
Dalai Lama: „Ethik ist wichtiger als Religion“
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Auch mit 80 nimmt sich der Dalai Lama kein Blatt vor den Mund und bringt seine Ansichten gewohnt herausfordernd zum Ausdruck: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen“.
Was Gewalt und Ausgrenzung bedeuten, hat Tenzin Gyatso wie nur wenige Menschen unserer Zeit am eigenen Leib erfahren. Am 6. Juli 1935 als zweiter Sohn einer Bauernfamilie geboren, wurde er im Alter von zwei Jahren von Mönchen als 14. Dalai Lama erkannt. Berühmt wurde seine frühe Freundschaft zum österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer, der sich ab 1946 vier Jahre in Lhasa aufhielt. Bereits 1959 musste der Dalai Lama nach der Besetzung Tibets durch China ins indische Exil flüchten, von wo er sich seitdem für ein unabhängiges Tibet einsetzt. Seine Funktion des politischen Führers Tibets hat er 2011 abgegeben – der Mann, dem 1989 der Friedensnobelpreis verliehen wurde, will nur noch »einfacher Mönch« sein.
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