Wandern: Auf den Hochobir
Von der Eisenkappler Hütte auf den Gipfel
Der meistbegangene Weg auf den Hochobir beginnt mit einem „Zirbale“ oder „Lärchale“ in der 1.555 Meter hoch gelegenen Eisenkappler Hütte. Derart gestärkt steigt man durch lichten Wald vorbei an einem nachgebauten Holzarbeiter-Unterstand (Bild) hinauf zur Jahn-Wiese. Die Schotterhalden, die vom einstigen Bergbau zurückblieben, sollten man meiden: Diese ökologisch sensiblen Areale kann die Natur nur langsam zurückerobern, und die zarten Pionierpflanzen sind durch schwere Bergschuhe schnell zerstört.
An der „Kalten Quelle“ füllen wir noch einmal unsere Wasserflaschen an, ehe wir oben am Gipfel auf den Grundmauern der einstigen Hann-Warte Rast machen. Sie war einmal die höchstgelegene Wetterwarte der Monarchie; heute misst eine automatische Station die aktuellen Wetterwerte. Achtung bei der Zufahrt zur Hütte: Damit sich der Schranken öffnet, will der Mautautomat mit sechs Euro in abgezählten Münzen gefüttert werden.
Vom Wildensteiner Wasserfall auf den Gipfel
Mit einer Fallhöhe von 54 Metern ist der Wildensteiner Wasserfall einer der höchsten frei fallenden Wasserfälle Europas. Die Erfrischung können wir gut gebrauchen: Vor uns liegt der wahrscheinlich anstrengendste der neun Wege auf den Gipfel, der über Teile des Eisenwurzenwegs und der Via Alpina führt. Wir steigen zuerst vom Parkplatz über die Hofmannsalpe zur Seealpe.
Oberhalb der Eisenkappler Hütte treffen wir wieder auf den Normalweg und auf die Wanderer, die die klassische Route gewählt haben. Bei der Rast am Gipfel heißt es aufpassen: Die frechen Dohlen schnappen einem die sorgsam aufgesparten Leckerbissen sogar aus der Hand. Ambitionierte hängen noch die Runde über die Meierhof- Alm, die Trögerner Klamm und den Kärntner Storschitz bis zum Seeberg an – eine Marathontour, für die man mit mindestens zehn Stunden rechnen sollte.
Vom Schaidasattel auf den Gipfel
Der Simon-Rieger-Steig war einer von mehreren Zustiegen, über die einst die Bergleute in den Blei- und Zinnerz- Stollen am Hochobir versorgt wurden. Startpunkt ist der Parkplatz am Schaidasattel, einem 1.068 Meter hohen Pass zwischen Bad Eisenkappel und Zell-Pfarre. Für den Bergführer und Bergretter Christian Koschlak ist dieser Steig der schönste Weg auf den Hochobir: „Weil er gleichmäßig steil und trotzdem abwechslungsreich ist.“
In der ersten Stunde machen wir im Wald Höhenmeter, danach führt uns der Weg zur Ruine des 1944 zerstörten Rainer-Schutzhauses. Neben der ehemaligen Knappenunterkunft befand sich früher der erste Kräuter-Schaugarten des Landes. Bis heute blühen entlang der Mauern die Ableger, auch der Stollenzugang ist noch deutlich erkennbar. Vom Rainer-Schutzhaus sind es nur noch knapp 100 Höhenmeter bis zum Gipfel.
Adressen und Tipps rund um den Hochobir
Zum Talort Bad Eisenkappel am Fuß des Hochobir gelangt man über die A2 (Abfahrt Völkermarkt Ost oder West), von Völkermarkt folgt man der B82. Wer aufs Auto verzichtet, reist mit der Bahn nach Klagenfurt. Vom Hauptbahnhof fährt der Postbus an Wochentagen zehnmal nach Bad Eisenkappel.
VOLLE TELLER, WEICHE BETTEN
Die 1.555 Meter hoch gelegene Eisenkappler Hütte ist seit den 1950er-Jahren der beliebteste Ausgangspunkt für Hochobir-Wanderer. Hermine und Anton Jernej stärken die Gäste vom 1. Mai bis 1. November mit gewaltigen Schweinsbratenportionen, übernachten kann man in Zimmern oder im Bettenlager.
LOGENPLATZ MIT TRAUMBLICK
Direkt an der Mautstraße zur Eisenkappler Hütte liegt versteckt in völliger Abgeschiedenheit das vielleicht schönste Ferienhaus der Region: die Obiralmhütte. Christoph und Christina Steinacher veredelten den 300 Jahre alten Meierhof auf der Obiralm zu einem Schmuckstück für bis zu sechs Gäste. Ruhepol: die Sonnenterrasse mit freiem Blick auf die Steiner Alpen.
In ihrer „Werkstatt im Hof“ verkauft Stefanie Klaura typische Spezialitäten aus der Region: zum Beispiel Säfte und Marmeladen, Jauntaler Chips oder Salamis, die jeder Bauer nach Familienrezept herstellt.
Das Naturschutzgebiet Trögerner Klamm ist eine Schluchtenlandschaft zwischen Bad Eisenkappel und Zell-Pfarre und auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar. Bei einer Wanderung durch die Klamm überquert man die Grenze zwischen Europa und Afrika – hier verläuft nämlich die Naht zwischen den Kontinentalplatten.
MIT BIKE UND KAJAK IM STOLLEN
Im Geopark Karawanken kann man die Berge auch unterirdisch erkunden. Beim Stollen-Biking geht’s auf Mountainbikes durch die aufgelassenen Stollen. Die gefluteten Stollen in Glancnik können mit dem Kajak durchpaddelt werden.
Geoparkinformationszentrum Hauptplatz 7, 9135 Bad Eisenkappel
Tel.: +43/4238/82 39-15 www.geopark-karawanken.at
Tourismusverband Bad Eisenkappel Bad Eisenkappel 260, 9135 Bad Eisenkappel
Tel.: +43/4238/86 86
www.bad-eisenkappel.info