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Foto: Martin Schachenhofer, Bergwelten
Wandern in Graubünden

110 Jahre Schweizerischer Nationalpark

• 7. März 2024
2 Min. Lesezeit

Die Schweiz beherbergt nur einen einzigen Nationalpark. Dieser besteht aber bereits seit 1914 und stellt das letzte echte Wildnisgebiet Europas dar. Bergwelten-Autor Dominik Prantl wanderte durch den Schweizerischen Nationalpark und hat sich unter Anleitung einer Nationalpark-Rangerin angesehen, wie sich die Natur ganz ohne menschliche Eingriffe entwickelt. Seine Erfahrungen und Eindrücke schildert er im aktuellen Bergwelten-Magazin (Ausgabe April/Mai 2024). Wir haben hier die schönsten Wanderungen im Schweizerischen Nationalpark für dich zusammengestellt.

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Der Schweizerischer Nationalpark befindet sich im Osten der Schweiz im Kanton Graubünden, konkret im Viereck Zernez–S-chanf – Ofenpass – Scuol im Engadin. Es gibt keine Land- und Forstwirtschaft, keine Beweidung, keine Jagd und keinen Bergbau – die Schutzkategorie lautet „1a, Wildnisgebiet“, die höchste von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) zu vergebene Stufe. Die Natur hat absoluten Vorrang, natürliche Prozesse sollen frei und ungehindert ablaufen dürfen. Damit ist der Schweizer Nationalpark ein echtes Freiluftlaboratorium, das viele bemerkenswerte wissenschaftliche Erkenntnisse bring.

100 Kilometer Wanderwege führen durch den Nationalpark. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten bietet die nachhaltig geführte Chamanna Cluozza.

Tourismus findet auf eine sehr sanfte Art und Weise statt. 100 Kilometer Wanderwege führen durch den Park, es gibt nur eine bewirtschaftete Schutzhütte. Um Fauna und Flora möglichst wenig zu beeinträchtigen, sind einige Regeln zu beachten, wie z.B. ein striktes Wegegebot und ein Reit- bzw. Mountainbikeverbot. Es dürfen außerdem weder Pilze noch Beeren gepflückt werden, auch darf man kein Feuer machen oder ein Zelt aufschlagen.

Belohnt wird man dafür mit einer faszinierenden Naturlandschaft und zahlreichen Wildtierbeobachtungen. Murmeltiere, Hirsche, Gämsen und Steinböcke bekommt man fast immer zu Gesicht. Wer den Blick nach oben hebt und auch den Himmel im Auge behält, hat vielleicht sogar das Glück einen Adler oder Bartgeier zu erblicken. Ein Fernglas sollte man jedenfalls immer dabei haben.

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Hütte im Nationalpark

Die Chamanna Cluozza auf 1.882 Metern ist die einzige bewirtschaftete Hütte im Schweizerischen Nationalpark. Die Betreiber leben das Konzept der Nachhaltigkeit, was man nicht nur an den regionalen Köstlichkeiten merkt, sondern auch an den verwendeten Baumaterialien und der Energieversorgung.

Wanderungen im Nationalpark

1. Wanderung zur Chamanna Cluozza

Die erste Wanderung im Gebiet führt viele Gäste zur Chamanna Cluozza. Ausgehend vom Nationalparkzentrum in Zernez geht es aufwärts in Richtung Ofenpass. Lichte Lärchenwälder, Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und tiefe Einblicke in die Cluozza-Schlucht sind Teil dieser schönen Wanderung.

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Tipp: Die Wanderung zur Chamanna Cluozza stellt gleichzeitig die erste Etappe der 6-tägigen Nationalpark-Wanderung dar, die von Zernez über den Ofenpass und die Sesvennahütte bis Scuol führt.

2. Zum Murtersattel

Eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, Wildtiere beobachten zu können, besteht auf der Wanderung von der Chamanna Cluozza zum Murtersattel - oder umgekehrt von Vallun Chafuol zur Hütte.

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3. Über die Macun-Seenplatte

Eine tagesfüllende und einsame aber landschaftlich unvergleichlich schöne Tour führt von Zernez zu den Lais da Macun und anschließend hinunter nach Lavin. Die Macun-Seenplatte liegt auf rund 2.600 Metern und wird von 23 Seen gebildet. Kondition und Trittsicherheit sind für die lange Tour notwendig und im Bereich Munt Baselgia auf über 2.900 Metern muss auch im Sommer mit einzelnen eisigen Schneeresten gerechnet werden.

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