Das mit dem Winter ist so eine Sache. Während für viele Schnee unbedingt zum Winter gehört, sehen andere zunehmend die Vorteile, die ein schneearmer Winter mit sich bringt. Wer im Kopf flexibel genug ist, der wartet nicht stur auf den Schnee, sondern schnürt die Wanderschuhe und packt den Rucksack, denn in trockenen, schneearmen Wintern sind viele Wanderwege gut zu begehen. Sicherlich sind in der kalten Jahreszeit einige Punkte zu beachten, wie etwa die kurze Tageslänge, geschlossene Hütten und Seilbahnen und Schwierigkeiten am Weg durch z. B. vereiste Stellen. Auf was man beim Wandern im Winter besonders achten sollte, haben wir im Artikel „Wandern im Winter - darauf solltest du achten“ noch einmal explizit für dich zusammengestellt.
Der Höhenweg St. Martin im Kofel bei Schlanders eignet sich bei entsprechenden Bedingungen das ganze Jahr über für eine schöne, aussichtsreiche Wanderung mit wunderbaren Blicken in den Vinschgau. Das Gute daran: Die Seilbahn Latsch fährt das ganze Jahr über – im Winter mit etwas eingeschränkten Betriebszeiten, aber regelmäßig – und bringt Wanderer hinauf in das idyllische Bergdorf St. Martin im Kofel.
Ausgehend vom Bergstigerdof Lungiarü im Campilltal in den Dolomiten wandert man auf dieser rund vierstündigen Tour von einem Weiler zum nächsten. Dabei steht das bergbäuerliche Leben an den steilen Hängen im Mittelpunkt. Gleichzeitig genießt man aber auch wunderschöne Aussichten in den Naturpark Puez-Geisler im Dolomiten UNESCO-Welterbe.
Keinesfalls langweilig wird es am Skulpturenweg in Lana. Die talnahe Wanderung ist das ganze Jahr über machbar. Entlang des Weges findet man zahlreiche Skulpturen bekannter und weniger bekannter Künstler, die ein richtiges Landschaftskunstprojekt geschaffen haben. Außerdem ist die Wanderung sehr kurzweilig, führt von Niederlana bis in die Gaulschlucht und an der Ländpromenade zum Biotop Falschauer.
Diese Wanderung am Rittner Hochplateau ist schon alleine landschaftlich zu jeder Jahreszeit wunderschön. Die imposanten Erdpyramiden und der abwechslungsreiche Weg im Finsterbachgraben faszinieren aber vor allem auch Kinder. Außerdem gestaltet sich die Anreise besonders umweltfreundlich und ist für sich genommen schon ein Erlebnis: Mit der Rittner Bahn (bis auf Revisionsszeiten im April und November ganzjährig in Betrieb) geht es von Bozen direkt hinauf auf das Hochplateau und weiter mit der Schmalspurbahn, die zwischen Oberbozen und Klobenstein verkehrt.
Die Nähe zum Tal und die sonnige Lage machen den Weinlehrpfad Kurtatsch das ganze Jahr über begehbar. Der in winterliche Ruhe gebettete Weinberg hat durchaus seine Reize und entlang des Weges erfährt man viel Wissenswertes über die lange Tradition des Weinbaus in Südtirol.
Den Frauwaal in Prad am Stilfser Joch macht seine sonnige Lage und die schöne Aussicht auf den Suldenbach auch an schneefreien Wintertagen als Wanderung interessant. Dabei wandert man von Prad erst am Suldenbach entlang, ehe der Weg in mittlerer Höhe ostseitig bis zur Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit führt.
Auch das Eggental lässt sich bei wenig Schnee zu Fuß auf einfachen Wegen erkunden. Der Panoramaweg etwa führt von Deutschnofen bis zur Kirche St. Helena. Eine aussichtsreiche Runde, die auch für Kinder gut geeignet ist. In der kalten Jahreszeit sollte man sich allerdings über die Öffnungszeiten der Gasthäuser erkunden oder im Fall des Falles selbst eine Jause einpacken.