Ennstalerhütte

Droben bei der Ennstalerhütte im Gesäuse

Hütten-Tipps • 17. August 2015
von Eat Write Live

Die älteste Hütte im G’seis hat die jüngsten Wirtsleut’. Klingt vielleicht komisch, wenn man aber dort ist, fühlt sich alles ganz natürlich an.

Der Weg ist das Ziel

Es hat geregnet. Nichts Ungewöhnliches im Gesäusesommer. Immerhin treffen hier die Elemente aufeinander, Nationalpark-Style. Doch heute ist ein guter Tag, um den Tamischbachturm zu erklimmen, dem nachgesagt wird, einer der schönsten Gipfel der Region zu sein. Bevor man den Ausblick genießen kann, müssen aber erst Höhenmeter gemacht werden. Von schroffen Felsen kann hier nicht die Rede sein: Liebliche Almen, beeindruckende Wälder und die berühmt-berüchtigte Einsamkeit. Gelb getupfte Lichtungen leiten zur Ennstalerhütte, die man erst im allerletzten Moment ausmacht. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Waden brennen und der Hunger sich schon bemerkbar macht. Denn vom Ausgangspunkt Gstatterboden ist es eine dreistündige Etappe.

Ennstaler Hütte
Hütte • Steiermark

Ennstaler Hütte (1.543 m)

Die familienfreundliche Ennstaler Hütte (1.543 m) liegt im Gebirgszug Buchsteingruppe in den Ennstaler Alpen in der Steiermark. Sie ist die älteste Hütte im Gesäuse, dem Grünen Herzen Österreichs und steht auf einem Kamm zwischen der Tieflimauer (Teufelsmauer) und dem Tamischbachturm – ihrem Hausberg. Die bewirtschaftete Hütte ist vor allem bei Bergwanderern und Mountainbikern bekannt und als Stützpunkt bei Klettersteiggehern beliebt. An ihr führt auch der Weitwanderweg Eisenwurzenweg vorbei, der St. Gallen mit Gstatterboden verbindet.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Tamischbachturm
Foto: Stefan Leitner
Die schönste Aussicht in der Umgebung gibt's vom Tamischbachturm aus

Fürs Herzerl

In dem Moment, an dem man beginnt, ungeduldig die Hütte herbeizusehnen, erscheint sie. Die Ennstalerhütte ist wirklich eine Schönheit: Dunkelgrüne Balken heben sich klar von den bereits verfärbten Holzschindeln ab und darauf steht in altmodischen Lettern der Name der Hütte und das „Geburtsdatum“: das Jahr 1885. Mit Christina und Philipp Knappitsch sind hier die jüngsten Hüttenwirte im Gesäuse eingezogen. Sie haben eine Liebesgeschichte, die eng mit der Region verbunden ist, denn beide stammen aus dem winzigen Örtchen Gstatterboden, das nur 50 Einwohner zählt. „Wir haben uns schon als Kinder gekannt, doch erst nachdem wir beide in der Welt unterwegs gewesen sind und uns neu kennengelernt haben, hat es gefunkt“, sagt Philipp, der gelernter Koch ist und dementsprechend guten Schweinsbraten macht.

Ennstalerhütte Hüttenwirte

Weiter wandern

Christina gibt uns gleich Tipps für weitere Aufstiege: Der Tamischbachturm soll die schönste Aussicht haben und die Tieflimauer mit dem Teufelssteig ist ein Hit. Der kleinste Dauergast der Ennstalerhütte ist „Joe“, der Kater. Er zieht es vor, mit dem Seilzug auf die Hütte zu kommen und gibt sich auch an einem Ort, an dem es kein „Sie“ gibt, kapriziös und unnahbar. Um sein Katerherz zu erobern, muss man wahrscheinlich öfter als einmal auf der Hütte übernachten. Wir wagen noch den Aufstieg zum Gipfelsieg auf 2035 Metern und werden mit epischen Lichtverhältnissen belohnt -  gefolgt von kurzen Hagelschauern. Doch dann kommt die Sonne wieder durch – wir schließen Frieden mit der Natur und verlieben uns erneut in das großartige Gesäuse.

Gesäuse Hütterundwanderweg
Herausforderung angenommen

Hüttenhopping durchs Gesäuse

Wir, Vera und Katharina von Eat Write Live, haben uns etwas überlegt und den Gesäuse Hüttenrundwanderweg zu unserem neuen Endgegner erklärt. Der Deal war, wir teilen uns das Wegstück auf, jede Lady macht drei Tage. Unser ständiger Begleiter war der Fotograf Stefan Leitner, der somit sechs Tage Gesäusewandern intus hat. Er hat wie wild jene Gesäuse-Bilder geschossen, die dem Betrachter unserer Meinung nach die Augen aufreißen und die Ohren schlackern lassen.

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