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Skitourengeher im Gelände
Zu kompliziert gewarnt? Die Lawinengefahrenskala auf dem sprachlichen Prüfstand
Aktuelles1 Min.23.02.2026
Foto: Stefan Voitl
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Fünf Gefahrenstufen von „gering“ bis „sehr groß“ strukturieren die Einschätzung des Lawinenrisikos seit mehr als 30 Jahren einheitlich im gesamten Alpenraum. Doch sind ihre Formulierungen noch zeitgemäß? Die europäischen Lawinenwarndienste wollen die Skala sprachlich überarbeiten – damit die Lawinengefahr auch ohne viel Vorwissen eindeutig verständlich ist.

Die Sprache der Lawinengefahrenskala soll klarer, intuitiver und ohne großes Vorwissen verständlich werden, heißt es in einem Blogbeitrag des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung. Begriffe wie „Lawine der Größe 2" oder „erhebliche Lawinengefahr“ sind zwar präzise definiert, für Einsteigerinnen und Gelegenheits-Tourengeher bleiben sie jedoch oft abstrakt.

Ein weiteres Problem: Die Gefahrenstufe 3 werde häufig unterschätzt, sagt Christoph Mitterer vom Lawinenwarndienst Tirol im Gespräch mit ServusTV: „Bei Gefahrenstufe 3 passieren die meisten Unfälle – dadurch, dass die Bedingungen zum Skifahren meist sehr gut sind, die Gefahr aber schon erheblich ist. Das müssen wir besser kommunizieren." Genau an diesen Stellschrauben setzt die geplante sprachliche Überarbeitung an – unter anderem mithilfe einer Umfrage, die Rückmeldungen von Anfängern sowie Lawinenprofis sammelt.


Veraltete Sprache

Die fünfstufige Lawinengefahrenskala der European Avalanche Warning Services (EAWS) wurde 1993 für den gesamten Alpenraum eingeführt und war damals ein Meilenstein in der Lawinenwarnung. Seitdem hat sich die Lawinenkunde stark weiterentwickelt: neue digitale Informationskanäle sowie neue Konzepte und Definitionen zur Beurteilung der Lawinengefahr sind hinzugekommen. Die Formulierungen der Gefahrenstufen hingegen blieb seit den 1990er-Jahren beinahe unverändert.

Deshalb arbeiten die europäischen Lawinenwarndienste derzeit an einer sprachlichen Modernisierung der Skala, die spätestens im Sommer 2027 vorgestellt werden soll. Die fünf Stufen bleiben unverändert, ebenso ihre fachliche Anwendung durch die Lawinenprognostikerinnen und -prognostiker. Geändert werden soll die Sprache – mit der zentralen Frage: Verstehen diejenigen, die sich im Gelände bewegen, wirklich, was die Warnung bedeutet?


Die Gefahrenskala im Detail

Wie die Gefahrenstufen der fünfteiligen Skala derzeit definiert werden, liest du hier:

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Skitourengeher im freien Gelände
Alpinwissen
Lawinenlagebericht I: GefahrenskalaDas Aufrufen und Studieren der regionalen Lawinenvorhersage am Vorabend der Skitour gehört zu den Standardmaßnahmen für alle Wintersportler, die sich im freien Gelände abseits von präparierten Pisten bewegen. Im ersten Beitrag dieser dreiteiligen Serie (hier geht’s zu „Teil 2: Lawinenprobleme“ und „Teil 3: Gefahrenstellen“) klären wir euch über die Begriffe der Lawinenprognose auf und verraten, wie die Gefahrenskala definiert wird.
Sicherheit & Know How2 Min.

Wichtig zu wissen: Die Stufen der Lawinengefahrenskala sind nicht wie ein lineares Schulnotensystem zu verstehen. Die Gefahr steigt exponentiell: Stufe 2 ist etwa doppelt so gefährlich wie Stufe 1, Stufe 3 doppelt so gefährlich wie Stufe 2 – und so weiter.


Den Lawinenlagebericht verstehen

Die Gefahrenskala ist nur ein Teil des Lawinenlageberichts. Dieser ist wie eine Informationspyramide aufgebaut: Je weiter du nach unten gehst, desto mehr Details bekommst du – von der Übersichtskarte über die Gefahrenstufen bis hin zu den konkreten Lawinenproblemen. Wie du den Lawinenlagebericht Schritt für Schritt richtig liest, erfährst du hier:

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Der Lawinenlagebericht Schritt für SchrittPlant man eine Skitour oder einen Powdertag im Variantengelände darf er nicht fehlen – der Blick in den Lawinenlagebericht. Bunt leuchtet einem die Karte entgegen, es gibt Icons und Textabschnitte. Doch was sagen die einzelnen Bereiche genau aus und was fängt man mit den Informationen an? Franziska Ehrnsperger von der Lawinenwarnzentrale Bayern gibt uns einen kurzen Überblick, Schritt für Schritt erklärt.
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