Ernst wandert weit, Teil 3

Traum-Panoramen statt Promis – unterwegs am Kitzbüheler KAT Walk

Blog • 23. Juli 2019

Ernst Merkinger ist bis September auf 8 der schönsten Weitwanderwegen in Österreich, Bayern und Südtirol unterwegs. Auf dem KAT Walk in den Kitzbüheler Alpen beeindruckt ihn nicht nur die Steilheit der berühmten „Streif“-Abfahrtsstrecke.

Ernst Merkinger wandert weit KAT Walk
Foto: Ernst Merkinger
So lässt es sich Rasten - Traumblick auf den Großen Rettenstein (2.366 m)

Wenn ich an Kitzbühel denke, assoziiere ich zuallererst das legendäre Hahnenkamm-Rennen, als alter Weitwander-Narr im nächsten Atemzug selbstverständlich den KAT Walk (auch bekannt als „Kitzbühler Alpen Trail“), aber auch die Fernsehserie „Der Bergdoktor“ und den Schlager- und Skistar Hansi Hinterseer, der ja ein waschechter Kitzbüheler ist. Dass ich in meiner Unterkunft, dem Hotel Reisch, sowohl den „Bergdoktor“-Darsteller Hans Sigl, als auch – kurz nach meinem Aufbruch auf Etappe 5 – Hansi Hinterseer über den Weg laufe, amüsiert mich und zeigt, dass in der kleinen Tiroler Alpenstadt auch im Sommer mächtig der Bär steppt…

Ernst Merkinger wandert weit KAT Walk
Foto: Ernst Merkinger
Ernst trifft Ernst - auf Etappe 5 von Kitzbühel nach St. Johann in Tirol ist Ernst Johann „Hansi" Ernst Hinterseer über den Weg gelaufen

Durch Alpenrosen-Meere

…außer man bewegt sich abseits des Geschehens am KAT Walk. Dort herrscht Stille vor, trifft man ab und an Wanderer, echte Originale wie den „Almliteraten“ Sepp Kahn, der seit 29 Jahren abgeschieden von jeglicher Zivilisation von Juni bis September in der über 300 Jahre alten Lärchenbergalm seine Gedichte und Geschichten niederschreibt („Waldluft“ ist sein neuester Roman), wandert durch Alpenrosen- und Heidelbeermeeren und von einer Alm zum nächsten urigen Bauernhof.

Einzig der letzte Teilabschnitt der Etappe 4 vom Alpengasthof Labalm bis Kitzbühel tanzt ein wenig aus der Reihe, da an diesem Tag die „Streif“ am Programm steht. Und zwar zu Fuß bergab! Als begeisterter Beobachter des Weltcup-Skizirkus‘ kenne ich die legendäre Abfahrtsstrecke in- und auswendig – allerdings nur als Fernsehzuseher. Das brutale Ausmaß der Mausefalle – dort, wo die Athleten mit den Brettern bis zu 80 Meter runterspringen – wird mir erst direkt vor Ort bewusst.

Ernst beim „Almliteraten“ Sepp Kahn

Die „Streif“ ohne Ski

Der KAT Walk zeichnet sich für mich persönlich durch das wirklich gut durchdachte Konzept von Seiten des Tourismusverbands aus, denn der in der sechsten Saison seiende Weitwanderweg spielt wirklich alle Stückerl. Einerseits kann das Wanderherz aus einer Alpin-Route (6 Etappen, 106 Kilometer bzw. 6.350 Höhenmeter) und einer alternativen Kompakt-Route (5 Etappen, 76 Kilometer und 4.950 Höhenmeter) wählen. Wer gerne in die Pedale tritt, kann auch per Bike die Kitzbüheler Alpen erkunden. Wer sich das Weitwander- Leben erleichtern möchte, der kann zwischendurch auf Gondeln oder den KAT Walk-Gepäcktransport zurückgreifen – vor allem für Wanderer mit Hund, die das Hundefutter nicht mitschleppen wollen, bietet sich dieses Service an, aber logischerweise auch für diejenigen, die am Abend doch lieber mit High Heels, statt mit Wanderschuhen ausgehen wollen.

Traumblick auf den „Koasa“

Ein prägnantes Markenzeichen der Region sind natürlich auch die imposanten und bekannten Bergketten und -gipfel, die ab Etappe 3 besonders zur Geltung kommen. Allen voran am Weg von Windautal bis Aschau, auf dem man stets den „Großen Rettenstein“ vor der Nase hat. Auch der eindrucksvolle Blick auf Etappe 5 vom Kitzsteinhorn Richtung „Wilder Kaiser“ hat sich besonders in meine Großhirnrinde eingebrannt und wird mich in meinen Träumen wohl noch länger verfolgen.

An Traumpanoramen mangelt es am KAT Walk nicht

Tja, und dass dann das Wetter, trotz widrigster Wettervorhersagen auf verschiedensten Wetter-Portalen, auch noch mitgespielt hat, freut Ernst umso mehr. Wobei wie heißt´s so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung… Dank seines Ausstatters Jack Wolfskin braucht er sich diesbezüglich definitiv keine Sorgen zu machen. Ein besonderes Ausstattungs-Stück hat er auch dabei – den wiederverwertbaren Müllsack ReWasty. Eine Traumlandschaft wie die Kitzbüheler Alpen muss wirklich nicht mit weggeworfenen Jausensackerln, Feuerzeugen und Co. verunstaltet werden. Hier einige Hard-Facts zu seiner „mobilen Müll(ein)sammelstelle“:

  • wiederverwertbarer Müllbeutel
  • aus 100 % recyceltem Material
  • PFC-frei
  • Maße: 43 x 18 x 18 cm
  • Gewicht: 30g
  • 10 Liter Volumen

Und in diesem Video könnt ihr meine vollständige Packliste einsehen:

Ernst Merkinger Weitwandern
Ernst Merkinger (28) hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und wandert als „digitaler Pilger“ durch die Welt: Sein neuestes Abenteuer führt ihn von Mai bis September 2019 über 8 der schönsten Weitwanderwege im Alpenraum. Was er dafür in seinen Rucksack packt, verrät er uns hier.
Wanderbegleiter aus recyceltem Material: der ReWasty-Müllsack
Foto: Jack Wolfskin
Wanderbegleiter aus recyceltem Material: der ReWasty-Müllsack

PS.: Es sei noch erwähnt, dass ich sowohl von Wien an-, als auch von meiner Enddestination St. Ulrich am Pillersee mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abgereist bin. Das bedeutet ca. 4,5 h Fahrtzeit, das Einsparen von 0,06 Tonnen CO2 und gibt einem zudem die Gelegenheit bei der Hinfahrt die Etappen nochmals geistig durchzugehen bzw. bei der Rückfahrt die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Noch Fragen?

Noch mehr Eindrücke vom Weitwanderweg findet ihr auf Ernsts persönlichem Blog ernstjetzt.com.

Der Weitwanderweg im Detail

Auf dem KAT-Walk alpin durch die Kitztbüheler Alpen
Beeindruckend, malerisch, überraschend

Auf dem KAT-Walk Alpin durch die Kitzbüheler Alpen

Viele kennen die Kitzbüheler Alpen vor allem vom Winter. Immerhin schreibt der alpine Skilauf mit der „Streif“ in Kitzbühel jedes Jahr aufs Neue Geschichte. Dass die Kitzbüheler Alpen im Sommer auch ein herrliches und zum Teil auch einsames Wandergebiet sind, das viele Begegnungen mit Menschen, der Natur und Kultur, aber auch mit sich selbst, zulässt, lässt sich auf dem KAT-Walk Alpin erleben. 

Alle 8 Weitwanderwege findest du hier:

Am jungen Lech entlang des Lechwegs
Ernst wandert weit

Die 8 Weitwanderwege

Ernst Merkinger bestreitet von Mai bis September 2019 acht der schönsten Weitwanderwege im Alpenraum. Was er unterwegs erlebt, könnt ihr hier mitverfolgen. In diesem Beitrag stellen wir euch die acht Mehrtages-Touren im Detail vor.

Mehr zum Thema

Ernst Merkinger wandert Gastein Trail
Ernst Merkinger nimmt zwischen Mai und September 8 der schönsten Weitwanderwege in Österreich, Bayern und Südtirol in Angriff. Im Salzburger Gasteinertal beeindrucken ihn Landschaft und Leute gleichermaßen.
Ernst Merkinger wandert weit
Ernst Merkinger nimmt zwischen Mai und September 8 der schönsten Weitwanderwege in Österreich, Bayern und Südtirol in Angriff. Zum Auftakt geht er einen Teilabschnitt der Steirischen „Gletscher zum Wein“-Nordroute. Warum ihm das trotz einiger Regentage viel Freude bereitet, lest ihr hier.
Foto: Manuel Gruber
Ernst Merkinger (28) hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und wandert als „digitaler Pilger“ durch die Welt: etwa 3.400 km von Wien über den Jakobsweg nach Marrakesch oder 750 km über den Alpe-Adria-Trail – vom Fuße des Großglockners bis ans Meer. Sein neues Abenteuer führte ihn von Mai bis September 2019 über acht der schönsten Weitwanderwege im Alpenraum. Was er unterwegs erlebt hat, könnt ihr hier nachlesen.

Bergwelten entdecken