Als „Longline“ bezeichnet Adi Stocker die von ihm eingerichtete extrem lange Kletterroute durch die Birnhorn-Südwand. Der Einstieg befindet sich oberhalb des Birnbachlochs, zu dem ein schöne Wanderweg führt. Die Route selbst bietet von brüchig bis super kompakten Fels alles, was die Kalkalpen zu bieten haben. Vom Ausstieg direkt am Gipfel steigt man dann noch einmal rund eine Stunde bis zur Passauer Hütte ab. Mit 11 Stunden oder sogar mit 13 (will man am selben Tag noch ins Ullachtal bei Leogang absteigen) muss man also durchaus rechnen.
Auch auf etwas „gemäßigteren“ Touren lassen sich der wilde Charakter und die Einzigartigkeit der Leoganger Steinberge erleben.
Die Passauer Hütte ist die einzige Hütte in den Leoganger Steinberge. Sie gehört dem DAV und hat sich nach der Sanierung vor rund 10 Jahren zu einem echten Kletterstützpunkt entwickelt. Der Zustieg kann entweder von der Leoganger Seite, vom Ullachtal, oder von Weißbach bei Lofer aus dem Salzburger Saalachtal erfolgen. Vor allem der Zustieg von Leogang erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Im oberen Bereich gilt es, einige versicherte Passagen zu meistern.
Das Birnhorn mit seinen 2.634 Metern ist der höchste Berg der Leoganger Steinberge. Der Anstieg erfolgt über die Passauer Hütte wahlweise von Leogang oder vom Saalachtal – wie hier beschrieben. Von der Passauer Hütte kann man zwischen dem Süd- und dem Nordanstieg wählen oder beide zu einer anspruchsvollen, aber sehr aussichtsreichen Runde verbinden.
Die Westliche Mitterspitze beherbergt zwei Klettersteige. Der Leoganger-Süd ist mit C/D äußerst anspruchsvoll und in Kombination mit dem langen Zustieg von Leogang sehr kräfteraubend. Für den Abstieg wird der einfachere Leoganger-Nord genutzt.
Das Birnbachloch ist eine wunderschöne Quelle, die am Fuße des Birnhorns entspringt. Eiskaltes, glasklares Trinkwasser tritt hier aus einer Höhle aus. Ein wunderschöner Platz, zu dem ein angenehm angelegter Wanderweg führt, der auch für Kinder gut zu begehen ist.
Die Leoganger Steinberge sind nicht die einzigen „Stoaberg“ in der Region. Während sich im Norden des Saalfeldener Beckens das Steinerne Meer mit Persailhorn, Mitterhorn und Breithorn gekonnt in Szene setzt, gesellen sich zu den Leoganger Steinbergen gegen Westen die Loferer Steinberge, die ebenso imposant und wild in den Himmel ragen. Mit dem Rad lassen sich die Leoganger und Loferer Steinberge auf einer abwechslungsreichen Runde über die Bundesländergrenzen von Salzburg und Tirol umrunden.