Selbstgemacht: Den Sommer konservieren

5 Tipps, wie man Kräuter haltbar macht

Tipps & Tricks • 14. August 2017

Der August ist der Monat der Kräuterernte. Wir verraten euch, warum das so ist und geben euch Tipps für die Konservierung und Aufbewahrung frischer Kräuter.

Kräuter konservieren
Foto: Sonnentor
Kräuter konservieren

Bio-Kräuter und -Gewürze sind Mutter Naturs Antwort auf die meisten Wehwehchen und gehören zum fixen Bestandteil der Naturapotheke. Von Frühling bis Herbst holen wir uns die Kraftpakete gerne frisch vom Garten oder der Fensterbank.

Wer ihre Wirkung in den Winter mitnehmen möchte, sollte frische Kräuter jetzt konservieren, denn der August ist der Monat der Kräuterernte. Wir verraten, warum das so ist, sowie Tipps und Tricks für die Aufbewahrung.

Kräutermonat August

Viele Kräuter und Gewürze lassen sich ganzjährig ernten, aber besonders dem August kommt eine besondere Rolle als Erntemonat zu. Den Höhepunkt der Erntezeit markiert der 15. August, an dem die gesammelten Kräuter zu Sträußen gebunden und geweiht werden. Diese Buschen aus Wermut, Kamille, Johanneskraut, Salbei, Königskerze, Spitzwegerich und Arnika sollen Haus und Hof vor Unheil bewahren.

Fernab der Traditionen, gibt es aber noch mehr Gründe, warum der August im Zeichen der Kräuter steht. Gegen Ende des Sommers ist das Sonnenlicht besonders intensiv. Das wirkt sich natürlich auf den Geschmack der Kräuter aus. Und auch ihre Heilwirkung soll im August am stärksten sein. Meist sind die Kräuter zu dieser Zeit schon recht dicht gewachsen und freuen sich über den befreienden Rückschnitt. Durch die Ernte bekommen die jungen Triebe wieder genug Licht – beste Voraussetzungen fürs nächste Jahr.

Kräuterweihe
Foto: Sonnentor
Kräuterweihe

1. Schnipp, schnapp, Kräuter ab?

Ganz so einfach ist es nicht. Bei der Kräuterernte kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Es gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm. Kräuter erntest du am besten am Vormittag, sobald die Sonne den Morgentau getrocknet hat. Jetzt ist der Wassergehalt am geringsten und der Anteil ätherischer Öle am höchsten. Bei Regen machst du dir es lieber auf der Couch gemütlich und verschiebst die Ernte auf bessere Tage. Nach der Pflicht, bzw. dem Schnitt, folgt die Kür: Du kannst die frischen Kräuter gleich verwenden oder für später aufbewahren. Dafür gibt es verschiedenen Methoden.


2. Trockenzeit

Trocknen ist die einfachste Art, um Kräuter länger haltbar zu machen. Nach der Ernte die Triebe zu kleinen Sträußen binden. Achtung: Auch wenn man es aus der frischen Kräuter-Küche so kennt – die Pflanzen vor dem Trocknen nicht mehr waschen. Dann haben Schimmelpilze keine Chance. Je weniger Kräuter pro Sträußchen, desto besser. So kommt genug Luft zu den Blättern. Die Kräutersträuße an einem schattigen und luftigen Ort aufhängen. Wenn die Blätter völlig trocken sind, von den Stielen abstreifen und sofort in dunkle und luftdicht schließende Behälter füllen. Große Blätter kann man noch zusätzlich zerkleinern. Alternativ können die Blätter und Blüten auch schon vor dem Trocknen abgezupft werden und auf einem mit Küchenrolle belegten Rost gelegt werden. Besonders Liebstöckel, Dill, Majoran, Minze, Oregano, Rosmarin, Thymian und Salbei lassen sich gerne lufttrocknen.


3. Eisiges Kräutervergnügen

Auf Eis gelegt bleiben Aroma, Inhaltsstoffe und Farbe der Kräuter am besten erhalten. Die Blätter kurz abwaschen und mit einem Tuch abtupfen. Anschließend im Ganzen oder gehackt in einen Gefrierbeutel legen und ab damit ins Gefrierfach. So halten sie sich bis zu einem Jahr. Oder wie wäre es mit selbstgemachten Kräuterwürfeln? Einfach Eiswürfelbehälter zu zwei Drittel mit geschnittenen Kräutern und einem Drittel Wasser füllen und einfrieren. Die Würfel können beim Kochen kurz vor Ende der Garzeit hinzugefügt werden.

Das Einfrieren eignet sich für robuste Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, oder Petersilie. Teekräuter sollten besser getrocknet werden.

Kräuter einfrieren
Foto: Sonnentor
Kräuter einfrieren
Kräuter-Eiswürfel
Foto: Sonnentor
Kräuter-Eiswürfel

4. Gut geölt

Kräuter enthalten viele ätherische Öle. Diese sind gut fettlöslich und verbinden sich beim Einlegen gerne mit Speiseölen. Besonders zartbesaitete Kräuter wie Bärlauch und Basilikum fühlen sich im Ölbad pudelwohl. Doch auch Rosmarin, Salbei und Bohnenkraut können so konserviert werden. Gib die gewünschte Menge an getrockneten Kräutern in ein verschließbares Gefäß und fülle sie mit Öl auf. Du willst dir die Trocknung davor sparen? Dann kannst du auch Kräuter aus der Packung verwenden. Wichtig ist, dass alle Pflanzen bedeckt sind. So kann die Ölmischung vier bis sechs Wochen ruhen. Danach werden die Kräuter entfernt. Du magst es gerne scharf? Knoblauchzehen, Pfefferkörner oder getrocknete Chilischoten sorgen für extra Würze im Kräuter-Öl.

Kräuteröl
Foto: Sonnnetor
Kräuteröl

5. Bio? Logisch!

Ob frisch oder aus der Packung: Am besten greifst du auf unbehandelte Kräuter zurück. Beim Konservieren geben sie nämlich nicht nur ihre wertvollen Inhaltstoffe, sondern auch eingesetzte Spritzmittel ab. Und darauf verzichten wir gerne in Kräuteröl und Co.


Die Tipps hat Sonnentor für uns zusammengestellt.

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