Wenn Strom am Berg ist Mangelware ist

Strom to go: Der Hydrogen Reactor von Brunton im Test

Produkttest • 2. Juni 2015

Die Energiequelle im Taschenformat erzeugt Strom für Handy, GPS-Gerät und Kamera. Bergwelten-Cheftester Gerald Valentin hat das innovative Teil unter die Lupe genommen.

Die Firma Brunton wurde 1894 gegründet und gehört zu den ältesten Outdoor-Marken der Welt. Doch Brunton übt sich nicht in Nostalgie und Aufrechterhaltung der Tradition – vielmehr setzen die amerikanischen Ingenieure auf neueste Technologien. Während die Fertigung von Autos mit Brennstoffzellen noch in den Kinderschuhen steckt, bringt Brunton diese Energiequelle mit dem Hydrogen ­Reactor schon heute auf den Markt. Denn Strom am Berg ist Mangelware und die vielen elektronischen Gadgets gieren nach Energie.

Der BRUNTON Hydrogen Reactor
Foto: BRUNTON
Der BRUNTON Hydrogen Reactor

Theorie


In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser umgewandelt. Beim Hydrogen ­Reactor kommt Wasserstoff aus einer Patrone. Dieser oxidiert mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft und produziert so Strom.
Der Hydrogen Reactor misst 11 x 7 x 3 cm und bringt mit Patrone 216 g auf die Waage. Eine Patrone entspricht laut Hersteller der Kapazität von 15 AA-Batterien, ein Smartphone soll sich 3 x aufladen lassen. Der Gebrauch ist denkbar einfach: Patrone einschrauben und Elektrogerät über USB-Anschluss anstecken. Die Patrone kann so oft wieder verwendet werden bis der Wasserstoff aufgebraucht ist. Danach ist eine Wiederaufladung mit dem H2O Hydrolizer (EUR 330) möglich oder man kauft um EUR 15 eine neue.
 

… und Praxis


Der Test: Patrone einschrauben, Gerät hochkant aufstellen und warten auf die blaue Kontrolllampe. IPhone mit USB-Stecker anschließen. Am Display erscheint der Hinweis „Ladevorgang“ – doch eine Ladung findet nicht statt. Zweiter Versuch mit Samsung Galaxy, dritter Versuch mit Sony Xperia. Die Ergebnisse sind ident: Das Aufladen funktioniert nicht. Ist die Ladespannung des Hydrogen Reactor zu gering? Nächster Versuch: Ein Kindle E-Reader –  das Laden funktioniert. Positive Ergebnisse auch beim Garmin GPS-Gerät und bei einer Kompaktkamera.
 
Der Firma Brunton gebührt Hochachtung für den Mut zur Innovation. Eine Empfehlung kann für den Hydrogen Reactor jedoch nicht abgegeben werden. Zu teuer und unzuverlässig ist der Betrieb dieser Brennstoffzelle. Derzeit sind am Berg externe Ladegeräte für die Stromversorgung von Kleingeräten (noch) die bessere Lösung.
 
Preis: EUR 150

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