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Tourentipps

Südtiroler Riese: Auf den Ortler

• 18. Juli 2018

Der Ortler, mit 3.905 m der höchste der Berg der Ortlergruppe und gleichzeitig der höchste Berg Südtirols, gehört zu den ganz großen Klassikern im Alpenraum. Obwohl jedes Jahr viele Bergsteiger seinen Gipfel erklimmen, sind weder der Normalweg noch der Hintergrat zu unterschätzen. Bergführer Stephan Mitter von Alpine Kompetenz stellt uns die beiden Anstiege im Detail vor.


Magazin

Im aktuellen Bergwelten Magazin (August/September 2018) findet ihr ein ausführliches Bergporträt zum Ortler. Und das ist besonders lesenswert, weil es sich gleich aus vier verschiedenen Richtungen an den Südtiroler Riesen heranwagt.

Die neue Ausgabe ist ab sofort im Handel erhältlich oder bequem im Abo:

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Wer auf den Ortler möchte, der sollte sich erst einmal entscheiden, ob er ihn über den Normalweg oder über den um einiges anspruchsvolleren Hintergrat besteigen möchte. Für beide Anstiege empfiehlt es sich, bereits am Vortag entweder auf die Julius Payer Hütte (für den Normalweg) oder auf die Hintergrathütte (für den Hintergrat) aufzusteigen.

Spaltenzone am Normalweg auf den Ortler
Foto: Christina Schwann/ökoalpin
Spaltenzone am Normalweg auf den Ortler in Südtirol

1. Normalweg von der Julius Payer Hütte

Keinesfalls darf man den Normalweg unterschätzen. Auch dieser Anstieg ist als Hochtour ZS (ziemlich schwer) mit Kletterstellen bis zum 3. Schwierigkeitsgrat nach UIAA eingestuft. Die Kletterstellen am Fels sind zwar mit einer Kette gesichert, aber vor allem der spaltenreiche Gletscher erlaubt keine Fehler. 

Da die Tour an Sommertagen mit stabiler Wetterlage sehr stark frequentiert ist, sollte man ausreichend Zeit einplanen, denn im „Wandl“ kann es sich durchaus ein wenig stauen. 

Der Normalweg im Detail: 

2. Hintergrat von der Hintergrathütte

Die Tour über den Hintergrat ist eine fantastische alpine Herausforderung in Fels und Firn. Die Aussicht auf die Königsspitze und weit über das Ortlermassiv hinaus ist beeindruckend. Dennoch gilt zu beachten, dass es sich um eine Hochtour der Schwierigkeit ZS (ziemlich schwer) mit Kletterstellen bis zum 4. Schwierigkeitsgrad handelt. Die Orientierung bis zum Hohen Kott und die zwei schwierigen Kletterstellen am Grat stellen die Schlüsselstellen dar. Auch muss auf Steinschlag geachtet werden – insbesondere wenn andere Seilschaften vor einem unterwegs sind. Bei viel Frequenz sollte man sauber und schnell arbeiten und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Der Abstieg erfolgt über den anspruchsvollen Normalweg. Steile Schnee- und Eisabbrüche wie auch das zunehmende Ausapern der Gletscher halten hier immer wieder Überraschungen bereit.

Der Hintergrat im Detail: 

Wer sich seiner Sicherungstechnik in Fels, Firn und Eis nicht zu 100% sicher ist, der sollte für beide Touren einen Bergführer buchen. Die Alpinschule Ortler ist dafür der beste Ansprechpartner vor Ort und wird maßgeblich dazu beitragen, dass die Besteigung des Ortlers über den Wunsch-Anstieg zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Unterwegs am anspruchsvollen Hintergrat auf den Ortler in Südtirol
Foto: Michael Mautz, www.michi-mautz.com
Unterwegs am anspruchsvollen Hintergrat auf den Ortler in Südtirol
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