Tourentipp

Klettersteig: Grattour auf den Hohen Göll

Touren-Tipps • 8. August 2018
von Markus Meier

Landschaftlich großartiger Klettersteig auf den Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen: Vom Kehlsteinhaus über den Mannlgrat bis auf den Gipfel auf 2.522 m. Wir stellen euch die anspruchsvolle Tour in Bayern im Detail vor.

Grenzzaun zwischen Salzburg und Bayern: Blick auf den Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen
Foto: mauritius images / Rainer Mirau
Grenzzaun zwischen Salzburg und Bayern: Blick auf den Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen

Neben König Watzmann ist der Hohe Göll (2.522 m) der beherrschende Gipfel über dem Königssee. Der mächtige Berg wurde bereits früh von Jägern bestiegen. Die erste touristische Ersteigung erfolgte 1800 durch Valentin Stanig. Auch heute noch ist der Berg beliebt, aber keinesfalls zu unterschätzen. Das gilt sowohl für den Weg vom Purtschellerhaus als auch für den landschaftlich großartigen Klettersteig über den Mannlgrat. Letzterer bietet sich vor allem an stabilen Sommertagen an.

Kehlsteinhaus (1.834 m) und Purtschellerhaus (1.694 m) im Detail:

Kehlsteinhaus
Hütte • Bayern

Kehlsteinhaus (1.834 m)

Das Kehlsteinhaus steht exponiert, knapp unterhalb des Kehlsteingipfels, auf einer Seehöhe von 1.834 m weit oberhalb von Berchtesgaden in Bayern. Von der großen Sonnenterrasse des Berggasthofes genießt man einen herrlichen 360° Panoramablick in die Voralpen, auf Berchtesgaden und zum Hohen Göll in den Berchtesgadner Alpen. Das im Jahre 1939 erbaute Haus war wegen seiner unrühmlichen Vergangenheit seiner Erbauer bis 1951 Sperrgebiet und wurde im Jahre 1952 an die DAV-Sektion Berchtesgaden verpachtet.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet
Purtschellerhaus
Hütte • Salzburg

Purtschellerhaus (1.694 m)

Mitten durch das Purtschellerhaus (1.694 m ) verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich – die Gaststube befindet sich in Bayern, die Toilette in Salzburg. Am Boden ist das Übertrittsgebiet mit einem dicken Strich markiert. Weil es nach dem Zweiten Weltkrieg verboten war, von Deutschland nach Österreich überzutreten, trafen einander Menschen im Purtschellerhaus, um miteinander zu plaudern. Es war die einzige Möglichkeit zur direkten Kommunikation. Von der Terrasse des Hauses in den Berchtesgadener Alpen bietet sich Wanderern, Tagesausflüglern und Kletterern ein überwältigender Blick über den Salzburger Tennengau, die Stadt Salzburg und das Lattengebirge. Das Schutzhaus ist Stützpunkt für erfahrene Bergsteiger, die über den Normalweg auf den Hohen Goll gehen können. 15 Minuten oberhalb des Purtschellerhauses befindet sich ein Klettergarten mit Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden III bis VI. Im Winter ist das Haus wegen der hoher Lawinengefahr nicht zugänglich.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Ausgangspunkt der Tour ist das Kehlsteinhaus, das im Dritten Reich zum Führersperrgebiet Obersalzberg gehörte. Heute dient das Haus als Berggasthaus und mahnende Erinnerung an die NS-Diktaktur. Das schön gelegene Haus erreicht man mit den Spezialbussen der Kehlsteinlinie vom Obersalzberg. Hier genießt man vor allem die grandiose Aussicht auf die Berchtesgadener Bergwelt und den tief im Tal gelegenen Königssee.

3D-Kartenausschnitt der Tour über den Mannlgrat auf den Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen in Bayern
Foto: Bergwelten.com
3D-Kartenausschnitt der Tour über den Mannlgrat auf den Hohen Göll in den Berchtesgadener Alpen in Bayern

Der Weg zum Hohen Göll ist ziemlich weit, daher sollte man frühzeitig in Richtung Gipfel aufbrechen. In leichter Turnerei geht es über den schönen Mannlsteig hinauf zur Göllleiten. Die schwierigen Stellen sind dabei gut mit Drahtseilen und Eisenstiften versichert. An der Göllleiten zieht der Weg vom Purtschellerhaus hinauf. Auf einem aussichtsreichen Panoramaweg geht es schließlich bis ganz hinauf auf den Gipfel des Hohen Gölls.

Auch wenn man hier oben selten alleine ist, lohnt sich eine ausgiebige Gipfelrast. Die Aussicht nämlich sucht ihresgleichen: Der Blick reicht vom Dachstein im Osten über den Hochkönig und die Hohen Tauern im Süden bis zum beeindruckenden Watzmann in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Tour im Detail:

Buch-Tipp

Viele weitere lohnende Touren in den bayerischen Alpen findet ihr im Tourenbuch „Panoramawege Bayerische Alpen“ von Markus und Janina Meier, erschienen im Bruckmann Verlag.

Cover: „Panoramawege Bayerische Alpen“ von Markus und Janina Meier (Bruckmann Verlag)
Foto: Bruckmann Verlag
Cover: „Panoramawege Bayerische Alpen“ von Markus und Janina Meier, erschienen im Bruckmann Verlag

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