Weitwandern

In 5 Etappen durch die Schladminger Tauern

Touren-Tipps • 5. Juli 2018

Südlich des Dachsteinmassivs breiten sich die Schladminger Tauern aus. Ein Großteil der 300 Bergseen und knapp 150 Wasserfälle der Niederen Tauern liegen hier, ebenso wie zahlreiche lohnende Bergziele. Wir stellen euch den Schladminger Tauern Höhenweg vor, der auf 5 Etappen und über 45 km durch die Steiermark führt.

Höchstein in den Schladminger Tauern
Foto: TVB Schladming/Gerhard Pilz
Etappe 5: Blick zum Höchstein (2.543 m) in den Schladminger Tauern

Etappe 1: Hochwurzenhütte - Giglachseen

Der Höhenweg nimmt seinen Ausgang auf dem Gipfel des Hochwurzen (1.850 m) bei der Hochwurzenhütte, die man bequem mit der Gipfelbahn erreicht. Über Weg 60 geht es bergab zum Hüttecksattel und durch Lärchen- und Zirbenwälder wieder hinauf auf den Gipfel des Rossfeld (1.919 m). Weiter über Weg 773 wird mit dem Guschen (1.982 m) der nächste Gipfel in Angriff genommen. Ehe es weiter in Richtung Schiedeck (2.339 m) geht, empfiehlt sich für ambitionierte Bergsteiger noch ein Abstecher auf das Hochfeld (2.189 m). Das Schiedeck wird ansonsten unterhalb in Richtung Kampspitze gequert, bis man schließlich den Brettersee erreicht und bald darauf die erste von zwei Übernachtungsmöglichkeiten: die Ignaz-Mattis-Hütte (1.986 m) oberhalb des Unteren Giglachsees. Alternativ dazu kann man auch in der Giglachseehütte (1.950 m) nächtigen.

Die Ignaz-Mattis-Hütte im Detail

Ignaz-Mattis-Hütte links oberhalb des Giglachsees
Hütte • Steiermark

Ignaz-Mattis-Hütte (1.986 m)

Die urige Ignaz-Mattis-Hütte (1.986 m) ist eine Schutzhütte des österreichischen Alpenvereins in den Schladminger Tauern und liegt über dem Nordufer des idyllischen Giglachsees in der Steiermark. Die Hütte ist ein optimaler Ausgangspunkt für Wander- und Mountainbike-Touren. Viele Gipfel, wie etwa die Vetternspitze (2.524 m), Kampspitze (2.390 m) oder die Steirische und Lungauer Kalkspitze (2.459 m bzw. 2.471 m) können von hier aus erklommen werden.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 2: Giglachseen - Keinprechthütte

Etappe 2 führt über das Wegkreuz bei der Tonnerhütte auf Weg 702 in Richtung Rotmandlscharte und Keinprechthütte über einen schönen Steig ins Vetternkar. Vorbei an den Überresten einer ehemaligen Bergknappen-Behausung im Kessel des Kars geht es in Serpentinen steil auf die Rotmandlspitze (2.453 m). Bergab führt der Weg wiederum steil erst über Grate und Geröll, schließlich über grasige Hänge und teils versicherte Passagen bis zur Keinprechthütte (1.872 m).

Die Keinprechthütte im Detail

Keinprechthütte
Hütte • Steiermark

Keinprechthütte (1.872 m)

Die Keinprechthütte (1.872 m) hat ihren Platz in den zu den Niederen Tauern gehörenden Schladminger Tauern in der Steiermark. Sie befindet sich am Talschluß des Rohrmooser Obertals, das sich von Schladming südwärts erstreckt, inmitten einer imposanten Bergwelt am Fuß der Zinkwand. Es handelt sich hier um ein früheres Bergbau-Gebiet durchzogen von Knappenpfaden. Aus der Zinkwand wurden von 1766 bis 1818 Kobalterze zu Tage gefördert. Die Bergbau-Vergangenheit wird bei der Begehung des Himmelskönigin-Stollens sichtbar. Die Hütte liegt am Zentralalpenweg 02 und am Schladminger Tauern Höhenweg. Das Gebiet zieht Kurz- und Weitwanderer, Bergsteiger, die Gipfel unterhalb der 3.000-Meter-Marke lieben, Schneeschuhgeher und natürlich auch Mounbtainbiker, die Strecken durch langgezogene Täler mögen, an. Das Rohrmoos Obertal eignet sich besser zum Winterwandern und Schneeschuhgehen als für Skitouren.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Etappe 3: Keinprechthütte - Gollinghütte

Über Wandersteig 702 geht es auf Etappe 3 über grasige Hänge steil hinauf zur Trockenbrotscharte (2.237 m) und über die Landawirseehütte wieder bergab entlang eines Karrenwegs in den Göriachwinkel, von wo aus der Pfad hinauf auf die Gollingscharte (2.326 m) leitet. Wieder hinab und vorbei am größten natürlichen Amphitheater der Welt (am Fuße der Nordwand des Hochgollings) erreicht man schließlich das dritte Etappenziel, die Gollinghütte (1.643 m).

Etappe 4: Gollinghütte - Preintalerhütte/Waldhornalm

Etappe 4 führt teils ausgesetzt weiter über Weg 702 – vorbei am höchstgelegenen See der Schladminger Tauern – hinauf auf den Greifenberg (2.618 m). Über Schotter geht es bergab in den Klafferkessel, eine hochalpine Seenplatte voll leuchtendem Moos und mit mehr als 30 Bergseen. Über die Klafferscharte geht es weiter steil bergab in die Lämmerkare und an der Flanke des Waldhorns weiter bis zur Preintalerhütte (1.656 m). Alternativ dazu kann man auch auf der privaten Waldhornalm nächtigen.

Etappe 5: Preintalerhütte/Waldhornalm - Planai-Seilbahn

Die letzte Etappe des Schladminger Tauern Höhenwegs hat es noch einmal in sich. Von Weg 702 geht es auf Weg 782 entlang des Höfertsteigs vorbei an den Almruinen der Neualm und weiter über Weg 781/779 in Richtung Planai. Durch wunderschöne Almlandschaften hindurch erreicht man schließlich das Wegkreuz Kaltenbach. Weiter zur Hasenkarspitze (2.284 m) und zum Spielbühel führt der hochalpine Wandersteig entlang der Gipfel von Sonntagerhöhe (2.310 m), Rauhenberg (2.268 m) und Seerieszinken (2.221 m). Endlich bergab geht es zum Krahbergsattel und von dort weiter zur Planai-Seilbahn (Betriebszeiten beachten!), dem Endziel des Höhenwegs.

Schladminger Tauern Höhenweg: Planai Höhenweg
Foto: TVB Schladming/Gerhard Pilz
Etappe 5: Entlang des Planai Höhenwegs von der Preintalerhütte zur Planai-Seilbahn

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