Mit dem Flugzeug reist man von Wien entweder nach Podgorica oder Prishtinë. Aus München wird Prishtinë direkt angeflogen. Um ins Prokletije-Gebirge zu gelangen, fährt man von Podgorica zirka zwei Autostunden bis nach Plav, einer montenegrinischen Kleinstadt, die unmittelbar nördlich des Nationalparks Prokletije liegt. Von Prishtinë geht es in weniger als zwei Autostunden bis nach Peja. Die kosovarische Stadt liegt westlich des Nationalparks Bjeshkët e Nemuna.
In den ländlichen Regionen und im Gebirge übernachtet man am Balkan vorrangig in einfachen Gästehäusern. Zumeist handelt es sich dabei um Privathäuser, in denen einzelne Zimmer an Touristen vermietet werden. Man isst für gewöhnlich gemeinsam mit der Familie und teilt sich auch das Badezimmer mit den anderen Bewohnern. Einen hohen Standard darf man sich nicht erwarten, dafür unerschöpfliche Gastfreundschaft, reichlich Essen und einen unverstellten Blick auf das Leben am Balkan. Kontakte zu Gästehäusern findet man fast ausschließlich über Tourismusbehörden wie zum Beispiel den Tourismusverband in Rožaje („Turistička organizacija Rožaje“).
Das Prokletije-Gebirge umfasst Teile Montenegros, Albaniens und des Kosovos. Alle drei Länder haben es weitgehend unter Schutz gestellt, sodass es sich jeweils hinter anderen Namen versteckt. Für grenzüberschreitende Wanderungen bieten sich Touren vom Nationalpark Bjeshkët e Nemuna im Kosovo nach Montenegro in den Nationalpark Prokletije an. Oder aus dem Nationalpark Valbona-Tal in Albanien wieder hinüber nach Montenegro.
Kulisse wie in den Dolomiten
Von Montenegro aus kann man über die imposante Gebirgslandschaft der Talijanka im Grbaja-Tal (Nationalpark Prokletije) nach Albanien hinüberwandern. Der Name Talijanka bedeutet übersetzt „italienisches Mädchen“ und erinnert an die italienische Division, die hier im Zweiten Weltkrieg stationiert war.
Aussichtsloge im Prokletije
Eine weitere lohnende Grenzwanderung führt aus Montenegro über die Hajla in den kosovarischen Nationalpark Bjeshkët e Nemuna. Vom Gipfel der Hajla eröffnet sich ein spektakulärer Blick über den Balkan und die höchsten Gipfel des Prokletije-Gebirges.
Ehrgeizigen Wanderern mit ausreichend alpiner Erfahrung sei der Fernwanderweg „Peaks of the Balkans“ empfohlen. Der 192 Kilometer lange Trail führt in zehn Tagesetappen durchs Prokletije-Gebirge, durchwandert werden alle drei Prokletije-Länder: der Kosovo, Albanien und Montenegro. Ihnen wurde der Fernwanderweg auch gewidmet – sein ursprüngliches Ziel galt der Versöhnung dieser Länder und dem Überwinden ihrer Grenzen. peaksofthebalkans.info
Gerade in touristisch weniger erschlossenen Gebieten wie am Balkan ist die Buchung einer organisierten Tour empfehlenswert. „Weltweitwandern“, ein Spezialist für Wanderreisen, bietet beispielsweise eine Fünf-Tage-Grenzlandwanderung an – mit geführten Touren, Transfers vor Ort und Buchung der Gästehäuser auf der Route.
Alle Details: weltweitwandern.at