Wandern am Eifelsteig
Foto: Stephan Sam
Tourentipps

Wandern am Eifelsteig

Magazin • 5. September 2019

Eine fast unberührte Landschaft öffnet sich sanftem Tourismus: Traumwege am Eifelsteig, wo man Ruhe und Einsamkeit findet, uralte Läuse ausgräbt und den Mann mit der Karre trifft. Die ganze Geschichte könnt ihr in der Deutschland-Ausgabe des Bergwelten Magazins (April / Mai 2017) nachlesen. Die schönsten Tourentipps & feinsten Tipps rund um den Eifelsteig findet ihr hier!

EIfelsteig Bergwelten
Foto: Stephan Sahm
Auf der Wanderung von Daun nach Manderscheid

Text: Martina Powell

3 Tourentipps: Am Eifelsteig

Drei Vulkanseen, zwei Etappen und eine Schubkarre: Der Eifelsteig führt durch die schönsten Landschaften Deutschlands und lehrt, dass man mit viel Gemütlichkeit und ungewöhnlichen Mitteln auch ans Ziel kommt.

Alle 15 Etappen des Eifelsteiges im Detail

Eifelsteig
Von Aachen bis nach Trier

Wandernd durch die Eifel

Über eine Strecke von 313 Kilometern schlängelt sich der Eifelsteig von Aachen bis nach Trier. Der Weg führt durch abwechslungsreiche Landschaften: Das Hohe Venn ist das größte lebendige Hochmoor in Europa, und im Mittelgebirge wechseln sich Wälder mit Weideland ab. Ständiger Begleiterauf dieser Reise ist das Wasser, das den Steig mit Flüssen, Bächen und Seen begleitet.

1. RUND UM DIE AUGEN DER EIFEL

 Von Daun nach Manderscheid

Auf dieser Etappe kommen Naturliebhaber und Genießer voll auf ihre Kosten. Schon nach einem kurzen Stück steht man auf dem Mäuseberg, wo der Dronketurm einen hervorragenden Ausblick auf die Landschaft und Maare bietet. Der Steig führt an der sagenumwobenen Weinfelder Kapelle vorbei (es heißt, das Dorf, das hier einmal stand, wurde nach einer Pestepidemie im 16. Jahrhundert aufgegeben).

Weiter geht’s zum Dorf Schalkenmehren. Hier bitte nicht vergessen: Wasser und Jausenvorräte aufstocken! Die nächsten Kilometer führen auf den Hohen List, vorbei am Observatorium und hinab ins Liesertal – also mitten durch die pure Einsamkeit. Über Brücken, Stege und an Felsen vorbei gibt der Eifelsteig zum Schluss nochmals alles – mit einem sagenhaften Blick auf die beiden Burgen bei Manderscheid.

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Waldcafé in Daun
  • Strecke: 22 km
  • Dauer: 7,5 h
  • Höhendifferenz: Aufstieg 770m, Abstieg 840m

Die Tour im Detail

2. DER EINSAMKEIT ENTGEGEN

Von Manderscheid zum Kloster Himmerod

Genauso wie die vorangegangene Etappe endete, geht es weiter: mit viel Ruhe und Einsamkeit. Auf den felsigen Abschnitten quer durch den Wald hat man die Natur des Liesertals ständig vor der Nase. In den Aussichtskanzeln bietet sich die Gelegenheit, den Wandertag mit Blick auf die mit Bäumen bedeckten Hügel ein bisschen auszudehnen (Wasser und Jause nicht vergessen).

Der Eifelsteig verlässt nach rund zwei Drittel des Weges das Liesertal und schlängelt sich hinauf zu den Feldern bei Großlittgen. Die Ortschaft markiert den letzten Abschnitt dieser Etappe, der nun schnurstracks über Wiesen und Felder zum Kloster Himmerod führt. In der Gaststätte der Abtei laden Suppe und Kuchen dazu ein, inne zu halten und die Etappe Revue passieren zu lassen.

  • Ausgangspunkt: Manderscheid, Kurhaus
  • Strecke: 18 km
  • Dauer: 5 h
  • Höhendifferenz: Aufstieg 230m, Abstieg 390m

Die Tour im Detail

3. ABSEITS DER PISTE

Der VulkaMaar-Pfad

Streng genommen ist der VulkaMaar-Pfad keine Eifelsteig- Etappe, sondern einer der vielen Partnerwege. Die Tour über dem Kerbtal der Lieser sollte man jedenfalls nicht unterschätzen (Untrainierte sollten die Etappe auf zwei Tage aufteilen). Gleichzeitig führt sie auf bestens beschilderten Wegen zu den schönsten Zielen der Vulkaneifel: zu den Manderscheider Burgen, durch die Wolfsschlucht und zum Windsborn-Kratersee – einer der seltenen Kraterseen nördlich der Alpen.

Wer mehr über die geologische Geschichte der Gegend erfahren will, sollte einen längeren Stopp auf dem Relief zwischen Manderscheid und dem Mosenbergvulkan einplanen. Dort informieren Tafeln über das vulkanische Gestein. Alternativ kann man den Weg nach dem Windsborn-Kratersee abkürzen und den Pfad Richtung Heidsmühle folgen, wo der Döppekuchen wartet.

  • Ausgangspunkt: Kurhaus Manderscheid
  • Strecke: 26,6 km
  • Dauer: 8,8 Stunden

Die Tour im Detail

Blick auf die Niederburg bei Manderscheid
Foto: Stephan Sahm
Blick auf die Niederburg bei Manderscheid

Praktische Infos: Adressen und Tipps

ANKOMMEN

Aus dem Süden fährt man mit dem Auto nach Koblenz; von dort geht’s weiter auf der A48 Richtung Trier/Köln/Ludwigshafen, dann via A1 Richtung Daun; die letzten Kilometer der B 257 folgen. Aus dem Norden kommend fährt man über Düsseldorf. Mit dem Zug ist die Station Geroldstein der nächstgelegene Anschluss zum Dörfchen Daun. Zwar fahren vom Geroldsteiner Bahnhof Busse in die umliegenden Dörfer, doch das sehr unregelmäßig bis selten.

ESSEN UND SCHLAFEN

1. MAARBLICK

Das Hotel der Familie Schneider in Schalkenmehren hat eine Speisekarte voll regionaler Spezialitäten, die Omnivoren wie Vegetariern gleichermaßen schmecken. Und einen traditionellen Schäferwagen, der am Ufer des Schalkenmehrener Maars steht. In ihm können zwei Personen übernachten.

2. HOMEBASE

Die Heidsmühle wird bereits in 5. Generation von der Familie Stadtfeld geführt – und die jahrzehntelange Verbundenheit zur Region spürt man in allen Details: Auf der Speisekarte gibt es unzählige regionale Spezialitäten (der traditionelle Döppekuchen schmeckt mit frischem Fisch ausgezeichnet) zusätzlich gibt es einen hauseigenen Spezialitätenladen.

  • Hotel-Café-Restaurant Heidsmühle Mosenbergstr. 22, 54531 Manderscheid
  • +49/6572/74, www.heidsmuehle.de

3. REFUGIUM

Wer im Gäste- und Exerzitienhaus schläft, kann hier einiges erkunden: Die Barockkirche aus dem 12. Jahrhundert, die Klosterfischerei, den riesigen Garten,oder die Alte Mühle – das älteste Bauwerk in Himmerod.

WISSEN & INFORMIEREN

Der Eifelsteig führt in 15 Etappen von Aachen nach Trier durch das deutsche Mittelgebirge. Auf einer Länge von 313 Kilometer schlängelt er sich durch eine landschaftliche Vielfalt, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Die Etappen sind zwischen 14 und 28 Kilometer lang; die Anstiege zwischen 280 und 860 Höhenmeter auch für Anfänger bewältigbar. Da es am Weg häufig keine Einkehrmöglichkeiten gibt, empfiehlt es sich, stets ausreichend Wasser und Jause dabei zu haben.

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