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Bergberuf: Skilehrer

Wissenswertes • 27. Dezember 2018

Was macht ein Skilehrer eigentlich genau – was nicht? Und wie wird man Skilehrer? Katrin Rath betreut die Social Media-Kanäle von Bergwelten und ist – wenn sie nicht gerade am Schreibtisch sitzt – selbst Skilehrerin. Sie verrät uns Näheres rund um ihren Winterberuf.

Skilehrer bei der Abfahrt in Serfaus in Tirol
Foto: mauritius images / André Pöhlmann
Skilehrer bei der Abfahrt in Serfaus in Tirol

Was macht ein Skilehrer?


Je nachdem mit wem man unterwegs ist und welchen Ausbildungsstand man hat, übernimmt ein Skilehrer vielfältige Aufgaben. Anfängern bringt er das Ski- und Liftfahren bei, mit Fortgeschrittenen arbeitet er an der Technik. Rahmenbedingung für den Unterricht ist der Österreichische Skilehrweg, der aus vier Levels besteht und Ziele sowie Herangehensweisen für verschiedene Könnensstufen definiert. Unterwegs sind Skilehrer entweder mit einer Gruppe von bis zu 12 Personen, mit kleineren privaten Gruppen oder mit einzelnen Personen.


Woran erkennt man einen Skilehrer?


Einen Skilehrer erkennt man von der Weite an seiner Skischuluniform, also dem einheitlichen Skianzug der Lehrer einer Skischule. Außerdem muss jeder Skilehrer im Dienst seinen Skilehrerausweis mit der aktuellen Jahresmarke bei sich tragen. Der Ausweis wird vom jeweiligen Landesskilehrerverband ausgestellt – auf ihm ist auch der Ausbildungsgrad des Skilehrers ersichtlich.


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Was kann ein Skilehrer?


Als Anwärter (niedrigste Ausbildungsstufe) wird nur auf der Piste unterrichtet. Der Fokus liegt dabei auf den ersten beiden Levels des Skilehrwegs. Level 1 deckt vom Gewöhnen ans Gerät bis hin zu Kurven im Pflug alles ab. Level 2 befasst sich bereits mit dem Erlernen der parallelen Skiführung. Level 3 und vor allem 4 sind den Landesskilehrern oder höher Ausgebildeten vorbehalten. Level 3 konzentriert sich auf paralleles Skisteuern in kurzen und langen Radien, Level 4 auf Carving, Buckelpiste, Rennen, Geländefahrten und/oder Freestyle.

Ein Landeslehrer darf also mit seinen Gästen ins Gelände, allerdings muss die Fahrt an einem Lift beginnen und enden – Aufstiege sind also nicht zulässig. Am Berg führen dürfen nur staatlich geprüfte Berg- und Skiführer.


Wie wird man Skilehrer?


Jedes Bundesland, außer das Burgenland, hat einen Skilehrerlandesverband, der Ausbildungen bis zum Landesskilehrer anbietet. Auf der niedrigsten Ausbildungsstufe bewegt sich der Anwärter. Die Ausbildung dafür besteht aus einem Kurs, der 10 Tage dauert und mit einer theoretischen sowie einer praktischen Prüfung abschließt.

Die nächste Stufe ist der Landesskilehrer. Dafür muss man schon etwas mehr Zeit investieren. Zu absolvieren sind drei Kurse:

  1. der Landesskilehrer 1 (10 Tage),
  2. der Landesskilehrer 2 (10 Tage),
  3. der Alpinkurs (eine Woche).

Im Alpinkurs liegt der Fokus auf Lawinen-, Schnee- und Geländekunde.

Angehende Skilehrer werden von staatlich geprüften Skilehrern ausgebildet. Die Ausbildung zum staatlich geprüften Skilehrer, auch Diplom-Skilehrer, wird von der Bundessportakademie Innsbruck durchgeführt und dauert circa 10 Wochen. Sie beschränkt sich nicht nur auf den Skilauf. Snowboard, nordischer Skilauf und alternative Schneesportarten gehören ebenfalls zum Programm. Um überhaupt zugelassen zu werden, muss eine Eignungsprüfung abgelegt werden.

Danach gibt es noch eine Ausbildungsstufe: Den ebenfalls von der Bundessportakademie Innsbruck angebotenen staatlich geprüften Skiführer. Um antreten zu dürfen, muss man Diplom-Skilehrer sein, ebenfalls eine Eignungsprüfung absolvieren und einen Tourenbericht von 10 Skitouren mit mindestens 800 Höhenmetern vorlegen.

Als Alternative zur gängigen Skilehrerausbildung bietet sich die Skiinstruktorenausbildung an, die hauptsächlich der Tätigkeit als Lehrer in Vereinen oder bei Schulsportwochen dient. Das Universitätssportinstitut (USI) bietet die Ausbildung zum Skikursbegleitlehrer und zum USI-Skilehrer an. In einer Skischule arbeiten darf man mit diesen Ausbildungen allerdings nicht.

Katrin Rath: Skilehrerinnen mit Maskottchen auf der Piste
Foto: Katrin Rath
Skilehrerinnen mit Maskottchen auf der Piste: Katrin Rath von Bergwelten rechts im Bild

Was verdient ein Skilehrer?


Was ein Skilehrer verdient ist von Skischule zu Skischule unterschiedlich. Es gibt aber einen Kollektivvertrag, nach dem sich Skischulen richten müssen. Der Mindestbruttolohn pro Monat für Anwärter liegt bei 880€, für Landesskilehrer bei 1.192€ und für staatlich geprüfte Skilehrer bei 1.310€ (+2%, wenn man zusätzlich noch Skiführer ist).


Sind Skilehrer selbstständig?


Früher waren viele Skilehrer Gesellschafter einer Skischule, was sich durch steuerliche Vorteile – Skischulen mussten keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen – positiv auf den Lohn ausgewirkt hat. Seit 2010 ist das nicht mehr zulässig und die Krankenkasse verpflichtet die Skischulen zur Anstellung der Lehrer. Außerdem müssen Skilehrer dem jeweiligen Landesskilehrerverband angehören. Staatlich geprüfte Diplom-Skilehrer dürfen auch selbstständig arbeiten.

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