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Die Haute Route Niederösterreich - alle 12 Etappen, Hütten und Infos zur Planung
Tourentipps6 Min.04.03.2026
Foto: Philipp Horak
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Schwindelerregende Grate, tiefe Schluchten und stille Almen: Die Haute Route Niederösterreich verbindet die eindrucksvollsten Berge des Bundeslands zu einem unvergleichlichen Weitwandererlebnis. In zwölf Etappen führt sie durch wilde Natur und über ikonische Gipfel.

Inhalt
  1. 1. Etappe: Von Ternitz auf das Öhlerschutzhaus
  2. 2. Etappe: Vom Öhlerschutzhaus zum Weichtalhaus
  3. 3. Etappe: Vom Weichtalhaus aufs Habsburghaus
  4. 4. Etappe: Vom Habsburghaus nach Frein an der Mürz
  5. 5. Etappe: Von Frein an der Mürz nach Kernhofer Gescheid
  6. 6. Etappe: Von Kernhofer Gscheid zum Schutzhaus Vorderötscher
  7. 7. Etappe: Vom Schutzhaus Vorderötscher über den Rauen Kamm auf den Ötscher nach Langau
  8. 8. Etappe: Von Langau zur Ybbstaler Hütte
  9. 9. Etappe: Von der Ybbstaler Hütte zum Hochkarschutzhaus
  10. 10. Etappe: Vom Hochkar nach Göstling
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Die Haute Route Niederösterreich zieht sich vom Osten bis in den Westen Niederösterreichs. Sie verläuft in 12 Etappen über die höchsten Gipfel Niederösterreichs, vom Schneeberg im Osten in die Ybbstaler Alpen im Westen, und großteils auf markierten Wegen über rund 250 Kilometer mit mehr als 13.000 Höhenmetern im Aufstieg. Die Etappeneinteilung lässt sich variieren, es gibt merere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten.


1. Etappe: Von Ternitz auf das Öhlerschutzhaus

Die erste Etappe führt von Ternitz über das Neunkirchner Haus nach Himberg und über Puchberg am Schneeberg zum Öhlerschutzhaus (1.027 m). Über zunächst moderate An- und Abstiege wandert man nach Puchberg am Schneeberg. Dort beginnt das erste Highlight der Tour: Imposant thront der höchste Berg Niederösterreichs über dem kleinen, ruhigen Ort – an klaren Tagen ist er sogar von der Bundeshauptstadt Wien aus deutlich zu sehen. Doch die Route führt am ersten Tag noch nicht hinauf, sondern macht einen lohnenswerten Schlenker über das Öhlerschutzhaus, wo man übernachtet.


2. Etappe: Vom Öhlerschutzhaus zum Weichtalhaus

Am zweiten Tag führt die Tour vom Öhlerschutzhaus zum berühmten Fadensteig: Steil, felsig, beeindruckend und mit tollen Ausblicken! Über die Fischerhütte kommt man zum Klosterwappen, welche den höchsten Punkt (Gipfel) des Schneebergs in 2.076 m Seehöhe markiert. Anschließend steigt man ins romantische Höllental ab – mit herrlicher Möglichkeit zum Abkühlen in der Schwarza. Endpunkt der Tour ist das Weichtalhaus.

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3. Etappe: Vom Weichtalhaus aufs Habsburghaus

Auf dieser Etappe wartet mit dem Raxmassiv bereits im wahrsten Sinne des Wortes der zweite Höhe-Punkt der Haute Route: Über 1.000 Höhenmeter müssen (steil) überwunden werden bevor man das Hochplateau der Rax erreicht und über Hohe Kanzel und Preiner Wand zum Habsburghaus gelangt.


4. Etappe: Vom Habsburghaus nach Frein an der Mürz

Ab ins Tal, ist auf dieser Etappe das Motto – bewältigt man doch 1.800 Höhenmeter im Abstieg. Vom Habsburghaus steigt man über das Bärenloch oder dem Kaisersteig nach Hinternaßwald ab, weiter nach Steinalpl, Neuwand und zum Endpunkt nach Frein an der Mürz. Hier befindet man sich schon in der Steiermark und übernachtet im Ort.


5. Etappe: Von Frein an der Mürz nach Kernhofer Gescheid

Der folgende Anstieg von Süden auf den Göller (1.766 m) bedeutet nicht nur Rückkehr nach Niederösterreich, sondern auch Destinationswechsel von den Wiener Alpen ins Mostviertel. Von Frein geht es über den Lahnsattler Urwald nach Donaudörfl, Waldhüttsattel zur Göllerhütte und von dort auf den Gipfel des Göller. Anschließend folgt der Abstieg nach Kernhofer Gscheid.


6. Etappe: Von Kernhofer Gscheid zum Schutzhaus Vorderötscher

Dier Herausforderung auf dieser Etappe sind nicht die Höhenmeter, sondern die 26 Kilometer lange Strecke. Der Weg führt von Kernhofer Gscheid über den Krumbachsattel zum Hubertussee. Eine Rast am Ufer des Sees ist zu empfehlen – ein absolutes Naturidyll und Naturjuwel.

Apropos Naturjuwel: In Mitterbach am Erlaufsee als nächsten Ort betritt man gleichzeitig den Naturpark Ötscher-Tormäuer, wo es zunächst durch die Ötschergräben – auch Grand Canyon Österreichs genannt – ohne nennenswerte Steigungen durch die Schlucht geht. Ziel der Etappe ist das Schutzhaus Vorderötscher.


7. Etappe: Vom Schutzhaus Vorderötscher über den Rauen Kamm auf den Ötscher nach Langau

Hier ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit angesagt! Es folgt eine Überschreitung des Ötscher über den anspruchsvollsten Gipfelweg – den Rauen Kamm an der Ostflanke. Am Gipfel erlebt man eine 360-Grad-Kulisse zwischen Flachland im Norden und Bergwelt im Süden.

Die Überschreitung des Ötschers über den Rauen Kamm ist alpentechnische fordernd. Zudem gilt es auf dieser Königsetappe an die 25 Kilometer und 1.200 Höhenmeter zu bewältigen.


8. Etappe: Von Langau zur Ybbstaler Hütte

Die Ybbstaler Alpen im Südwesten des Mostviertels sind erreicht und der Weitwanderweg führt nun am Rande des Wildnisgebiets Dürrenstein-Lassingtal entlang. Auf dieser Etappe geht es von Langau über den Dürrenstein-Grat zur Ybbstaler Hütte. Ein Panorama-Highlight dieser Etappe ist der Blick auf den malerischen Obersee (allerdings nur von oben), ein kulinarisches die Herrenalm, wo man sich auf dem Weg stärken kann.


9. Etappe: Von der Ybbstaler Hütte zum Hochkarschutzhaus

Die Tour führt in ständigem auf und ab am Grat entlang bis ins Ski- und Wandergebiet Hochkar und bietet somit für lange Zeit herrliches Panorama. Allerdings ist es mit 11 Stunden Gehzeit auch die längste Etappe der Haute Route Niederösterreich. Von der Ybbstaler Hütte wandert man als erstes auf den Dürrenstein (1.878 m) und von hier aus auf zahlreiche kleinere Gipfel. Die Etappe endet am Hochkarschutzhaus.


10. Etappe: Vom Hochkar nach Göstling

Vom Hochkarschutzhaus geht es auf den gleichnamigen Gipfel (1.808 m), weiter zur Schmalzmauer (1.760 m) und über die unmarkierte Kammwanderung nach Heuwies und bergab nach Göstling. Der Abstieg nach Göstling führt vorbei am Leckermoor – ein Naturschutzgebiet mit interessantem Themenweg.


11. Etappe: Von Göstling nach Hollenstein

Im Herzen der Ybbstaler Alpen folgt mit der Überschreitung des Königsbergs bis nach Hollenstein an der Ybbs ein Geheimtipp: Sanftes Wandern, Almen, Kuhweiden, zwei urige Hütten, ein kleiner Gipfel – Natur und Entschleunigung pur.

Startend in Göstling, führt der Weg über die idyllischen Pfade am Bromreit oder entlang des Saggraben-Wasserfalls, bevor es durch den Scheitergraben geht. Höhepunkte dieser Etappe sind der Anstieg zum Kurzeck, der Durchgang bei Siebenhütten und die Überquerung des Königsbergs, wo die Vierhütten zur Rast einladen.


12. Etappe: Von Hollenstein nach Altenmarkt

Es folgt das letzte Teilstück über die Voralpe (Gipfel Stumpfmauer in 1.770m) im Dreiländereck Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. Die Höhenmeter sind geschafft und der Abstieg auf steirischer Seite endet am Endpunkt der Haute Route Niederösterreich, in Altenmarkt bei St.Gallen. Vom Bahnhof Weißenbach-St. Gallen kann man hier mit dem Zug wieder zurück nach Hause fahren.


Erreiche ich die Haute Route Niederösterreichs mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Die erste Etappe startet am Fuße des Schneebergs, in Ternitz. Von Wien aus dauert die Anfahrt im Zug gut eine Stunde, aus Graz sind es drei Stunden. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich auch bei der Hälfte der Route an: Mit der Mariazellerbahn geht es bis Mitterbach am Erlaufsee, Mariazell oder Wienerbruck. Das Ende der Haute Route liegt in Altenmarkt bei St. Gallen, von dort fährt die Ennstalbahn ab Weißenbach-St. Gallen zur Westbahn.


An welchen Orten kann ich alternativ in die Weitwanderung einsteigen?

Wenn du nicht die gesamte Haute Route Niederösterreich wandern möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten für einen anderen Einstieg. Immer, wenn die Tour ins Tal führt, bietet sich ein Einstieg an. Das ist bei Etappe 4 (Frein an der Mürz), Etappe 5 (Kernhofer Scheid), Etappe 7 (Langau) und Etappe 10-12 gut möglich.


Wo schlafe ich auf der Haute Route Niederösterreich?

Auf der Haute Route Niederösterreich schläft man teilweise in Schutzhütten, manche Etappen enden aber auch im Tal und man kann in einer Pension oder einem Hotel schlafen. Hier findest du alle Übernachtungsorte im Überblick:

Etappe 2: Weichtalhaus

Etappe 3: Habsburghaus

Etappe 4: Frein an der Mürz – das einzige Hotel hier ist der Freinerhof

Etappe 5: Kernhofer Gscheid – Übernachtung im Gasthof Gschoadwirt oder im Wirtshaus Göllerblick

Etappe 7: Langau – unsere Übernachtungsempfehlung ist die Pension am Lackenbach

Etappe 10: Göstling an der Ybbs – hier gibt es mehrere Unterkünfte im Ort, etwa das Hotel zum Goldenen Hirschen

Etappe 11: Hollenstein an der Ybbs – auch hier gibt es mehrere Optionen zum Schlafen, etwa den Rettensteinerhof

Etappe 12: endet in Altenmarkt bei St. Gallen – von hier aus fährt man mit dem Zug wieder nach Hause


Wie schwierig ist die Haute Route Niederösterreich?

Manche Etappen der Weitwanderung sind technisch fordernd, etwa an Tag 7 die Tour über den Rauen Kamm auf den Ötscher. Außerdem muss man mit langen Gehzeiten, meist zwischen 8 und 9 Stunden rechnen. Für die 9. Etappe sind sogar 11 Stunden Gehzeit veranschlagt. Deshalb ist diese Weitwanderung nur für erfahrene Bergsteiger mit guter Kondition geeignet. Eine Möglichkeit, um die Schwierigkeit zu senken, ist, nur die etwas leichteren Etappen zu gehen – in manchen Fällen kann man auch Routenvarianten gehen, um die technischen Anforderungen zu erleichtern.


Was ist die beste Jahreszeit?

Da die Haute Route Niederösterreich trotz ihres Namens relativ wenige hochalpine Abschnitte aufweist (der höchste Punkt ist mit 2.071 Metern der Hohe Schneeberg an Tag 2), hat sie eine deutlich längere Saison als viele andere Weitwanderwege in den Alpen. Von Juni bis Oktober kann man die Haute Route Niederösterreich also gut begehen. Allerdings sollte man in den heißen Sommermonaten die Gehzeit gut einteilen, ebenso kann im Juni oder Oktober noch oder schon wieder Schnee an der ein oder anderen Stelle liegen.


Welche Ausrüstung brauche ich?

Gute Wanderausrüstung ist obligatorisch, dazu zählen stabile Wanderschuhe, Kleidung für jedes Wetter (also eine gute Kopfbedeckung für Sonnentage genauso wie Regenschutz), ein Erste-Hilfe-Set und gutes Kartenmaterial. Für die Übernachtung auf Hütten braucht man außerdem einen Hüttenschlafsack und genügend Bargeld. Damit du dir leichter tust, haben wir eine ausführliche Packliste zum Ausdrucken und abhaken zusammengestellt.


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