Nach dem langen Grat-Tag sind es nur noch wenige Meter bis zum Guttenberghaus.

3 Tage unterwegs in Schladming-Dachstein: Vom Almenweg zum Klettersteig

Tourentipps
4 Min.
29.07.2026

Foto: Katharina Löffler

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Drei Tage, zwei Hütten und jede Menge Dachstein: Diese Tour führt von den grünen Almen oberhalb von Ramsau am Dachstein über den luftigen Ramsauer Klettersteig bis zum stillen Silberkarsee und durch die rauschende Silberkarklamm zurück ins Tal.

Inhalt

  1. Tag 1: Über den Roseggersteig zur Austriahütte

  2. Tag 2: Über den Ramsauer Klettersteig

  3. Tag 3: Über den Silberkarsee ins Tal

  4. Noch Kraft fürs Drahtseil?

  5. Tipps zur Anreise

Diese Runde ist wie gemacht für ein langes Bergwochenende: Tag 1 führt entspannt durch das Ramsauer Almgebiet, Tag 2 über den Ramsauer Klettersteig und Tag 3 via Silberkarsee und Silberkarklamm zurück ins Tal. Wichtig: Die zweite Etappe ist hochalpin und verlangt Klettersteigerfahrung, Schwindelfreiheit und eine sehr gute Kondition.

Tag 1: Über den Roseggersteig zur Austriahütte

Vom Gasthaus Edelbrunn geht es entweder gemütlich über die Forststraße oder – deutlich abwechslungsreicher – über den Roseggersteig zur Austriahütte. Der Steig führt zunächst durch den Wald und wird später schmaler und steiler. Kurz vor dem Brandriedel hilft eine Metalltreppe über eine kurze, steile Passage.
Dort öffnet sich der Blick auf die Ramsauer Almen und die Dachstein-Südwand. Wer Kräfte für den langen Klettersteigtag sparen möchte, nimmt die Forststraße. Der Roseggersteig ist aber eindeutig die schönere Einstimmung auf die kommenden Tage. Als eigenständige Tagestour eignet er sich auch für bergerfahrene Familien.

Hüttenabend mit Dachsteinblick

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Die Austriahütte auf 1.638 Metern ist die älteste Schutzhütte am Dachstein und ein angenehm ruhiger Stützpunkt für die erste Nacht. Praktisch für den nächsten Morgen: Bis zur Talstation der Dachstein Gletscherbahn sind es nur rund 20 Minuten.
Direkt an die Hütte angeschlossen ist außerdem das Dachstein Museum. Die Ausstellung erzählt von der alpinistischen Erschließung des Dachsteins und der touristischen Entwicklung der Region – für den Besuch lohnt es sich, vor dem Abendessen noch etwas Zeit einzuplanen.
Geführt wird die Hütte von Katharina Wallner und einem Frauenteam. Als Stärkung lohnt sich „Kraut & Rüben“, das Gericht der Schladming-Dachstein Almkulinarik by Richard Rauch. Auch das Hüttenfrühstück kann sich sehen lassen.

Österreich, Ramsau am Dachstein

Austriahütte

Hütte

Bewirtschaftet

Die Austriahuette

Österreich, Ramsau am Dachstein

Austriahütte

Hütte

Bewirtschaftet


Tag 2: Über den Ramsauer Klettersteig

Nach dem Frühstück geht es rund 20 Minuten zu Fuß zur Talstation der Dachstein Gletscherbahn. Die Gondel bringt einen direkt aus dem grünen Almgebiet hinauf in die karge Hochgebirgswelt des Dachsteins.
Sky Walk und Eispalast liegen gleich bei der Bergstation. Vor dem langen Klettersteigtag hebt man sie sich aber besser für einen eigenen Ausflug auf. Wer zwar Klettersteigerfahrung, aber noch wenig Routine mit langen alpinen Überschreitungen hat, ist mit einer Bergführerin oder einem Bergführer gut beraten. Wir waren mit Walter Walcher unterwegs.

Am Grat über Schladming-Dachstein

Schon der Zustieg ist Teil der Tour: Für das teilweise geröllige Gelände bis zum ersten Drahtseil sollte man eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Wanderstöcke helfen auf dem losen Untergrund, müssen am Einstieg aber sicher am Rucksack verstaut werden. Dann beginnt das alpine Herzstück der drei Tage.
Der Ramsauer Klettersteig ist keine kurze Sportklettersteig-Runde, sondern eine lange alpine Gratüberschreitung. Er führt über die Gamsfeldspitzen und die 2.667 Meter hohe Scheichenspitze bis zur Hohen Rams und zur Gruberscharte. Dazwischen wechseln versicherte Gehpassagen, kleinere Kletterstellen und ausgesetzte Querungen.
Das Beste ist die Lage: Auf der einen Seite blickt man hinunter nach Ramsau am Dachstein und ins Ennstal, auf der anderen öffnet sich das felsige Dachsteinplateau. Der Steig ist mit C bewertet. Von der Einstufung sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Länge, Höhe und anhaltende Ausgesetztheit verlangen Erfahrung, Konzentration und eine sehr gute Kondition.
Die Scheichenspitze markiert den höchsten Punkt – und einen ziemlich guten Platz für die Gipfeljause. Danach bleibt der Steig bis zur Gruberscharte ausgesetzt, ehe es hinunter zum Guttenberghaus geht. Wichtig: Ein früher Start, stabiles Wetter und ausreichend Wasser sind für diese Etappe Pflicht.

Urige Nacht auf dem Guttenberghaus

Das Guttenberghaus liegt auf einem aussichtsreichen Plateau unterhalb des Eselsteins. Rund um die Hütte grasen Schafe, von der Terrasse reicht der Blick weit hinunter ins Ennstal.
Innen wartet klassischer Berghüttencharakter: viel Holz, gemütliche Lager und eine urige Gaststube. Nach dem langen Grat-Tag kommen das gute Essen und die selbst gemachten Limonaden gerade richtig. Auch das Frühstück am nächsten Morgen ist für Hüttenverhältnisse ausgesprochen üppig.

Tag 3: Über den Silberkarsee ins Tal

Vom Guttenberghaus führt der Weg zunächst durch die Karstlandschaft „Am Stein“: eine eigenwillige Mischung aus Felsen, Latschen, grünen Mulden und sanft gewellten Kuppen. Der Abstecher zum Silberkarsee kostet ein paar zusätzliche Höhenmeter, lohnt sich aber. Der kleine, glasklare Bergsee liegt versteckt in einer Senke und leuchtet je nach Licht intensiv grün. Danach steigt man wieder aus der Senke hinaus.

Abstieg durch die Silberkarklamm

Über stellenweise loses Geröll geht es zur Silberkarhütte und weiter in die Silberkarklamm. Holzstege, Stufen und Brücken führen durch die enge Schlucht, während direkt daneben das Wasser über Felsen und kleine Wasserfälle rauscht. Wer die beliebte Klamm ruhiger erleben möchte, kommt möglichst früh oder erst später am Nachmittag.

Noch Kraft fürs Drahtseil?

Wer noch Reserven hat, kann in der Silberkarklamm einen weiteren Klettersteig anhängen: Hias und Rosina sind mit D bewertet, der Siega-Klettersteig mit C/D.
Wir haben den Hias-Klettersteig ausprobiert. Er ist kürzer, dafür steiler und kraftbetonter als der Ramsauer Klettersteig. Besonders stark ist seine Lage direkt über der Klamm: Unten rauscht das Wasser, während man sich über Felsstufen und Seilbrücken nach oben arbeitet.
Nach dem langen Vortag gilt allerdings: die eigenen Kraftreserven ehrlich einschätzen. Wer genug vom Drahtseil hat, folgt einfach dem Klammweg ins Tal. Nahe dem Ausgang wartet noch ein kleines, türkisfarbenes Wasserbecken – eiskalt, aber ideal für müde Füße.

Tipps zur Anreise

Die Tour funktioniert gut ohne Auto: Mit dem Zug geht es bis Schladming und von dort per Regional- oder Wanderbus nach Ramsau am Dachstein. Für den Roseggersteig steigt man bei der Haltestelle Langegasse aus. Nach dem Abstieg fährt der Wanderbus von der Silberkarklamm über Ramsau am Dachstein zurück Richtung Schladming.
Fahrplan, Hüttenplätze und den Fixplatz für die Dachstein Gletscherbahn am besten vorab prüfen. Wer in einem Schladming-Dachstein Card-Betrieb übernachtet, erhält die Schladming-Dachstein Card mit über 100 inkludierten Leistungen – von Bergfahrten über Mautstraßen bis hin zu zahlreichen Eintritten.
Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Schladming-Dachstein.

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