
Mit Allergie in den Alpen
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von Alois Pumhösel
„Belastungen können natürlich auftreten“, sagt sie. Die Pollenkonzentration nimmt zwar gewöhnlich mit der Höhe ab. Das bedeutet aber nicht, dass man in einem Hotel auf 1.400 Metern Seehöhe keine Symptome mehr zeigt. „Dass man dort allergiefrei ist, wäre eine kühne Behauptung“, so Bastl.
Messstation auf 1.900 Meter
Aber nicht nur die Höhe ist relevant. „Man muss auch beachten, wo die Pflanzen wachsen, deren Pollen Allergien auslösen“, erklärt Bastl. Grünerle blüht etwa in höheren Lagen, die Belastung reiche „ganz weit nach oben“. Schwarz- und Grauerlen wachsen dagegen eher in tiefen Lagen. Wie auch bei Esche und Birke könne man – je nach Wetter – vor ihnen gut nach oben flüchten.
Ob Gräserpollenallergikern die Flucht nach oben gelingt, hängt vom Zeitpunkt ab: „Heuer haben wir eine rekordverdächtige Gräserblüte. Die Spitzenbelastungen haben alles Bisherige übertroffen“, erläutert Bastl. In hohen Lagen fängt die Blüte später an und reicht länger in den Sommer hinein, so die Forscherin. „Bis Ende Juli kann da noch ordentlich etwas kommen.“
Heuer hohe Belastung durch Gräserpollen
Auch der Klimawandel ist ein Einflussgeber: Er ist beispielsweise für den Vormarsch von Ragweed, einem Bioinvasor aus Nordamerika, in Europa verantwortlich. „Im alpinen Westösterreich kommt die Pflanze bereits vereinzelt vor, ist allerdings nicht stark verbreitet“, sagt Bastl. „Noch nicht.“ Man könne davon ausgehen, dass der Klimawandel eine weitere Verbreitung und damit das Wachstum der Pflanze in höheren Lagen begünstigt. Manche Folgen der Erderwärmung würden Allergikern aber auch helfen. „Wenn es durchgehend über 30 Grad hat, vertrocknen die Gräser. Sie werden bräunlich, sterben ab und geben keine Pollen mehr ab.“
Conclusio: Der Alpinurlaub kann Linderung bringen, muss aber nicht. Die Seehöhe ist nur ein Einflussgeber in den komplexen Mechanismen, die zu allergischen Reaktionen bei Menschen führen. Letzten Endes bleibt Allergikern nur, sich im Einzelfall über die zu erwartende Pollenbelastung bei den regionalen Pollenwarndiensten zu informieren und zu versuchen, die Zusammenhänge besser verstehen zu lernen. Wenn trotzdem die Nase läuft, bleibt als Trost die Schönheit der Berge.