Dolomiten UNESCO Welterberegion
Foto: Tourismusverband Niederdorf
Von Toblach nach Longarone

Dolomiten Höhenweg 3 - Weg der Gämsen

Touren-Tipps • 8. Mai 2019

„Weg der Gämsen“ wird der Dolomiten Höhenweg 3 auch genannt, denn wie die bestens ans Hochgebirge angepassten und kletterfreudigen Gämsen, bewegt man sich auch als Bergsteiger auf dem größten Teil des Weges in felsigem, teils ausgesetztem Gelände quer durch die atemberaubend schöne Naturlandschaft der Dolomiten UNESCO Welterberegion.

Auf neun Tagesetappen gilt es, rund 120 km Länge zu bewältigen. Den Dolomiten Höhenweg Nr. 3 zeichnen dabei vor allem große Höhenunterschiede in den einzelnen Etappen wie auch Kletterstellen bis zum II. Schwierigkeitsgrad aus. Neben einer guten Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auch Klettererfahrung und ein gutes Orientierungsvermögen unerlässlich. Klettersteigset und Steinschlaghelm sollten im Rucksack Platz finden. 

Für Einsteiger oder Familien mit Kindern ist der Weg nicht geeignet. Alpinisten, die mit den Dolomiten auf Tuchfühlung gehen wollen, die Einsamkeit nicht scheuen und sich andererseits auch auf die belebten touristischen Hotspots freuen, denen sei der Dolomiten Höhenweg Nr. 3 mit all seinen Besonderheiten unbedingt empfohlen. 

Wir stellen euch hier die Etappen im Detail vor. 
 

Etappe 1: Toblach/Niederdorf – Plätzwiesen

Am ersten Tag wandert man von Niederdorf bei Toblach über den Sarlsattel und die Sarlswiesen auf den Flodigesattel. Von hier geht es an der Flanke des Dürrensteins weiter bis zu den Plätzwiesen.

Etappe 2: Plätzwiese - Rifugio Bosi

Die zweite Etappe verlangt einiges an Kondition, denn es sind immerhin 1.540 Höhenmeter im Aufstieg und 1.320 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Genächtigt wird im Refugio Bosi an der Südflanke des Monte Piana. 

Etappe 3: Rifugio Bosi - Rifugio Vandelli

Am dritten Tag auf dem Dolomiten Höhenweg geht es über die Sella di Popena und unter den Wänden des Corno d'angola bis um Passo Tre Croci. Genächtigt wird im Rifugio Vandelli.

Etappe 4: Rifugio Vandelli - Rifugio San Marco

Tag 4 zeichnet die technisch schwierigste und anspruchsvollste Etappe aus. Das Klettersteigset sowie auch der Steinschlaghelm kommen im Klettersteig Via Atrezzata Francesco Berti (C) und freien Kletterstellen bis II zum Einsatz. Dazu kommen schmale, ausgesetzte Terrassen und abschüssige Bänder und viel loses Gestein. 

Etappe 5: Rifugio San Marco - Rifugio Venezia

Eine sehr schöne und aussichtsreiche Etappe, die immer wieder den Blick zum Monte Pelmo und zurück zum mächtigen Antelao gewährt. Es geht abwärts bis nach San Vito di Cadore und danach wieder aufwärts durch schöbe Latschen- und Lärchengürtel bis zum Refugio Venezia. 

Etappe 6: Rifugio Venezia - Rifugio Dolomites (Monte Rite)

Auf Etappe 6 geht es über den Sattel Ciampestrin bis zum Refugio Talamini. Über die Forcella di Val Inferno geht es aufwärts und schließlich über eine weite Scharte zum Monte Rite.

Etappe 7: Rifugio Dolomites - Rifugio Bosconero

Etappe 7 ist mit einer Gehzeit von rund 4:30 h eher kurz. Es geht über den Passo Ciabana und entlang der Ostflanke der Punta de Copada und hinauf zur Forcella de le Ciavazole. Zum Schluss geht es durch eine geröllige Schlucht und über Wiesen und durch Wälder abwärts zum Rifugio Bosconero.

Etappe 8: Rifugio Bosconero - Bivacco Tovanella

Die 8. Etappe zeichnet sich vor allem durch den langen Abstieg von über 2.000 m aus. Zuvor gilt es aber entlang der Westseite der Rocchette de la Serra einige drahtseilversicherte Passage zu bewältigen. 

Etappe 9: Bivacco Tovanella - Longarone

Die letzte Etappe auf dem Dolomiten Höhenweg Nr. 3 ist angebrochen. Sie ist mit nur etwas mehr als 3 Stunden recht kurz und führt hauptsächlich abwärts. Es bleibt also noch genügend Zeit, sich in Longarone zu entspannen, bevor man die Heimreise antritt. 

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