Ursprünglichkeit und Winterfreuden

Das Alpbachtal – Genuss-Region für Körper und Geist

Touren-Tipps • 16. Februar 2016
von Susanne Gurschler

Das Alpbachtal ist ein Skigebiet, so schön, dass es „Juwel“ genannt wird. Eine Region von seltener Ursprünglichkeit, alljährlicher Treffpunkt bedeutender Geistesgrößen und Heimat eines Kaiserschmarren, der im Ganzen serviert wird – als flaumiges Gedicht.

Alpbachtal-Winterlandschaft mit Holzhütte
Foto: Alpbachtal Seenland Tourismus
Alpbachtal-Winterlandschaft mit Holzhütte

Die Tourismusregion Alpbachtal Seenland ist etwas fürs Gemüt und für den sportlichen Anspruch. Im Winter bietet die Region ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Freizeit sportlich zu gestalten – vom Freeriden und Langlaufen über Schneeschuhwandern bis Tourengehen.

Winterlandschaft im Alpbach-Tal
Foto: Alpbachtal Seenland Tourismus
Winterlandschaft im Alpbach-Tal

Faszinierende Ursprünglichkeit

Das Alpbachtal liegt in den Kitzbüheler Alpen und hat sich eine Ursprünglichkeit bewahrt, wie sie nur noch selten zu finden ist. Die Straße ins Tal wurde erst spät gebaut, sehr viele traditionelle Strukturen haben sich deshalb hier erhalten. Zudem sorgt die Bauordnung bereits seit 1950er-Jahren dafür, dass sich neue Gebäude in die althergebrachte Bauweise einfügen.
 

Freerider am Wiedersbergerhorn
Foto: Alpbachtal Seenland Tourismus
Freerider am Wiedersbergerhorn

Allerdings bedeutet das keineswegs ein krampfhaftes Festhalten an Traditionen. Im Alpbachtal zeigt sich ein bewusster und wertschätzender Umgang mit der Geschichte, ohne auf Zeitgemäßes zu verzichten. Nichts versinnbildlicht das mehr als das Europäische Forum Alpbach. Seit 1945 treffen sich im Congress Centrum international bekannte Größen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, um Lösungen für aktuelle Probleme zu besprechen.
 

Unter den Großen 10

Anziehungspunkt für Wintersportler ist das Skigebiet Ski Juwel Alpbach Wildschönau. Vor wenigen Jahren haben sich die Skigebiete Alpbach und Wildschönau zusammenschlossen, womit sie nun zu den zehn größten in Tirol gehören. 145 Pistenkilometer stehen zur Verfügung, 47 Liftanlagen, 24 Skihütten und drei Snowparks.
 

Am Wiedersbergerhorn locken Abfahrten und Freeridezonen. Am Schatzberg finden sich zahlreiche Rote Pisten – eine Verbindungsbahn ermöglicht es, zwischen beiden zu wechseln. Zusätzlich verfügt das Skigebiet seit kurzem über eine Speedstrecke. Am „Race’n’Border“ können nicht nur Adrenalinjunkies, sondern auch ambitionierte Genussfahrer testen, was sie draufhaben.
 

Tipps für Genusswanderer

Wer wie ich zu den Genusswanderern zählt, ist im Alpbachtal ohnehin gut aufgehoben. Die Landschaft inspiriert zu ausgedehnten Streifzügen und anspruchsvollen Märschen. Mir liegen besonders ausgiebige Wanderungen durch Wälder und auf Hochebenen. Besondern attraktiv etwa der Höhenweg von Alpbach nach Inneralpbach mit mäßiger Steigung und retour – gut für Kondition und fürs Gemüt (genaue Beschreibung siehe Touren). Sehr zu empfehlen auch die Höhenwanderung von der Ortschaft Reith am Eingang des Tals über den Scheffachberg bis zum Hauptort Alpbach.
 

Winteridylle in Alpbach
Foto: Alpbachtal Seenland Tourismus
Winteridylle in Alpbach
Der einzigartige Kaiserschmarrem in der Jausenstation Zottahof
Foto: Alpbachtal Seenland Tourismus
Der einzigartige Kaiserschmarrem in der Jausenstation Zottahof

Ein Schmarren als Gedicht

Ein offenes Geheimnis ist, dass ich Winterwandern, Wandern überhaupt, gerne mit Lukullischem verbinde. Im Alpbachtal könnte ich da gleich mehrere Anlaufstationen nennen – drei möchte ich hier vorstellen. Da wäre einmal die Jausenstation Zottahof in Alpbach (geöffnet von Weihnachten bis Ostern, Mittwoch Ruhetag). Der Kaiserschmarren dort ist ein flaumiges Gedicht. Ein ganz spezielles übrigens, denn er wird nicht, wie sonst üblich, in Stücken kredenzt, sondern im Ganzen. Ein lecker duftendes Omelett also, das einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Dazu eine Löffelmilch – mit Rum oder einem Schuss Rotwein gewürzt –, Wanderers Herz, was willst du mehr!
 

Vom Almstüberl Gschwendt in Reith hat man einen herrlichen Blick ins Alpbach- und ins Inntal. Bekannt ist es unter anderem für sein deftiges Käsefondue, selbstverständlich mit würzigem Alpbachtaler Heumilchkäse; eine Einkehr lässt sich wunderbar mit einer Wanderung rund um den Reitherkogel verbinden. Das Almstüberl hat Weihnachten bis Ostern geöffnet.
 
Wenn es einmal richtig nobel sein soll, dann führt kein Weg an Traudi Sigwart in Brixlegg vorbei. In „Sigwarts Tiroler Weinstube“ kocht die Chefin und zwar auf Gault-Millau-Niveau. Regionales, Saisonales wird hier zu Kreationen verwoben, die des Genießers Gaumen frohlocken lassen. Dazu gibt es ein ausgezeichnetes Gläschen Wein aus dem gut sortierten Weinkeller.

Touren im Alpbachtal

Über den Hahnkopf auf den Schatzberg
Über den Greiter Graben auf das Wiedersbergerhorn
Auf das Sonnwendjoch
Durch den Greiter Graben
Rund um den Reither Kogel
Von Pinegg zum Kaiserhaus
Am Oberen Höhenweg von Alpbach nach Inneralpbach
Auf dem Alpbachtaler Höhenweg
Dorfwanderweg Brandenberg
Zur Faulbaumgartenalm
Panoramaweg Reither Kogel

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