
Notruf und Akku sparen: So nutzt du dein Handy am Berg am besten
Foto: mauritius images
von Peter Plattner
Inhalt
Sicherheitsfalle Handy
Drei häufige Probleme im Umgang mit dem Smartphone am Berg
Was kann ich tun?
Sicherheitsfalle Handy
- wenn genug Energie vorhanden ist, sprich der Akku ausreichend geladen ist,
- wenn nichts kaputt ist - weder mechanisch noch elektronisch - und
- wenn eine Netzabdeckung in der für die Anwendung entsprechenden notwendigen Qualität vorhanden ist.


Drei häufige Probleme im Umgang mit dem Smartphone am Berg
Netzabdeckung
Energie
Kälte
Was kann ich tun?
Wofür nehme ich mein Handy mit?
Wie kann ich Energie sparen?
- WLAN, Bluetooth, Push-Meldungen und weitere Dienste ausschalten! Das passiert inzwischen bei vielen Handys automatisch mit der Aktivierung der Funktion „Batterie-Sparmodus“ Ev. bitte zusätzlich auch gleich den Ton ausschalten, weil das Klingeln auf Tour echt nerven kann dafür kann man ja einen Vibrationsalarm aktivieren. Man kann auch einen Schritt weiter gehen und den Flugzeugmodus aktivieren, wobei man sich dann zwar aus dem Telefonnetz ausloggt, aber z.B. die GPS-Funktion bei Bedarf noch verwenden kann. Achtung: Eine aktive und passive Anwendungen funktionieren dann natürlich nicht mehr, z.B. Handyortung, passives Tracking, etc.
- Das Smartphone ausschalten, wenn man keine Apps oder andere Funktionen benötigt und auf diese Weise am meisten Akku sparen, doch auch hier gilt dasseklbe „Achtung“ wie oben.
- Handyaktivitäten im Freien reduzieren – hierzu gehören auch Selfies!
- Premium-Apps statt kostenloser Werbeversionen verwenden: das Laden von Werbeeinblendungen z.B. bei Wetter-Apps benötigt eine Datenverbindung und damit Energie.
- Ein Energiefresser ist das Display, insofern sollte die Displayhelligkeit auf Maximum eingestellt ist (bei Sonnenschein sieht man sonst ohnehin nichts) aber es dafür nur kurz verwendet werden
- Die Lösung der meisten Energieprobleme ist ein externen Akkupack zum Aufladen im Gelände (damit können, wenn notwendig, auch die Stirnlampe und andere Geräte geladen werden)

Wie gehe ich mit dem Thema Netzabdeckung um?
- Das Heim- bzw. ein Roaming-Netz des SIM-Karten-Anbieters steht zur Verfügung: Perfekt, man kann mit seinem Mobiltelefon wie gewohnt jede beliebige (Notruf-)Nummer anrufen und zurückgerufen werden.
- Ein Fremd-Netz steht zur Verfügung: Das Handy-Display zeigt die Info „Nur SOS/Notruf möglich“ an und es kann nur der Euronotruf 112 gewählt werden, ein Rückruf ist nicht möglich.
- Kein Mobilfunk-Netz steht zur Verfügung: Das Display zeigt die Info „Kein Netz“ und somit kann nicht telefoniert werden (auch der Euronotruf 112 ist nicht erreichbar). Bei einigen aktuellen Mobiltelefonen ist dann das Absetzen einer Notfallnachricht via Satellit an eine eigene Notfallleitstelle möglich, die auch via einer Nachricht antworten kann und die nationalen Rettunsgkräfte informiert.
- Einen Ort mit Netzabdeckung suchen und von dort einen Notruf absenden. Das bedeutet in den meisten Fällen, zu einem höher gelegenen Ort bzw. einem Punkt mit „freier Sicht“ zu gehen (diese Positionen kennt man aus der Netzabdeckungs-Karte bzw. vom Hüttenwirt oder Locals).
- Bei einigen aktuellen Mobiltelefonen ist dann das Absetzen einer Notfallnachricht via Satellit an eine eigene Notfallleitstelle möglich, die auch via einer Nachricht antworten kann und die nationalen Rettunsgkräfte informiert.
- Ist das keine Option, wird jemand von der Gruppe ins Tal oder zur nächsten Hütte abfahren/aufsteigen müssen, um Hilfe zu holen – idealerweise nicht allein!
Apps und Einstellungen, die bei einem Notruf unterstützend wirken
- Notruf-App:
Die verschiedenen Notruf-Apps kennen die beste Notruf-Nummer, ermitteln den Standort und übermitteln diesen bei einem Anruf bzw. einer SMS an die Leitstelle gleich mit oder man kann seine Position ablesen bzw. als SMS mitschicken. Die meisten dieser Apps funktionieren aber nur im Heim-/Roaming-Netz. - Notruf via SMS
Bei schlechter Heim-/Roaming-Netzabdeckung ist manchmal kein Sprachanruf möglich, aber eine SMS kann unter Umständen übermittelt werden. Hier helfen einige der Notruf-Apps bzw. kann man in manchen Ländern solche Notfall-SMS an bestimmte Notrufnummern schicken (in Österreich z.B. an den Gehörlosen-Notruf / 0800133133), wo sie bearbeitet werden. - Einmalige oder permanente Standortfreigabe über Google Maps, WhatsApp, Facebook, Wo ist? und andere Dienste bzw. Apps, die es ermöglichen, den aktuellen Standort mit anderen zu teilen. Im Notfall können dann Freunde oder Familienmitglieder schauen, wo sich das Smartphone aktuell befindet bzw. wo es bis zum Abbruch der Netzverbindung war.
Kommunikation ohne Mobiltelefon-Netz: via Satellit
Welche Möglichkeiten habe ich zusätzlich?
- Karte auch analog/ausgedruckt mitnehmen.
- Einen Ausdruck der Tourenbeschreibung mitzuführen.
- Geladenen Akkupack mit passendem Ladekabel mitführen.
- Bei häufiger Nutzung lieber eigene Digitalkamera bzw. eigene GPS-Uhr/GPS verwenden als alles mit dem Smartphone zu machen, um Akkuleistung zu sparen und ein Backup zu haben.
- Bei abgelegenen und exponierten Touren ein alternatives Kommunikationsmittel (SAT-Messenger/Telefon, Funk) einpacken.
- Notfallszenarien ohne Netzabdeckung vorab mit allen thematisieren.
- Familie/Freunde vorab über die Tour und den Zeitplan informieren.

Alpinwissen

Lass dich inspirieren
