Im Juli haben fast alle Hütten in den Alpen geöffnet und viele Bergblumen stehen in voller Blüte. Gleichzeitig locken türkisfarbene Bergseen, spektakuläre Ausblicke und gut ausgebaute Wanderwege Naturliebhaber in die Berge. Wer die Ferienzeit aktiv nutzen möchte, findet jetzt optimale Bedingungen für einen Wanderurlaub mit der ganzen Familie. Diese 10 Wanderungen sind besonders schön.
Abkühlung verspricht die Wanderung zur Schellenberger Eishöhle am Untersberg: In der größten Eisschauhöhle Deutschlands hat es Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. Deshalb sollte man trotz des schweißtreibenden Aufstiegs vom Parkplatz an der Berchtesgadener Ache warme Kleidung in den Rucksack packen. Die Eishöhle ist nur mit Führung zugänglich - jeweils zur vollen Stunde von 10–16 Uhr kann man sie besichtigen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Zurück geht es entweder auf dem selben Weg – oder man wandert weiter zum Zeppezauerhaus und fährt mit der Seilbahn zurück ins Tal.
Die kurze Wanderung erschließt einen herrlichen Blick über den Wolfgangsee und verheißt eine erfrischende Abkühlung als Tourenabschluss. Denn wer sich nach der Unternehmung nicht mit einem Sprung ins kühle Nass belohnt, ist selbst Schuld. Insgesamt ist diese Wanderung bestens als After-Work-Tour an heißen Sommertagen geeignet.
Die Wolayerseehütte liegt am Karnischen Höhenweg und ist deshalb oft im Sommer für Übernachtungen ausgebucht. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht zu der malerisch gelegenen Hütte am Wolayersee wandern kann – denn von der Unteren Valentinalm ist sie auch im Rahmen eines Tagesausfluges erreichbar. Auf dem Weg dorthin hat man einen beeindruckenden Blick auf die Karnischen Alpen.
Diese familienfreundliche – aber lange – Wanderung in den Allgäuer Alpen führt zu gleich drei glasklaren Bergseen. Von der Bergstation der 8er Gondelbahn Neunerköpfle führt der Weg erst auf den gleichnamigen Gipfel, dann entlang des Saalfelder Höhenweges durch Bergwiesen voller Alpenrosen und Enzian. Vom ersten der drei Seen – der Lache – geht es dann stetig abwärts zu Traufalpsee und Vilsalpsee, bis man zurück im Tannheimer Tal ist.
Die Schweiz in ihrer schönsten Form erlebt man auf dieser zweieinhalbstündigen Wanderung in der Nähe von Zermatt. Dank Seilbahn startet man schon auf 2.500 Metern Seehöhe und erlebt so eine hochalpine Landschaft ohne große Mühen. Auf der mittelschwierigen Wanderung kommt man an fünf Bergseen vorbei, in denen sich das berühmte Matterhorn spiegelt. Und als wäre das nicht schon genug, kommt man auch dem mächtigen Findelgletscher ganz nahe.
Zum Glück beginnt die Wanderung durch die 1.000-Stufen-Schlucht in Südtirol mit einer Fahrt mit der Texelbahn – so schont man die Beine für die vielen, vielen Stufen, die danach kommen. In stetigem Auf und Ab folgt man hier dem Meraner Höhenweg und kann unterwegs in mehreren Berggasthöfen einkehren. Wem danach die Füße wehtun, kann sich schon jetzt auf die Fahrt mit der Seilbahn Unterstell-Naturns freuen, die einen am Ende der Wanderung wieder zurück ins Tal bringt.
Die Gratwanderung vom Brienzer Rothorn bis zum Harder Kulm gehört zu den schönsten Panoramatouren in der Schweiz. Man darf sie auf keinen Fall unterschätzen: die Bergtour ist lange, technisch fordernd und teilweise ausgesetzt. Deshalb sollten sich nur erfahrene Bergwanderinnen und -wanderer dieser Tour stellen. Wer die nötigen Kenntnisse und Ausdauer mitbringt, wird mit einer traumhaften Aussicht auf Brienzersee, Eiger, Mönch und Jungfrau belohnt.
Eine wunderschöne Tageswanderung führt in einer Runde zu den Spronser Seen auf einem Hochplateau in den Ötztaler Alpen. Schon die Auffahrt mit dem Korblift Vellau-Leiteralm ist ein Erlebnis und die Wanderung selbst führt an vier der zehn Spronser Seen vorbei. Das Schutzhaus Hochgang oder die Oberkaseralm bieten sich für eine Einkehr an – beide servieren Südtiroler Spezialitäten. Da es auf der Wanderung einige mit Drahtseil versicherte Stellen gibt, sollte man genügend Bergerfahrung mitbringen.
Die durchgehend flache Wanderung durch die Schwarzachklamm in der Nähe von Nürnberg ist ein perfekter Tagesausflug für Familien in den Sommerferien. Von der Waldschänke Brückkanal startet die zweistündige Rundwanderung, bei der man in der Sandsteinschlucht immer wieder Höhlen, Brücken und natürlich jede Menge Wasserzugänge findet. Ein schöner Abschluss ist eine Einkehr im Biergarten der Waldschänke, der auch einen Spielplatz für Kinder hat.
Dass die Gletscher der Alpen immer schneller ihre beeindruckende Eisdecke verlieren, ist eine traurige Tatsache. Umso mehr Grund, sich die gefährdeten Eisriesen auf einer Wanderung im Nationalpark Hohe Tauern im Juli 2026 anzusehen. Vom Matreier Tauernhaus startet die Wanderung ins Innergschlöss, wo man am Fuße des Großvenedigers die Gletscherzunge des Schlatenkees bewundern kann.