Zunehmend begannen ihn die großen Wände und damit das alpine Klettern zu faszinieren. 2008 verkündete er, dass er den „unmöglichen“ Cerro Torre in Argentinien frei, also ohne die Verwendung von Bohrhaken als Fortbewegungsmittel klettern wolle. Wurde er für diese Ankündigung anfangs noch belächelt, so löste er das Versprechen 2012 ein und ihm war damit eine Weltklasse-Leistung gelungen. Fortan verschrieb sich Lama, der in Götzens bei Innsbruck lebte, besonders herausfordernden Projekten an den Weltbergen. Der akribische Planer lernte das Handwerkszeug des Extrembergsteigens schnell. Als visionären Denker und alpinen Freigeist, der bei „Bergwelten“ vom Start weg
als Kolumnist dabei war, interessierten ihn nicht die Normalwege oder medial präsente Gipfel. Er fand seine Linien in Osttirol, in Alaska, oder im Himalaya und erlaubte sich – wie an der Annapurna III in Nepal oder seinem Traumberg, dem 7.821 Meter hohen Masherbrum in Pakistan – öfters zu scheitern und es erneut zu versuchen. Ein letzter Meilenstein gelang ihm 2018 mit der Solo-Erst-Besteigung des 6.895 Meter hohen
Lunag Ri im Himalaya.