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Rennrad

3 Gründe, warum Rennradfahren der beste Sport der Welt ist

• 1. Juli 2019
von Martin Foszczynski

In der Bergwelten-Redaktion haben alle so ihre geheimen Leidenschaften. Unser Online-Redakteur Martin Foszczynski liebt möglichst schmale Reifen, wird deshalb von den anderen aber (meistens) nicht gefoppt. Hier seine drei Gründe, warum Rennradfahren der beste Sport der Welt ist.

Rennradfahren
Foto: Philipp Schönauer
Rennradfahren, eine Leidenschaft
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1. Der richtige Speed

Es ist nämlich so: Wir Rennradfahrer sind schon ziemlich flotte Gesellen. Das Rennrad ist das schnellste Fortbewegungsmittel, das mit eigener Muskelkraft betrieben werden kann. Nicht, dass ich damit prahlen möchte. Im Gegenteil – es geht beim Rennradeln nicht immer nur ums Hinabbolzen jenseits der 80 km/h. In Summe – und vor allem bergauf – ermöglicht es die perfekte Fortbewegungs-Geschwindigkeit. Für mich zumindest. Langsam genug, um sämtliche Natureindrücke aufzusaugen – die vorbeiziehenden Frühlingsblumen, das trocknende Heu im Sommer, die vergärenden Äpfel auf dem Straßenbankett im Herbst. (Auch Tiere! Auf dem Rennrad segelte ich schon mit Seeadlern im Sommerwind, stob Dohlen-Kolonien auf, umkurvte Ringelnattern und fuhr mit Rehen um die Wette, die drei Armlängen neben mir durchs Gehölz sprinteten, bevor sie mich um Haaresbreite abschossen.) Aber auch schnell genug, um in wenigen Stunden richtig Meter zu machen. Welcher Wanderer schafft schon 100 Kilometer in 3,5 Stunden?  Das macht das Rennradeln zum idealen Reisesport. Das Rennrad ist perfekt, um z.B. an einem langen Wochenende das Salzkammergut oder eine Insel wie Mallorca zu erkunden. Oder um an einem Vormittag über die Panoramastraße zur Postalm hochzuradeln und am Nachmittag am Wolfgangsee baden zu gehen.

Rennradfahren: Zwischen Natureindrücken und Speed

2. Alleine oder im Team - egal!

Es gibt so etwas wie ein Facebook für Rennradfahrer. Es nennt sich Strava, kommt aus dem sonnigen Kalifornien und ist in der Szene mittlerweile so beliebt, dass sich erste Medien darüber lustig machen. Der Strava-Süchtler hat nicht nur weltweit alle nur erdenklichen Routen auf seinem Fahrrad-Computer parat, er kann sich auch mit allen Strava-Fahrern dieser Welt messen. Für besonders schnell gefahrene Abschnitte („Segmente“) oder extralange Touren gibt es einen erhobenen Daumen. Manchmal auch einen virtuellen Anstecker.

Kurz: Man ist auf dem Rennrad niemals alleine, auch wenn man alleine ist. Wobei das gar kein Fehler ist. Manche erreichen gerade als einsame Asphaltcowboys einen Zustand meditativer Trance, der den Alltag in weite Ferne rückt. Das Rennradeln ist aber auch der perfekte Mannschaftssport, der auf geniale Weise zwischen Arbeitsaufteilung (Windschattenfahren) und Kräftemessen (Bergwertung) oszilliert. Mit dem Rennrad geht einfach beides: ganz alleine, aber auch im Rudel samt geselliger Bier-Runde zum Abschluss.

Rennradfahren: Einsam oder gemeinsam - egal!

3. Alter spielt (fast) keine Rolle

Als Rennradler zählt man mit Mitte 30 noch nicht zum „alten Eisen“, ganz im Gegenteil. Profi-Fahrer erreichen da erst ihren Leistungs-Zenit. Der deutsche Rad-Veteran Jens Voigt trat mit über 40 zur Tour de France an, Lance Armstrong gewann mit 34 seine letzte „große Schleife“ – allerdings gedopt. Als Hobby-Radler wundert man sich beizeiten auch nicht schlecht, wenn Opi linkerhand zum Überholen auf der Passstraße ansetzt. Deprimierend – doch andererseits macht es auch Hoffnung für die Zukunft.

Der Autor auf einer After-Work-Runde zur Burg Greifenstein an der Donau

Extrapunkt: Rennradfahren kann man nicht erklären

Letztlich gibt es etwas am Rennradfahren, das man nicht wirklich erklären kann. „Mein Rennrad macht genauso süchtig wie Kokain, ist aber doppelt so teuer“, stand mal auf dem T-Shirt eines Kollegen. Das ist natürlich übertrieben – aber der Suchtfaktor tatsächlich enorm. Man geht im Schmerz und in der Geschwindigkeit auf, versinkt in einem „Flow“, verschmilzt mit seiner Rennmaschine und mit dem Untergrund gleich dazu. Das gilt vor allem für Passstraßen. Der Berg rollt uns den roten Teppich aus. Er ist nur nicht rot und er führt auch nicht zum Gala-Diner, sondern viel besser: zu uns selbst.

Rennradfahren: Süchtig nach dem „Flow“ auf dem Asphalt

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