Ausrüstungstipp

5 Dinge fürs alpine Sportklettern

Produkt • 27. September 2017
von Angela Faber

Mit grandiosem Tiefblick hoch über dem Tal klettern – welcher Bergsteiger träumt nicht davon? Doch das Erklimmen großer Wände hat seine eigenen Spielregeln. Erik Veistrup zeigt, was man in steiler Wand alles gebrauchen kann.

Alpines Sportklettern: Erik Veistrup beim Klettern in der Wand
Foto: Gerald Valentin
Alpines Sportklettern: Erik Veistrup beim Klettern in der Wand

1. Rucksack für Zustieg und Wand

Im Zustieg ist der Rucksack das Arbeitstier, mit dem die gewichtige Ausrüstung transportiert wird. Beim Klettern trägt zumeist nur einer aus der Seilschaft einen Rucksack. In der Wand soll dieser dann leicht am Rücken liegen und nicht herumbaumeln. Der Rucksack muss robust sein, um am rauen Fels nicht aufzuscheuern. Bänder, Netze und sonstiger Schnickschnack bergen die Gefahr, dass man leichter hängen bleibt. Ein Fassungsvermögen von 20 bis 30 Litern ist in der Regel ausreichend.

Rucksack fürs alpine Sportklettern
Foto: Gerald Valentin
Rucksack fürs alpine Sportklettern: Erik bevorzugt einen puristischen Rucksack mit kleinem Volumen

Produkttipps: Rucksäcke fürs alpine Sportklettern


2. Sicher verbunden mit zwei Seilen

Kletterer im alpinen Bereich verwenden grundsätzlich Halbseile. Durch den Doppelstrang wird die Sicherheit erhöht: Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Seile durch eine scharfe Felskante oder einen Steinschlag abgetrennt werden ist äußerst gering. Oft ist es nicht möglich zu Fuß wieder in das Tal zu gelangen. Dann gilt es über die Wand abzuseilen. Hier liegt der zweite große Vorteil von Halbseilen. Mit der doppelten Reichweite lässt sich die Zeit für das Abseilen oder einen allfälligen Rückzug deutlich verkürzen.

Alpines Sportklettern – Halbseil: Abseilen
Foto: Gerald Valentin
Alpines Sportklettern – Halbseil: Erik seilt sich zurück ins Tal ab

Produkttipps: Halbseile fürs alpine Sportklettern


3. Sicherungsgerät: Sichern und bremsen

Beim Klettern hält man das Leben seines Partners in Händen. Bei einem Sturz zieht die ganze Energie am Sicherungsseil. Da die menschliche Hand dieses Gewicht nicht halten kann, wird eine Bremskraftverstärkung benötigt. Ein Sicherungsgerät ist die Lösung. Dieses muss im Gegensatz zu einem Gerät für die Kletterhalle zwei Seilstränge aufnehmen. Beim Abseilen kann das Sicherungsgerät auch als Bremse verwendet werden.

Sicherungsgerät fürs alpine Sportklettern: ATC-Guide von Black Diamond
Foto: Gerald Valentin
Sicherungsgerät fürs alpine Sportklettern: Erik sichert mit dem ATC-Guide von Black Diamond

Produkttipps: Sicherungsgeräte fürs alpine Sportklettern


4. Anti-Rutsch-Pulver

Verschwitzte Hände rutschen auf glatten Griffen leicht ab. Das Gegenmittel heißt „Chalk“ und ist genau genommen gelöstes Magnesiumcarbonat. Es ist basisch und neutralisiert den leicht sauren Handschweiß, indem er ihn hygroskopisch aufsaugt. Dem reinen Magnesiumkarbonat mischen einzelne Hersteller noch zusätzliche Trocknungsmittel bei. Magnesium gibt es in Blockform oder fein pulverisiert und wird beim Klettern in einem um die Hüfte befestigten Beutel transportiert.

Magnesium fürs alpine Sportklettern: Chalk
Foto: Gerald Valentin
Magnesium fürs alpine Sportklettern: Chalk an den Händen sorgt für einen guten Griff

Produkttipps: Magnesiabeutel fürs alpine Sportklettern


5. Steinschlag-Prävention

„Oben ohne“ geht in hohen Wänden gar nicht. Den Kopf vor Steinschlägen – und unkontrollierten Stürzen – zu schützen ist für Erik selbstverständlich. Moderne Leichthelme bestehen aus einer äußeren Hartschale und einer dämpfenden Schicht im Inneren. Sie halten damit den in einer Norm definierten Belastungen stand. Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt, nicht drückt und genügend Belüftung bietet. Beim Kauf lohnt es sich den Tragekomfort eines Helms zu testen, denn der ist je nach Kopfform individuell verschieden.

Helm fürs alpine Sportkletterm: Stealth Titanium-Helm
Foto: Gerald Valentin
Helm fürs alpine Sportkletterm: Stealth Titanium-Helm

Produkttipps: Helme fürs alpine Sportklettern

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