48 Stunden

Rund um die Albert-Heim-Hütte

Blog • 4. April 2017
von Riki Daurer

Riki Daurer war für Bergwelten in der Schweiz unterwegs: 48 Stunden lang hat sie inmitten der imposanten Berggipfel der Urner Alpen verbracht und die Ursprünglichkeit der Albert-Heim-Hütte (2.542 m) auf sich wirken lassen. Uns berichtet sie von ihren Erlebnissen.

Schweiz: Sonnenaufgang in den Urner Alpen
Foto: Riki Daurer
Sonnenaufgang in den Urner Alpen an der Albert-Heim-Hütte

„Wo ist denn hier die Dusche? Und das Passwort für das Wlan?“ – diese Fragen eines „Hütten-Neulings“ wurden von den Wirtsleuten der Albert-Heim-Hütte mit einem charmant-irritierten Kopfschütteln beantwortet. Keine Dusche, kein Wlan. Die Toilette passt ins Bild: Sie ist in eine Felswand gebaut, verfügt damit gleichermaßen über eine natürliche Frischluftzufuhr wie auch eine natürliche Spülung.

Ursprünglichkeit auf 2.500 m

Die Albert-Heim-Hütte (2.542 m) ist das, was man unter ursprünglicher Hütten-Romantik versteht. Und romantisch ist sie wirklich, thront sie doch auf einer Erhebung vor dem Tiefenbachgletscher, verfügt über 80 Schlafplätze im klassischen Matratzenlager und einen kleinen Hüttenraum, in dem sich abends alle zum geselligen Beisammensein treffen. Da eine solch charmante Ausstattung leider nicht mehr zeitgemäß ist, wird die Hütte noch 2018 umgebaut. Wer Zeit hat, sollte die Hütte also noch vor dem Umbau besuchen und sich von ihrer romantischen Originalität überzeugen.

In der Nähe der Albert-Heim-Hütte befindet sich übrigens der bekannte Furkapass, auf dem die europäische Wasserscheide verläuft. Ausgangspunkt des Hüttenzustiegs im Winter ist Realp oder – wenn schon schneefrei – das höher gelegene Tiefenbach.


Die Albert-Heim-Hütte im Detail

Albert-Heim-Hütte
Die Albert-Heim-Hütte ist eine Berghütte im Schweizer Kanton Uri, die nach dem Alpenforscher und Geologieprofessor Albert Heim benannt wurde und im Besitz des Schweizer Alpin Clubs ist.  Sie liegt in den südlichen Urner Alpen, am Fuße des Tiefengletschers. In der Nähe befindet sich der bekannte Furkapass, auf dem die Europäische Wasserscheide verläuft. Westlich der Hütte liegen die Bielenhörner und der imposante Galenstock.  Für Familien und Wanderer ist sie ein ideales Ziel zum Entspannen und Genießen. Doch auch als Ausgangspunkt für Bergtouren aller Art wird diese Berghütte gern genutzt.   Durch Angebote wie „Jassen am Dienstag", „Strahlerchilbi" oder dem beliebten „Freitags-Schmaus" hebt sich die Albert-Heim-Hütte von reinen Zwischenzielhütten ab.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Der Start: Andermatt und Realp

Die Albert-Heim-Hütte ist zudem auch Ausgangspunkt der Urner Haute Route, man kann hier aber auch ganz einfach ein fabelhaftes Skitourenwochenende verbringen. Start für den Aufstieg zur Hütte ist Realp, der Talschluss hinter Andermatt in Richtung Furkapass beziehungsweise der Anfang des Furka Basistunnels, der Oberwald mit Realp und Zermatt mit Disentis verbindet.

Der Aufstieg ist eigentlich eine klassische Tagestour – inklusive Gipfelerlebnis, denn der Schafberg ist der Hütte vorgelagert und kann beim Aufstieg gleich mitgenommen werden. Der gesamte Zustieg erstreckt sich über gemächliches, kupiertes Gelände und bringt es auf rund 1.100 Höhenmeter.

Rund um die Albert-Heim-Hütte (2.542 m) in den Urner Alpen in der Schweiz

Zustiege zur Albert-Heim-Hütte:


Tourentipps

Rund um die Albert-Heim-Hütte gibt es zahlreiche lohnende Tourenziele. Wir stellen euch drei davon vor.

1. Chli Bielenhorn, 2.940 m

Das Chli Bielenhorn ist eine feine, relativ kurze und einfache Akklimatisationstour oder auch als Verlängerung des Hüttenzustiegs geeignet. Von der Albert-Heim-Hütte geht es erst einmal ein paar Höhenmeter bergab, ehe man wieder auffellt und das ostseitige Chli Bielenhorn in einem schönen Kar besteigt. In der Scharte unterhalb des Chli Bielenhorns stehen übrigens zwei Kamele – aus Fels natürlich.

2. Lochberg, 3.079 m

Die Winterlücke und der Lochberg sind nach dem Aufstieg zur Albert-Heim-Hütte die zweite Etappe der Urner Haute Route. Doch auch für einen Tagesausflug rentiert sich diese steilere technische Skitour, die es zwar nur auf rund 700 Höhenmeter bringt, aufgrund der Steilheit aber doch für Muskelkater und Schweiß sorgt.

3. Galenstock, 3.586 m

Der Galenstock ist der vierthöchste Gipfel der Urner Alpen und Gipfelbereich durchaus technisch anspruchsvoll. Die Variante von der Albert-Heim-Hütte führt über den Tiefensattel und von dort weiter über den Grat auf den Gipfel.

Touren rund um die Albert-Heim-Hütte: Galenstock, Chli Bielenhorn und Lochberg in der Schweiz

Anreise

Die Anreise erfolgt meist über Andermatt und weiter in Richtung Furkapass bis nach Realp. Von Westen gelangt man per Autoverlad durch den Furka Basistunnel oder im Sommer über den Furkapass von Oberwald nach Realp. Von Osten geht es ebenfalls per Autorverlad von Sedrun über den Oberalppass, im Sommer direkt über den Operalppass.

Klassisch für die Schweiz gelangt man noch viel bequemer direkt mit den Zügen Matterhorn Gotthard Bahn regelmäßig nach Realp.

In Realp gibt es einen großen Parkplatz: Das Mehrtages-Parkticket bekommt man nur beim Billetverkauf am Bahnhof, Eintages-Tickets erhält man hingegen auch direkt am Parkplatz.

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