Kulinarisches Erbe

Alpine Delikatessen: Schnalser Nudeln

Wissenswertes • 23. Mai 2018

Wer echte Schnalser Nudeln genießen will, muss ein nur 20 Kilometer langes Seitental in Südtirol besuchen. Warum sich das lohnt, erfährst du hier.

Schnalser Nudeln
Foto: mauritius images/ Udo Bernhart
Selbstgemachte Schnalser Nudeln am Oberraindlhof im Schnalstal

Die traditionellen Nudeln aus dem Schnalstal wurden schon früher entweder als Vorspeise mit zerlassener Butter und Käse, als Beilage zum Lammragout oder als Dessert zur Preiselbeermarmelade zubereitet. Sie bestehen aus Roggenmehl und Topfen, Salz, Wasser und Eiern.

In einem ersten Schritt werden die Zutaten zu einem festen Teig verarbeitet und anschliessend durch eine Nudelpresse gedrückt. Dieses Gerät kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Venedig. Denn venezianische Kaufleute kamen früher immer wieder ins Tal, um die bekannten Schnalser Lärchen zu erwerben und brachten bei ihren Reisen die spezielle Nudelpresse mit.

Die Schnalser Nudeln werden nicht gekocht, sondern in reichlich zerlassener Butter in der Pfanne geschwenkt und gebraten. Oft werden sie auch direkt in der Pfanne serviert.

Wo bekommt man echte Schnalser Nudeln?

Selbst gemachte Schnalser Nudeln mit Lammragout werden beispielsweise im Oberraindlhof in Raindl serviert.

Sowie in den Ortschaften des Schnalstals: Katharinaberg, Karthaus, Pfossental, Unser Frau, Vernagt am See, Kurzras.

Blick von der Bergflanke der Schröfwand: Schnalstal mit Karthaus

Ausflugstipp: Schnalstal

Das Schnalstal (italienisch: Val Senales) ist ein circa 20 Kilometer langes Seitental des Vinschgaus in Südtirol. Es nimmt bei Naturns seinen Anfang und zieht sich Richtung Ötztaler Alpen. Über dem schmalen Eingang des Schnalstales thront übrigens das mittelalterliche Schloss Juval, das heute Reinhold Messner als Sommer-Wohnsitz und Ausstellungsort seiner Tibet-Sammlung dient.

Messner Mountain Museum Juval

Ganesha der Elefantengott im Innenhof von Schloss Juval

Tourentipps


Buch-Tipp

Enzyklopädie der alpinen Delikatessen
Foto: AT Verlag
Enzyklopädie der alpinen Delikatessen

Wo gibt es noch Saubürzel oder Hundsärsche? Die Enzyklopädie der alpinen Delikatessen (aus der Buchreihe „Das kulinarische Erbe der Alpen“, Autor: Dominik Flammer, Fotograf: Sylvan Müller, AT-Verlag, 2014) beschreibt mehr als 500 kulinarische Raritäten, die erst in den vergangenen Jahren wiederentdeckt wurden: alte Obstsorten, vergessenes Gemüse, Wildpflanzen, außergewöhnliche Würste, Feiertags-Gebäcke, einzigartige Alpkäse und traditionelle Schnäpse.

Mehr zum Thema

Beliebte Delikatesse: Alpkäse
Auf den einsamen Weiden der Alpe Piora grasen in den Sommermonaten rund 200 Kühe. Aus ihrer Rohmilch entsteht ein Käse, auf den die Tessiner zurecht stolz sind.
Safranblüten im Walliser „Safrandorf“ Mund
Das seit jeher wertvollste Gewürz der Welt wird nicht nur in arabischen und Mittelmeer-Ländern kultiviert. Bis vor hundert Jahren war es auch im Alpenraum verbreitet. Heute erfährt die aromatische Krokus-Art z.B. im Schweizer Wallis und im Burgenland eine neue Blüte.
Delikatesse aus Waadt: Die „Kohlwurst“ Frâche
Die Frâche aus Schweinefleisch ist mittlerweile eine echte Rarität aus dem Schweizer Kanton Waadt. Sie gehört zur Gattung der „Kohlwürste“, die hier seit jeher gerne aufgetischt werden – und alles nur wegen eines dicken Kaisers!

Bergwelten entdecken