Tagliamento zwischen Braulins und Trasaghis
Foto: Ulderica Da Pozzo. Friuli-Venezia-Giulia Turismo
Von den Karnischen Alpen bis zur Adria

Radtour entlang des Tagliamento

Touren-Tipps • 27. Mai 2019
von Peter Righi

Eine Dreitagestour mit dem Rad von den Quellen des Tagliamento bis nach Lignano Sabbiadoro an der Adria. Hohe Pässe im Norden, sanfte Gebirgszüge am Alpenrand und flache Radstrecken am völlig naturbelassenen Flussbett des Tagliamento in der Landesmitte prägen die Tour bis nach Lignano Sabbiadoro an der adriatischen Küste. Auf der Radreise von etwa 180 km „erfährt“ man im wahrsten Sinne des Wortes die Schönheit der Landschaft, die Geschichte und Kultur der Städte und nicht zuletzt das vorzügliche Angebot aus Küche und Keller.

Eine abwechslungsreiche Tour mit dem Fahrrad beginnt im Quellgebiet des Tagliamento am Mauriapass in den südlichen Karnischen Alpen und folgt dem 184 km dem Verlauf des „Königs der Alpenflüsse“, der sich unaufdringlich und breit durch die archaische Landschaft der Region Friaul Julisch Venetien schlängelt. Der Tagliamento ist einer der letzten Wildflüsse Europas und er ist der einzige im gesamten Alpenraum, der einen vollkommen natürlichen Verlauf in einem extrem breiten natürlichen Flussbett aufweist. Das Szenario des wilden Flusslaufs, das vor tausenden Jahren gar nicht anders ausgesehen haben mag, ist archaisch und unvergleichbar ursprünglich.

Entlang der Strecke wechselt die Landschaft ständig: Auf die Waldgebiete in den Karnischen Alpen folgen kleine, belebte Orte und naturbelassene Uferregionen mit Weiden-, Pappel- und Erlenwäldern. Im frischen, klaren Wasser des Tagliamento tummeln sich Forellen. In einigen Orten ziehen sich Hechte, Flusskrebse zurück und am Ufer kann man neben dem Eisvogel weitere Vogelarten, wie unter anderem, den Fischadler beobachten. Seit einigen Jahren läuft ein Anerkennungsverfahren als UNESCO-Biosphärenreservat.
 

Sportlich aber auch kulinarisch

Auch wer kulinarisch diese Region entdecken möchte, findet entlang des Tagliamento viele Möglichkeiten zum Verweilen, Verkosten und Genießen. Im Frühjahr sind die Spezialitäten aus der Kräuterwelt der Carnia, wie der Waldgeißbart und Bergradicchio gefragt. Letzterer ist in Friaul unter dem Namen „radic di mont“ bekannt und ist vor allem in den höheren Regionen in den Karnischen Alpen verbreitet.

Wenn man zum bekannten Dorf San Daniele gelangt, sollte man keinesfalls eine Kostprobe vom einmaligen und unverwechselbaren Schinken versäumen, der in der ganzen Welt bekannt ist.
 

Die Etappen im Detail

Wertvolle Tipps

Die Region Friaul Julisch-Venetien verbirgt, vor allem im Hinterland, viele Besonderheiten und kann über wenig befahrene Nebenstraßen und einem wachsenden Fahrradwegenetz sehr gut mit dem Rad bereist werden. Der Fahrradtourismus ist eine aktive und umweltschonende Form diese vielseitige Region kennenzulernen. Einige Strecken können auch in Kombination von Fahrrad-mit-Zug oder von Fahrrad-mit-Bus zurückgelegt werden.

Neu ist die Fähre „X River“, die den smaragdgrünen Tagliamento im Mündungsbereich an der Küste überquert und dabei die Orte Lignano Sabbiadoro (vom Hafenbecken Marina Uno) und Bibione (1200 Meter vom malerischen Leuchtturm) verbindet.
Der Service ist kostenlos und ist auch für die Beförderung von Fahrrädern ausgerüstet. Zehn Personen und genauso viele Fahrräder können kostenlos und in wenigen Minuten den Tagliamento überqueren und die 17 Kilometer lange Küste wie auch das Radwegenetz erreichen, das eine Länge von insgesamt 240 Kilometern umfasst.

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