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Welteisbärentag am 27. Februar

Immer cool bleiben! So hilfst du mit, die Eisbären zu schützen

Aktuelles • 27. Februar 2021
von Martin Foszczynski

Heute wird weltweit der International Polar Bear Day (deutsch: Welteisbärentag) begangen. Mit ernstem Hintergrund, denn der Lebensraum der größten an Land lebenden Raubtiere der Welt ist bedroht. Warum die abschmelzenden Polarkappen auch uns etwas angehen und wie heute jeder zum Schutz der Eisbären beitragen kann, liest du hier. 

Eisbären Welteisbärentag
Foto: mauritius images/ Frank Lukasseck
Eisbären in Spitzbergen (Norwegen)
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Kuriose Feiertage gibt es mittlerweile zuhauf – hinter dem heute begangenen Welteisbärentag steckt aber mehr als Jux. Der Gattung der Eisbären (Ursus maritimus), auch Polarbären genannt, schmilzt seit einigen Jahren ihr Lebensraum in den nördlichen Polarregionen weg. Besonders eindrücklich förderte diesen Umstand 2019 das Eindringen dutzender Eisbären auf Nahrungssuche in Siedlungen der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja zutage.

Die Behörden hatten dort sogar vorübergehend den Notstand ausgerufen und das Militär entsandt, um die 3.000 Einwohner vor den sich teils aggressiv verhaltenden Bären zu schützen. Doch was als „Invasion der Eisbären“ durch die internationalen Medien geisterte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Folge des Klimawandels. Wissenschaftler vermuten, dass die Jagd auf Robben (sie stellen für Eisbären die einzige Nahrungsquelle mit ausreichend Fett- und Kalorien-Gehalt dar) aufgrund wegschmelzender Eisflächen schwieriger geworden sei. Tatsächlich können Robben nur von Eisschollen aus gefangen werden, da sie im offenen Meer schnell davonschwimmen. Meereseis ist für Eisbären auch für Wanderungen und Brut essentiell.

Der Eisbär – gefährlich und gefährdet

Der Eisbär lebt ausschließlich in den nördlichen Polarregionen (Alaska, Kanada, Grönland, Spitzbergen, Franz-Josef-Land, Nordosten Sibiriens etc.) und hält sich das ganze Jahr über an den Küsten oder auf dem Meereseis auf. Zwei Drittel des von der Weltnaturschutzunion (IUCN) aktuell auf 26.000 Tiere geschätzten weltweiten Eisbärenbestands lebt auf kanadischem Staatsgebiet.

Während die Tiere früher durch die Jagd bedroht und dadurch in den 1950er und 1960er Jahren auf unter 10.000 dezimiert wurden, sind sie heute durch die (klimabedingte) globale Erwärmung und den dadurch verursachten Rückgang des arktischen Meereises gefährdet. Laut dem WWF ist durchschnittliche Lufttemperatur in der Arktis in den vergangenen 100 Jahren um fünf Grad Celsius gestiegen. Indem die Packeisdecke abschmilzt - zuletzt circa zehn Prozent pro Jahrzehnt - , können die Raubtiere keine Ringelrobben mehr jagen (wie das eingangs erwähnte Beispiel aus der sibirischen Arktis zeigt). Auch die Aufzucht der Jungtiere wird zunehmend schwieriger, in den letzten 30 Jahren wurden immer weniger gezählt.

Meeresverschmutzung, die zunehmende Schifffahrt, mehr Touristen sowie Öl- und Gasförderung in der Arktis bedrohen den Eisbär zusätzlich. Der WWF schätzt die Wahrscheinlichkeit hoch ein, dass bis 2050 zwei Drittel der heutigen Eisbärenpopulation ausgestorben sein werden. Auch die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Eisbären offiziell als „gefährdet“ ein.

Eisbären Kanada Welteisbärentag
Foto: mauritius images/ Bernd Römmelt
Eisbären auf dem Packeis von Buffin Island

Aktionstag für die Eisbären!

Den Welteisbärentag ins Leben gerufen hat – bereits im Jahre 2004 – ein Verbund von US-amerikanischen Zoos, die ihren Tieren seither an jedem 27. Februar eine Extraportion Fleisch spendieren. Besonders engagiert begeht die von Umweltschützern und Wissenschaftlern ins Leben gerufene Organisation Polar Bears International (PBI) den Aktionstag. Sie verschreibt sich mit Forschung und praktischen Maßnahmen ganz dem Schutz der weißen Raubtiere. Auf ihrer Webseite findest du neben wissenswerten Informationen eine Eisbären-Live-Cam und einen Eisbären-Tracker. Schon die ganze Woche ist im Web eine Reihe von Live-Events und Film-Screenings zum Thema abrufbar.

Zudem ruft die Organisation heute, am International Polar Bear Day, zu einer Energiespar-Aktion (Thermostat Challenge) auf, an der sich jeder einfach beteiligen kann. Es geht ganz leicht: Die Heizung um ein paar Grad runterdrehen und so weniger CO2-Ausstoß produzieren, der über den Treibhauseffekt für die globale Erwärmung mitverantwortlich ist.

Empfehlung der Initiatoren: Wer friert, soll sich einfach am nordischen „hygge“-Lebensstil Anleihe nehmen. Das dänische Wort „Hygge“ lässt sich lose mit „Gemütlichkeit“ übersetzen. Sprich: den Lieblingspullover anziehen, unter die Bettdecke schlüpfen und eine Runde kuscheln. Im Schnee spazieren gehen geht natürlich auch!

  • Mehr zum Thema Eisbären

    • Auf ihrer Nahrungssuche wandern Eisbären oft tausende Kilometer pro Jahr. Mit dem Eisbären-Tracker von Polar Bears International kannst du die Wege einiger Eisbären nachverfolgen.
    • Wusstest du, dass Eisbären eine eigene Gehtechnik haben und ihr Fell gar nicht weiß ist? Hier findest du 7 erstaunliche Fakten zum Eisbären (englisch).
    • Willst du Pate für einen Eisbären werden? Der WWF hat ein Spendenprojekt dazu gestartet.

    Wir verdanken den Eisbären und ihrem natürlichen Lebensraum faszinierende Reisereportagen. Dass Bären und Umwelt erhalten bleiben, liegt uns besonders am Herzen. Hier einige Storys:

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