
Vor 70 Jahren, am 28. Mai 1953, erreichten Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des Mount Everest (8.848 m) und ebneten damit den Weg für den großen Ansturm auf den höchsten Berg der Erde. Wir schauen uns an, was sich seit seiner Entdeckung bis heute getan hat.
Auch im aktuellen Bergwelten-Magazin (April/Mai 2023) widmen wir dem Höchsten ein ausführliches Porträt: Von der doppelten Krönung (während Hillary und Norgay den Everest-Gipfel erklimmen, besteigt Queen Elizabeth den englischen Thron) über das Gefühl, auf dem Gipfel zu stehen (wir haben Robert Schauer und Anita Maruna gesprochen) bis hin zu den wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten (Wisst ihr zum Beispiel wie viel Sherpas pro Expedition verdienen?). Die neueste Ausgabe ist überall im Zeitschriftenhandel oder online (hier geht's zur Bestellung) erhältlich.

Die ersten Aufzeichnungen
Der Brite George Everest ermittelt den „Peak XV“ mittels trigonometrischer Vermessung und gibt ihm seinen Namen. Everest hat den Berg übrigens nie selbst zu Gesicht bekommen – und man spricht seinen Namen eigentlich auch ganz anders aus. Diese und weitere überraschende Fakten lest ihr hier:
Es geht Richtung Gipfel
Die erste „britische Everest-Expedition“ mit George Mallory und Andrew Irvine stellt zwei Höhenrekorde auf. Sie schaffen 8.225 und 8.326 Meter.
Bei der zweiten britischen Expedition wird der Rekord auf 8.573 Meter verbessert. Wenig später verschwinden Mallory und Irvine während ihres Gipfelsturms.
Fünf weitere britische Expeditionen scheitern.
Die erste Schweizer Expedition schafft es auf 8.600 Meter, nicht aber auf den Gipfel.
Die Erstbesteigung glückt
Edmund Hilary und Tenzing Norgay stehen am 29. Mai als erste Menschen auf 8.848 Metern, dem höchsten Punkt der Welt.
Oder müsste die neue, vielleicht zeitgemäßere Lesart so lauten: „Tenzing Norgay stand als erster Mensch am Mount Everest. Begleitet wurde er von Sir Edmund Hillary.” Während Sherpas ursprünglich bloß als Unterstützer bei den Achttausender-Besteigungen engagiert wurden, leiten sie diese heute oft selbst. In einer Podcast-Folge widmen wir uns den kulturellen Differenzen am Mount Everest, wirtschaftlichen Entwicklungen und überkommenen kolonialistischen Strukturen. Die Folge erscheint am 15. Mai 2023. Abonniert unseren Podcast schon jetzt, um sie nicht zu verpassen.


Weitere erste Male
Die ersten Schweizer besteigen den Mount Everest und sind die Ersten auf dem Gipfel des Lhotse (8.516 m).
Ein chinesisches Team erreicht den Gipfel über die Nordseite, also von Tibet aus.
Die US-amerikanische Expedition um Norman Dyhrenfurth überschreitet den Mount Everest.
Die Japanerin Junko Tabei steht als erste Frau auf dem Gipfel.
Reinhold Messner und Peter Habeler gelingt die erste Besteigung ohne Sauerstoffgeräte im Rahmen der österreichischen Everest-Expedition. Ein Teil der Sensation war eine Innovation in Sachen Ausrüstung. Die beiden waren nämlich – im Unterschied zu ihren Vorgängern – mit Plastik- anstatt Leder-Schuhen unterwegs:


Im Rahmen derselben Expedition stehen Robert Schauer als erster Österreicher, und Reinhard Karl als erster Deutscher ganz oben.
Polen gelingt die erste Winterbegehung von Süden aus.
Der Tourismus kommt an den Everest
Stephen Venables klettert von Osten über die Kangshung-Wand auf den Berg. Er überlebt auf 8.600 Meter Höhe die höchste Biwaknacht des Alpinismus. Zugleich kommen erste kommerzielle Expeditionen ins Khumbu-Tal.
Hans Kammerlander besteigt den Berg solo und fährt auf Skiern ab.
Tragödien und Rekorde
Zwölf Menschen einer kommerziellen Expedition sterben bei einem Wettersturz. Jon Krakauer kommt heil vom Gipfel und schreibt über die Tragödie den Bestseller „In eisige Höhen“.
Der Amerikaner Conrad Anker findet George Mallorys Leiche in 8.250 Meter Höhe.
Sherpa Lhakpa Gelu rennt in 10:56:46 Stunden auf den Gipfel.
Ein Jahr später will es Sherpa Pemba Dorjee in 8:10 Stunden geschafft haben, kann dies aber nicht beweisen.
Ein Berg für Jung und Alt
Der 13-jährige Amerikaner Jordan Romero ist der jüngste Mensch am höchsten Berg.
Der 80-jährige Japaner Yuichiro Miura ist der älteste Mensch auf dem Gipfel.
Mehr Tragödien
Wegen einer Lawine sterben am 18. April 16 Menschen im Khumbu-Eisbruch.
Ein Erdbeben löst am 25. April eine Lawine aus, die das Basislager verschüttet. 18 Leute sterben im bisher schwersten Everest-Unglück.
Der Schweizer Ueli Steck stribt am Nuptse im Training für den Everest.


Neue Hüterin, neue Höhe, neue Trends
Miss Elizabeth Hawley, die Everest-Chronistin und Initiatorin der Himalayan Database, stirbt. Billi Bierling übernimmt tritt in ihre Fußstapfen und behält den Überblick über jede einzelne Everest-Besteigung. Wir haben sie zum Gespräch gebeten:


Wegen Covid-19 war der Berg für Touristen gesperrt. Ein chinesisches Vermessungsteam stieg von Norden auf den Gipfel und stellte eine Höhe von exakt 8.848,86 Metern fest.
Kami Rita Sherpa kann mittlerweile 25 Everest-Besteigungen vorweisen – mehr als jeder andere Mensch. „Du musst mental stark sein, Leidenschaft haben und selbstbewusst sein“, beschreibt der „Everest Man“ sein Erfolgsrezept.



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