
Gewitter in den Bergen rechtzeitig erkennen
Foto: AdobeStock / EKH Pictures
von Katharina Löffler
In den Bergen von einem Gewitter überrascht zu werden, kann lebensgefährlich sein. Ein Meteorologe verrät dir vier Tipps, um Gewitter frühzeitig zu erkennen.
1. Vorsicht bei Wettervorhersagen
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Die Wettervorhersagen von Apps oder Webseiten solltest du bei Bergtouren immer mit Vorsicht genießen. ServusTV-Meteorologe Roman Viehhauser erklärt: „Das sind meist automatisierte Prognosen, die nie von einem echten Meteorologen oder einer Meteorologin überprüft worden sind. Vor allem in den Bergen, wo sich das Wetter schnell ändert, versagen diese Vorhersagen häufig.“
Eine gute Alternative sind laut Roman Viehhauser Wetterradare: „Wenn man in den Bergen Empfang hat, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf ein Wetterradar.“ Dort siehst du den Ist-Zustand des aktuellen Wetters und kannst auf einer Karte sehen, wie sich Regen- oder Gewitterfelder bewegen. Einige beliebte Wetteranbieter dafür sind zum Beispiel:
2. Hinweis auf spätere Gewitter: Castellanuswolken

Ein erster Hinweis auf ein Gewitter am Nachmittag sind die sogenannten „Castellanuswolken“ am Vormittag. ServusTV-Meteorologe Roman Viehhauser vergleicht die Form dieser Wolken mit einer Burgmauer: „Castellanuswolken wachsen wie kleine Türmchen in den Himmel und sehen aus wie die Zinnen einer Burgmauer.“
Wer vormittags schon Castellanuswolken am Himmel erkennt, sollte nur kurze Touren planen oder eine Hütte in der Nähe haben. Denn die Wolken deuten auf eine instabile Atmosphäre mit hoher Wahrscheinlichkeit für Gewitter am Nachmittag hin.
3. Hinweis auf Gewitter in der Nähe: Ambossförmige Wolken

Meteorologe Roman Viehhauser gibt als Tipp: „Beim Wandern und auf Touren sollte man den Himmel immer im Blick behalten. Wenn Wolkentürme schnell anwachsen, dauert es meist nicht lange, bis ein Gewitter aufzieht.“
Ein nahendes Gewitter erkennt man dann an der Ambossform der Wolken. „Aber Achtung: Im Gebirge sieht man wegen der umliegenden Berggipfel häufig nur den oberen Teil einer solchen Wolke“, gibt Roman Viehhauser zu bedenken. Der obere Teil einer Ambosswolke, der sogenannte „Eisschirm“, ist als ausgefranste, relativ strukturlose Wolke am Himmel erkennbar. „Wenn man diesen Eisschirm sehen kann, ziehen in unmittelbarer Umgebung Gewitter auf“, so Roman Viehhauser. „Dann heißt es: möglichst schnell eine Hütte oder Schutz aufsuchen!“
4. Entfernung eines Gewitters ermitteln
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Du kannst ganz einfach ausrechnen, wie viele Kilometer ein Gewitter von dir entfernt ist. Dazu zählst du die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilst das Ergebnis durch drei. Der Meteorologe Roman Viehhauser erklärt: „Vergehen zum Beispiel 15 Sekunden zwischen Blitz und Donner, bedeutet das eine Entfernung von fünf Kilometern.“ Die Basis für diese Berechnung ist die Schallgeschwindigkeit: Der Schall braucht für einen Kilometer etwa drei Sekunden.
Ab wann wird ein Gewitter gefährlich?
Als Faustregel kannst du dir merken, dass du in den Bergen Unterschlupf oder Schutz suchen solltest, wenn du Donner hören kannst. Ist ein Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt, können bereits Blitze in deiner unmittelbaren Umgebung einschlagen. Ab fünf Kilometern Entfernung wird es wirklich gefährlich und du solltest sofort die Schutzmaßnahmen umsetzen, die dir möglich sind.

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Als Wanderer in ein Gewitter zu geraten, gehört zu den denkbar ungünstigsten Szenarien am Berg. Wir verraten euch, was im Ernstfall zu tun ist – und was es zu vermeiden gilt.

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