Anzeige
Interview

Bergführer De Giuli: „Meine Top-Viertausender der Alpen“

• 11. Juli 2017
von Florian Birnkammer

Alberto De Giuli ist Bergführer aus Venetien und – nicht nur berufsbedingt – vom Reiz der hohen Berge umfangen. Uns verrät er im Kurzinterview seine Top-Viertausender in den Alpen.

Bergführer Alberto De Giuli auf Tour
Foto: Alberto De Giuli
Der Reiz der hohen Berge: Bergführer Alberto De Giuli auf Tour

Bergwelten: Weshalb bist du Bergführer geworden und was reizt dich an deiner Arbeit am meisten?

Albert de Giuli: Es hört sich vielleicht komisch an, aber der Wunsch Bergführer zu werden keimte schon bei meinem ersten Sportkletterkurs. Ich war damals 21 und habe in Venedig Wirtschaft studiert. Kaum hatte ich meine Hände an den Fels gelegt, ist es passiert – alles andere war plötzlich Nebensache. Was mich heute am meisten reizt? Das Beste zu geben, um andere glücklich zu machen, dort wo ich selbst am liebsten bin – in den Bergen. Es ist ein Privileg, Zeit mit Menschen zu verbringen, die meine Leidenschaft teilen. Sie bei ihren Erlebnissen zu begleiten und zu sehen wie viel Freude es ihnen macht.

Welche Aktivitäten und Orte sind deine absoluten Favoriten mit Gästen?

Ehrlich gesagt mag ich zwei Bereiche am liebsten: Alpinklettern und Bergsteigen sowie Skitouren und Freeriden. Wann immer es möglich ist, versuche ich meine Gäste an Orte zu führen, die ich noch nicht kenne. So ist die Tour dann für alle ein neues Erlebnis. Natürlich wünschen sich manche Gäste da etwas mehr Sicherheit – die führe ich dann zu den „Geheimtipps“ in meiner Heimatregion und zeige ihnen neue Varianten auf klassischen Routen.

Bergführer aus Venetien: Alberto De Giuli
Foto: Alberto De Giuli
Bergführer aus Venetien: Alberto De Giuli

Was sind deine drei liebsten Hochtourenziele in den Alpen und weshalb?

Idealerweise gehe ich nicht denselben Weg hinauf, den ich dann abfahre oder -steige. Ich liebe Überschreitungen, das Unbekannte auf der anderen Seite hat für mich einen besonderen Reiz. Du musst den Gipfel erschließen, kannst verschiedene Perspektiven einnehmen. Ich bleibe meist nur kurz auf dem Gipfel – es ist eine Ehre oben zu stehen, der Respekt vor dem Berg gebietet jedoch auch einen zeitigen Abstieg. Wenn ich ohne lange nachzudenken meine drei Lieblingstouren nennen soll, dann sind das:

  • Der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen, mit seinem zähen und langen Anstieg, der aber schon beim Aufstieg einen langen „Gipfelgenuss“ beschert. Und dann die tolle Abfahrt über die Nordflanke – einfach fantastisch!
  • Das Matterhorn. Man kommt nach Zermatt, vorbei am berühmten Bergsteigerfriedhof, über den Bach und dann passiert es – der Anblick fesselt und lässt einen erst wieder los, wenn man oben war. Ich empfehle die Überschreitung von der italienischen Seite über den Lion- auf den Hörnligrat.
  • Der Piz Bernina, noch eine große Bergikone mit einer der schönsten Himmelsleitern der Welt: dem Biancograt. Ein ganz großes Erlebnis im „Festsaal der Alpen“ ist die anschließende Piz Palü-Traverse nach einer Übernachtung auf der Marco e Rosa-Hütte.

Die Marco e Rosa-Hütte im Detail


Mehr zum Thema

Abo-Angebot

Wenn die Wildnis ruft

  • 8 Ausgaben jährlich
  • Buch „Unsere schönsten Hütten“ als Geschenk
  • Wunsch-Startdatum wählen
  • Über 10% Ersparnis
  • Kostenlose Lieferung nach Hause
Jetzt Abo sichern

Bergwelten entdecken