommer 1986 gilt als der „schwarze Sommer“ der Bergsteigergeschichte: Binnen weniger Wochen starben am K2 13 Bergsteiger. Knapp 30 Jahre nach den Ereignissen machen sich Kinder der verunglückten Alpinisten zu einer Spurensuche ins Karakorum-Gebirge auf. In Begleitung der polnischen Regisseurin Eliza Kubarska offenbaren sie vor der Kamera ihre Trauer und Enttäuschung über den Verlust der Eltern, aber auch ihr Verständnis – sind doch einige von ihnen inzwischen selbst leidenschaftliche Bergsteiger.
 

Die Kinder der Verunglückten
Foto: ServusTV

Der österreichische Bergsteiger Kurt Diemberger beschreibt den K2 als perfekte Pyramide – als Berg, der von jeder Seite seine erhabene Form behält. Auch seine Bergpartnerin Julie Tullis schwärmte vom „Big Crystal“, der die Menschen immer wieder in seinen Bann zieht. Im Sommer 1986 sollten sie beide gemeinsam mit fünf weiteren Bergsteigern den Gipfel erobern. Tullis schafft es als erste Britin auf den zweithöchsten Berg der Welt. Doch der Abstieg gerät zur Tragödie. Tullis und vier weitere Teilnehmer der Expedition sterben während eines mehrtägigen Sturms. Diemberger überlebt.
 
Fast 30 Jahre nach den Ereignissen begeben sich die Kinder der Verunglückten auf Spurensuche ins Karakorum-Gebirge. Da ist Lukasz Wolf, der als Vierjähriger seine Mutter an den K2 verliert. Wenige Jahre später verunglückte auch Lukasz’ Vater im Tatra-Gebirge tödlich. Heute ist der junge Mann selbst ein begabter Alpinist. „Bergsteigen“, erzählt Lukasz, „ist das Beste, was man im Leben machen kann.“ Die Polin Hania Piotrowska  war noch nicht geboren, als ihr Vater Tadeusz Piotrowski am K2 abstürzte. Sein Körper wurde nie gefunden. Noch heute beschäftigt seine Tochter die Frage, warum seine Leidenschaft für den K2 stärker war als alles andere.
 
Ähnlich ergeht es den Kindern von Julie Tullis. Ihre Tochter Lindsay und ihr Sohn Chris möchten den Ort sehen, an dem die Mutter vor Erschöpfung starb. Auch sie wollen begreifen, warum Julie Tullis nicht umkehrte, sondern bei schlechter Gesundheit zum Gipfel aufstieg. Für sie endet die Reise schließlich am Grab ihrer Mutter am Fuße des K2.
 
Auch Regisseurin Eliza Kubarska ist begeisterte Bergsteigerin und innerlich zerrissen. Sie selbst steht vor einer wichtigen Entscheidung: Soll sie das geliebte Bergsteigen aufgeben? Seit rund einem Jahr ist Sie selbst Mutter eines Sohnes.

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