Viertausender

Bergportrait: Vincentpyramide (4.215 m)

Wissenswertes • 17. Mai 2019

Die Vincentpyramide (4.215 m) liegt unweit der Grenze von Italien und der Schweiz, befindet sich aber bereits gänzlich auf italienischem Staatsgebiet. Ihre Erstbesteiger trieb es weder aus sportlichem Ehrgeiz noch aus Neugier auf den Gipfel – sie waren auf der Suche. Wonach? Hier erfahrt ihr es.

Sonnenaufgang an der Vincentpyramide im Monte-Rosa-Massiv in Italien
Foto: mauritius images / Markus Thomenius / Alamy
Sonnenaufgang an der Vincentpyramide (4.215 m) im Monte-Rosa-Massiv in Italien

Höhe und Lage

Die Vincentpyramide ist 4.215 m hoch und liegt südlich vom Schwarzhorn im östlichen Walliser Grenzkamm. Sie ist gewissermaßen der „letzte Berg“ des Monte-Rosa-Massivs, betrachtet man sie nämlich vom Balmenhorn (4.167 m) aus, scheint dahinter doch alles ins Bodenlose abzufallen.

Nur ein Kilometer trennt die Vincentpyramide von der italienisch-schweizerischen Grenze, sie liegt aber bereits gänzlich auf italienischem Staatsgebiet – über ihren Gipfel verläuft zudem die Grenze zwischen Aostatal und Piemont. Durch den nahegelegenen Stützpunkt stellt die Vincentpyramide eine ideale Eingewöhnungstour für anspruchsvollere Viertausender dar. Von der Gnifetti Hütte (3.647 m) sind gerade einmal 568 Höhenmeter in rund zwei Stunden Gehzeit zum Gipfel der Vincentpyramide zu bewältigen.

Vincentpyramide: Bergsteiger im italienischen Monte-Rosa-Massiv
Foto: mauritius images / Markus Thomenius / Alamy
Vincentpyramide: Bergsteiger im italienischen Monte-Rosa-Massiv

Geschichte

Erstmals bestiegen wurde die Vincentpyramide am 5. August 1819 über den Südosthang durch den Bergbauingenieur Johann Nikolaus Vincent, den Jäger Jacques Castel und zwei Minenarbeiter. Vincent war zugleich Besitzer der Goldminen von Alagna. Wie er zu der Besteigung eines Viertausenders kam? Es war die Suche nach Hochgebirgsgold, die das illustre Quartett auf den Gipfel der Vincentpyramide trieb. Der Name des Bergs erinnert heute noch an den Goldbaron und Erstbesteiger Vincent.


Die Vincentpyramide im Überblick:

  • Höhe: 4.215 m
  • Lage: Östlicher Walliser Grenzkamm/Monte-Rosa-Gruppe
  • Talort: Alagna
  • Stützpunkt: Gnifetti Hütte (3.647 m)
  • Erstbesteigung: 1819

Die Gnifetti Hütte im Detail

Gnifetti Hütte
Hütte • Aostatal

Gnifetti Hütte (3.647 m)

Die große Gnifetti Hütte liegt im italienischen Monte-Rosa-Massiv auf einem Rücken zwischen Lys- und Garstelet-Gletscher. Sie ist ein idealer Stützpunkt für Bergsteiger und perfekter Ausgangspunkt für Besteigungen der Gipfel Dufourspitze, Parrotspitze, Signalkuppe und Vincent-Pyramide. Talort ist Alagna Valsesia.   
Geöffnet
Mär - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Touren

Von der Gnifetti Hütte über den Gletscherboden in Richtung Lisjoch bis unter die Felsinsel Balmenhorn aufsteigen. Gen Osten über den Sattel Colle Vincent (4.087 m) hinauf auf den Gipfel der Vincentpyramide auf 4.215 m.

Ein anderer lohnender Zustieg führt von der Gnifetti Hütte über die Südwestflanke auf den Gipfel.


Tourentipp

Berg- und Hochtouren • Aostatal

Vincentpyramide

Dauer
2:30 h
Anspruch
L leicht
Länge
2,8 km
Aufstieg
749 hm
Abstieg
749 hm

Gut zu wissen

Die Vincentpyramide kennt man je nach Land unter verschiedenen Namen. Im Walserdeutschen ist sie die „Vincentpiramid“, im Italienischen die „Piramide Vincent“, im Französischen die „Pyramide Vincent“.

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